Die Frage ist nicht ob, sondern wann und wie. VW-Aufsichtsratschef Ferdinand Piëch will bei den Marken des Konzerns das Dutzend voll machen. Der "Alte" arbeitet intensiv an seinem Traum eines Autoimperiums: Vom Motorrad über den Kleinwagen und die Luxuslimousine bis hin zum 40-Tonner soll künftig alles im Programm sein. Die Übernahme von Porsche als zehnter Marke ist so gut wie perfekt, letzte finanzielle Voraussetzungen wie eine Kapitalerhöhung sollen auf einer Sonder-Hauptversammlung am Donnerstag beschlossen werden. Als elfte und zwölfte Marke will VW den japanischen Auto- und Motorradbauer Suzuki und den Lastwagenbauer MAN ins Visier nehmen. Seit langem bastelt Piëch an einer Lkw-Allianz aus VW, MAN und Scania unter dem Dach des VW-Konzerns. Bislang ist Volkswagen mit knapp unter 30 Prozent größter MAN-Aktionär und hält zudem mehr als 70 Prozent der Stimmrechte am schwedischen Lastwagenbauer Scania. In der Branche gilt als sicher, dass VW seinen Anteil bei MAN aufstocken will, um die Kontrolle über die Münchner zu bekommen. Doch bei MAN geht es derzeit drunter und drüber. Der Konzern kämpft mit einer Schmiergeldaffäre, binnen weniger Tage nahmen drei der wichtigsten Manager ihren Hut: Erst Vorstandschef Hakan Samuelsson, dann Finanzvorstand Karlheinz Hornung und schließlich Nutzfahrzeug-Chef Anton Weinmann. Ein schmerzhafter Aderlass für einen Dax-Konzern, der auch noch mitten in einer der schwersten Absatzkrisen der vergangenen Jahre steckt. Chefaufseher bei MAN ebenso wie bei VW ist der 72-jährige Piëch. Von verschiedenen Seiten ist zu hören, er habe die internen Ermittlungen vorangetrieben und schließlich den Druck auf die Spitzenmanager erhöht. Die Schmiergeldaffäre spielte dabei sicherlich eine wichtige Rolle, ob sie der alleinige Grund war, ist aber die Frage. Denn Samuelsson galt auch als Hindernis für Piëchs Traum von einem vereinten Konzern.
Thema: Wann macht Piëch das Dutzend voll?
Der VW-Patriarch bastelt intensiv an seinem Traum eines Autoimperiums: Die Übernahme von Porsche als zehnter Marke ist so gut wie perfekt. Nummer elf und zwölf sollen Suzuki und der Lastwagenbauer MAN werden.