Donnerstag, 09.02.2012
15.03.2010
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Toyota-Rückruf

War rasender Prius nur ein Schwindel?

In einem spektakulären Fall, bei dem ein Toyota Prius in Kaliforniern vor einer Woche angeblich außer Kontrolle geriet, mehren sich mittlerweile die Zweifel an der Geschichte des Fahrers. Dieser hatte behauptet, das Gaspedal habe geklemmt. Eine gemeinsame Untersuchung der Verkehrssicherheitsbehörde und des Herstellers hat aber nun keinerlei Fehlfunktionen zum Vorschein gebracht. "Bis jetzt haben wir nichts finden können, was den Vorfall erklärt", teilte das US-Verkehrsministerium am Montag mit. Toyota-Verantwortliche sprachen auf einer eigens einberaumten Pressekonferenz von Ungereimtheiten zwischen der Darstellung des Fahrers und den Untersuchungsergebnissen. "Das Gaspedal wurde getestet und funktionierte normal." Weder habe es von sich aus geklemmt, noch habe die Fußmatte das Pedal verkeilt. Der 61-jährige James Sikes hatte vor einer Woche den Notruf gewählt: Er rase mit 150 Kilometern in der Stunde über eine Schnellstraße nahe San Diego, berichtete er. Das Gaspedal seines Toyota Prius klemme, der Wagen beschleunige unaufhaltsam. Ein herbeigeeilter Polizist gab über den Lautsprecher seines Streifenwagens genaue Anweisungen, wie Sikes den Wagen stoppen könne: Das Automatikgetriebe auf Neutral stellen, mit aller Kraft bremsen und den Motor ausschalten. Das wirkte – nach knapp 50 Kilometern endete das Drama. Die Irrfahrt war über Tage beherrschendes Thema in den US-Nachrichten, passte sie doch gut in das Bild der ausufernden Toyota-Technikprobleme. Über das Wochenende kamen aber Zweifel auf. Das "Wall Street Journal" berichtete, dass die Abnutzung der Bremsen nicht zur Aussage von Sikes passten, er habe die ganze Zeit das Bremspedal voll durchgetreten. Toyota schlug in die gleiche Kerbe. Der japanische Autobauer sprach von einem fehlerfrei arbeitenden Brems- sowie Notbremssystem, bei dem automatisch der Motor abgeschaltet werde. Unter diesen Umständen sei es eigentlich unmöglich, dass der Wagen mit Höchstgeschwindigkeit fahre, hieß es. Spekulationen über Geldnot Das US-Magazin Fortune spekulierte, Sikes habe die Toyota-Hysterie für sich ausnutzen wollen, weil er überschuldet sei. Er habe auch den Prius auf Pump gekauft. Nach Informationen des US-Onlinediensts "Jalopnik.com" soll Sikes mit seinem Raten für das Fahrzeug fünf Monate in Rückstand sein. Der Betroffene habe zudem 2008 Privatinsolvenz angemeldet und Schulden in Höhe von 700.000 Dollar. Sikes' Rechtsanwalt wies die Anschuldigungen zurück und zog die Untersuchung in Zweifel. Bis jetzt sei es den Gutachtern noch in keinem Fall gelungen, eine Fehlfunktionen bei Toyota-Autos zu wiederholen, sagte er. Der japanische Hersteller ruft weltweit acht Millionen Autos wegen der Gefahr zurück, dass sie ungewollt beschleunigen. Sechs Millionen dieser Wagen rollen auf US-Straßen. Mittlerweile werden 52 Tote mit den Defekten in Verbindung gebracht.

 
 
 

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KOMMENTARE ZUM ARTIKEL

18. März 2010 14:25
Olga Machslochov meint:
Dieser ganze Hype war doch nur wieder damit zu begründen dass sich wieder die Medien, die jetzt versuchen die Kurve zu kriegen, die Geschichte ohne Kritik hingenommen und verbreitet haben...es gibt doch kaum ein Thema das nicht durch unsere Freunde des Films und Rundfunks aufgebauscht bzw. sensationalisiert wird! Mein Toyota Paseo ist ein Auto der Zuverlässigkeit und wenn Toyota das mit den Gaspedalen sicherlich versaut hat muss man sagen dass diese Geschichte bestraft gehört da es dem Image langhaltig schadet und die Einnahmen mindert!


16. März 2010 10:52
Jörg-Uwe Banach meint:
Wie man aus diversen "Reality"-Dokumentationen "weiß", verliert der amerikanische Autofahrer jenseits einer Geschwindigkeit von ca. 45 Meilen pro Stunde vollständig und nachhaltig die Kontrolle über sein Fahrzeug - also einem Tempo, bei dem der deutsche Autofahrer in der Stadt "zügig" fährt und auf der Autobahn vor Langeweile einschläft. Wenn sich dann bei 46 mph das Gaspedal verhakt, kann durchaus Panik aufkommen und in dieser anstelle der Bremse das Gas zusätzlich noch betätigt werden. Die daraus resultierende Geschwindigkeitszunahme (positive Beschleunigung) erhöht die Panik noch zusätzlich, so dass der gemeine amerikanische Kraftfahrzeuglenker ohne "Rennerfahrung" (also einer praktische Erfahrung mit Geschwindigkeiten über 50 mph) einen sofortigen und vollständigen Kontrollverlust erlebt...

OK, man könnte das noch weiter ausschmücken, Fakt ist aber, dass bei Unfällen in den USA erstmal darüber nachgedacht wird, ob nicht der Hersteller des Unfallproduktes die Schuld an dem Missgeschick trägt... dann gibt's ja schließlich auch Geld!


16. März 2010 10:23
H.Allacher meint:
Toyota ist ein sehr zuverlässiges Auto das ist unbestritten und die treuen Toyota Kunden werden das bestätigen. Die Gaspedalproblematik ist in den USA offensichtlich ganz alleine aufgetreten. Bei keinen einzigen Auto ist es nachvollziebar zumindest konnte keiner einen Beweis erbringen. (Beweise liegen nirgens auf dem Tisch) Die Amerikaner habe wahrscheinlich vor einen zuverlässigen Autohersteller wie Toyota große Angst und versuchen alles Toyota zu zermürben, wird nicht gelingen Lügen und Intriegen sind immer aufgedeckt worden. Bei diesen Prius der zur zeit im Mittelpunkt steht man ja deutlich was da abgeht. Und übrigen: jede Bremse ist stärker wie ein Motor und jedes Auto ist anzuhalten! In Amerika gibt es offensichtlich viele Menschen die das Gaspedal mit der Bremse verwechselln, oder zu große Schuhe an haben!

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