Samstag, 26.05.2012
01.02.2012
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Kontroverse

Was bringen Elektroautos für den Klimaschutz?
Von Georg Ismar, dpa

Mit den Elektroautos ist es so eine Sache. Bei glamourösen Treffen von Politik und Wirtschaft in Berlin darf ein Vorführwagen am Eingang nicht fehlen. Doch bei dem Sprung auf die Straße hapert es. Es gibt erhebliche Zweifel, ob bis 2020 wirklich eine Million Elektroautos in Deutschland rollen werden - Kanzlerin Angela Merkel (CDU) fordert, dass Deutschland Leitmarkt für die Elektromobilität werden müsse. Doch jetzt gibt es auch noch eine Debatte, ob das Ganze nicht sogar eine "Öko-Lüge" sei.

In einer Studie des Öko-Instituts wird darauf verwiesen, dass die Klimabilanz davon abhängen wird, wann die Autos mit Strom aufgeladen werden. Wenn es tatsächlich gelingt, wie von der Bundesregierung geplant, bis 2030 bereits sechs Millionen E-Autos auf die Straße zu bringen, würde eine zusätzliche Nachfrage entstehen, die zwei Prozent des heutigen Stromverbrauchs entspricht. Werden diese mehrheitlich abends nach der letzten Fahrt geladen, könnte dies die Klimabilanz verhageln, weil dann auch Kohlekraftwerke auf Hochtouren laufen.

"Die spannende Frage ist: Was passiert, wenn alle Elektroautos gleichzeitig laden", sagt die Wissenschaftlerin Charlotte Loreck vom Öko-Institut. Denn zwischen 17 und 19 Uhr ist die Stromnachfrage etwa durch Kochen und Licht ohnehin sehr hoch. Wenn es daher nicht einen deutlichen Ausbau der erneuerbaren Energien gibt und zugleich ein Lademanagement - also ein Laden, wenn gerade viel Windstrom im Netz ist - könnten die CO2-Emissionen laut der Studie noch höher liegen als derzeit bei einem konventionellen Auto.

Ausbau erneuerbarer Energien zügiger als erwartet

Aber genau dieses Szenario ist laut der Nationalen Plattform Elektromobilität praktisch ausgeschlossen. Zum einen verläuft der Ausbau erneuerbarer Energien zügiger als erwartet, der Anteil am Strommix liegt bei 20 Prozent. Und Roger Kohlmann vom Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) betont: "Die Nationale Plattform hat sich bereits im vergangenen Jahr darauf verständigt, dass der Fahrstrom für Elektroautos ausschließlich aus regenerativen Quellen stammen soll." Die Energiewirtschaft habe zugesagt, den Strom zur Verfügung zu stellen - man hofft auf den raschen Ausbau von Windparks in Nord- und Ostsee, da diese am kontinuierlichsten grünen Strom liefern können. Auch das Öko-Institut betont, dass bei Nutzung etwa nur von Windstrom der CO2-Ausstoß quasi gleich null sei.

 

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KOMMENTARE ZUM ARTIKEL

01. Februar 2012 17:00
K. Wempe meint:
Erstens glaube ich nicht, dass 2020 eine Millionen E-Autos auf deutschen Straßen fahren werden. Dafür sorgen schon die falsch gestreuten Subventionen an die satte Industrie.

Zweitens werden primär die Menschen die affin für ein E-Automobil sind bereits auf Öko Strom umgestiegen sein. Diese Menschen sind gedanklich wesentlich weiter.

Drittens brauche ich mein Auto nicht gleich ans Netz zu geben wenn ich von der Arbeit komme. Das kann ich auch um 22 Uhr machen wenn ich vom Sport oder vom Einkaufen komme. Oder überlasse dies gleich einem intelligenten Strommanagement, so etwas gibt es heute schon.

Ich finde es gut, dass laut darüber nachgedacht wird. Nur sollte dies ohne den immer vorhandenen negativen Tenor geschehen. Mann stelle sich nur mal vor, dass vor über 100 Jahren beim Erfinden des Automobils schon eine Medienwelt vorhanden gewesen wäre, die die Meinungsbildung negativ beeinflusst hätte. Das Automobil, wie wir es heute kennen wäre niemals möglich gewesen.

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