Gerichtsentscheidung: Weg frei für Fiat-Einstieg bei Chrysler

10.06.2009 08:54 Uhr
Der Weg für den Einstieg des italienischen Konzerns bei Chrysler ist wieder frei.
© Foto: Chrysler/Archiv/AHO-Montage

Der Supreme Court hob die am Vortag verfügte Blockade des Geschäfts wieder auf, die eine kleine Gruppe von Gläubigern beantragt hatte. Chrysler und Fiat könnten nun ihr Geschäft bereits am Mittwoch endgültig besiegeln.

Das Oberste Gericht der USA hat Weg für den raschen Einstieg des italienischen Fiat-Konzerns beim insolventen Autobauer Chrysler frei gemacht. Der Supreme Court hob am Dienstag die am Vortag verfügte Blockade des Geschäfts wieder auf, die eine kleine Gruppe von Gläubigern beantragt hatte. Sie hätten nicht nachweisen können, dass eine solche Verzögerung gerechtfertigt sei, hieß es in der Begründung des Obersten Gerichts. Das Weiße Haus reagierte hochzufrieden auf die Entscheidung. "Wir sind erfreut, dass es mit der Allianz zwischen Chrysler und Fiat nun vorangeht, aus der Chrysler als konkurrenz- und lebensfähiger Autobauer hervorgehen wird", teilte die US-Regierung mit. Die Chrysler-Gläubiger - drei Rentenfonds aus dem Bundesstaat Indiana - wehren sich dagegen, dass ihre Forderungen nach bisherigen Planungen weitgehend verfallen sollen. Die Italiener können den Deal platzen lassen, wenn er bis zum 15. Juni nicht rechtlich sicher ist. Fiat-Chef Sergio Marchionne hatte sich sich trotz neuer Verzögerungen aber zum geplanten Einstieg bei Chrysler bekannt. Nach einem Bericht der "New York Times" sind die meisten Papiere für das Geschäft bereits unterzeichnet. Beide Seiten könnten den Einstieg bereits am Mittwoch endgültig besiegeln, hieß es. Bisherigen Plänen zufolge soll Fiat zunächst 20 Prozent an Chrysler übernehmen. Zudem erhalten die Italiener Optionen auf eine spätere Mehrheit. Chrysler hofft, durch Fiat den Markt für kleinere, benzinsparende Autos zu erobern. Chrysler will Händlernetz verschlanken Ein Insolvenzgericht in New York gab darüber hinaus am Dienstag Chrysler Grünes Licht, sich von einem Viertel seiner Händler zu trennen. Davon sind rund 790 Autohäuser betroffen. Chrysler will sein Händlernetz verschlanken und peilt profitablere Verkaufsstellen an, die zu Investitionen in der Lage sind. (dpa)

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