Designschutz: Weitere Studie pro Reparaturklausel

05.08.2008 15:36 Uhr

Das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung bestärkt die EU in ihren Plänen einer Abschaffung. Die Quersubvention der Fahrzeugpreise durch überteuerte Ersatzteile sei wettberwerbswidrig, weil sie auch von "markenfremden" Autofahrern bezahlt werden muss.

Das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) spricht sich in einer aktuellen Studie für eine Lockerung des Designschutzes für Auto-Ersatzteile aus. "Die geplante Aufhebung des Designschutzes für Reparaturzwecke kann zu effizienteren Märkten für Ersatzteile und sinkenden Preisen führen und ist daher ökonomisch gerechtfertigt", sagte der Wettbewerbsexperte des DIW Berlin, Pio Baake. Die EU sei mit der Einführung einer Reparaturklausel auf dem richtigen Weg. Als Grund bringt das DIW einen neuen Aspekt in die Diskussion ein, nämlich die Besonderheiten des Marktes für Auto-Ersatzteile. Die Nachfrage nach sichtbaren Auto-Ersatzteilen sei maßgeblich von Unfallschäden abhängig. Aufgrund des Haftungsprinzips würden Ersatzteile für bestimmte Autos nicht nur von den Käufern nachgefragt, sondern auch von all den Konsumenten, die einen Unfall mit diesen Autos verursacht haben und für den entstandenen Schaden haften müssten. "Hohe Preise für Ersatzteile belasten demzufolge auch die Fahrer anderer Autos", erklärte Baake. Die Automobilhersteller hätten deshalb die Möglichkeit, sich durch Senkung der Autopreise bei gleichzeitiger Erhöhung der Ersatzteilpreise einen Wettbewerbsvorteil zu verschaffen. Preiswerten Autos stünden in der Folge teure Ersatzteile gegenüber, die auch "markenfremde" Autofahrer bezahlen müssten. Durch den Wegfall des Designschutzes würden die Preisstrategien der Autobauer so eingeschränkt, dass relativ niedrige Preise für Autos nicht mehr durch hohe Preise für Ersatzteile kompensiert werden könnten. (ng)

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KOMMENTARE

G. Diefenthal

06.08.2008 - 08:11 Uhr

Wird das DIW etwa von der Versicherungswirtschaft gesponsert ?


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