Samstag, 26.05.2012
22.02.2012
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Bilanzzahlen

Wellergruppe erzielt Gewinn

Die Wellergruppe hat auch im abgelaufenen Geschäftsjahr (1. Oktober 2010 bis 30. September 2011) einen Gewinn eingefahren. Über alle Brands und Marken hinweg verdiente die Autohandelsgruppe 9,2 Millionen Euro vor Steuern. 2009/10 waren es 8,3 Millionen Euro. "Damit haben wir zum wiederholten Mal einen beträchtlichen Gewinn verzeichnen können", sagte der geschäftsführende Gesellschafter Burkhard Weller am Donnerstag bei der Vorstellung der Bilanzzahlen in Berlin.

Im vergangenen Jahr seien viele Weichen für eine erfolgreiche Zukunft gestellt worden, betonte Weller. Er verwies unter anderem auf den Verkauf des VW-Standortes in Reutlingen, die zeitgleiche Übernahme von vier ostfriesischen VW Retail-Betrieben in Ostfriesland sowie den kürzlich erfolgten Markenwechsel in Bünde. Zur Wellergruppe gehören momentan 32 Autohäuser, in den rund 1.900 Mitarbeiter beschäftigt sind.

Die drei Brands "Auto Weller", "B&K" und "Max Moritz" verkauften 2011 insgesamt 43.500 neue und gebrauchte Fahrzeuge (Vorjahr: 40.000). Inklusive After Sales wurde ein Gesamtumsatz von 900 Millionen Euro erwirtschaftet. Das entspricht einem Zuwachs von 70 Millionen Euro gegenüber dem Vorjahr. Die Zahlen waren bereits Anfang Februar bekannt gegeben worden (wir berichteten)

Laut Geschäftsführer Jörg Hübener waren alle Markensparten erfolgreich unterwegs. Die größte Brand B&K mit den Marken BMW und Mini sowie 17 Filialen lag beim regionalen Marktanteil mit 11,6 Prozent leicht über dem Bundesdurchschnitt. Dieses Kunststück schaffte auch Auto Weller – trotz der schwierigen Rahmenbedingungen infolge der Tsunami-Katastrophe. Der Toyota/Lexus-Bereich mit sieben Autohäusern kam auf 4,4 Prozent (bundesweiter Marktanteil 3,99 Prozent). Die sieben Max Moritz-Standorte mit den Fabrikaten VW, Audi und Skoda folgten in ihren Marktgebieten dem positiven Trend des Volkswagen-Konzerns. Die Wolfsburger hatten 2011 ihren Marktanteil in Deutschland von 35,4 auf 36,1 Prozent gesteigert.

"Wachstumsziel konsequent verfolgen"

Bei der Umsetzung der ambitionierten Pläne, zum Ende des Jahrzehnts mit 3.000 Beschäftigten insgesamt 100.000 Fahrzeuge zu verkaufen und dabei zwei Milliarden Euro zu erlösen, sieht sich Weller auf Kurs. "Um die Ziele im Jahr 2020 zu erreichen, ist lediglich ein Umsatzwachstum von jährlich rund zehn Prozent nötig. Dieses gilt es nun konsequent zu verfolgen – sowohl aus den bestehenden Häusern als auch mit weiteren Standorten in den nächsten Monaten und Jahren", sagte er. Als Erfolgskriterien führte Weller erneut eine kompromisslose Kundenorientierung, eine professionelle Marktbearbeitung, das hohe Mitarbeiter-Engagement und die aktiv gelebte Eventkultur in allen Autohäusern an. (rp)

Die Absatzzahlen der drei Wellergruppe-Sparten im Detail:

 
 
Brand Absatz
Auto Weller (Toyota/Lexus) 3.756 NW / 7.046 GW
B&K (BMW/Mini) 5.969 NW / 12.708 GW
Max Moritz (VW/Audi/Skoda) 4.008 NW / 9.973 GW
 
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KOMMENTARE ZUM ARTIKEL

24. Februar 2012 09:34
Hans von Ohain meint:
@Michael Kühn

Ihren Anmerkungen hinsichtlich der Investitionen kann ich etwas abgewinnen. Aber Ihre Erläuterungen in Sachen Mehrmarkenstrategie sind für mich nicht plausibel.
Die einzelnen Standorte der Gruppe mit ihren Marken sind ja nicht deckungsgleich. Wenn also in X-Dorf die B&K-Filiae plötzlich VW oder Toyota anbieten soll, weil BMW rumzickt, geht das nicht mal eben so. Denn da gibt es meistens schon andere Händler, die ja vom Hersteller nicht einfach abserviert werden, weil jetzt Weller kommt. Von der Immobilie in BMW-CI und BMW-Zuschnitt, den für BMW ausgebildeten Mitarbeitern, den auf BMW geeichten Systemen usw. mal ganz zu schweigen.
Das Leben als Vertragshändler ist etwas komplizierter und ein Markenwechsel ist alles andere als Tagesgeschäft.

Im Grundsatz stimme ich Ihnen aber zu: Wer auf mehr als eine Marke bzw. einen Konzern setzt, kann, wenn er es richtig macht (!!!), aus diversen Gründen auf sichererem Fundament stehen.


23. Februar 2012 17:48
Michael Kühn meint:
Noch eine kleine Anmerkung von mir:

Weller hatte sehr viel investiert, fremdfinanziert, auf Jahre hinaus.
Ich hatte im Jahre 2005 + 2006 noch den Eindruck, dass früher oder später eine große "Seifenblase platzt". Nun haben wir das Jahr 2012 und Weller präsentiert einen Gewinn. Zwar nicht gerade berauschend, aber durch das rasante Wachstum, mit den damit verbundenen Investitionen, durchaus erklärbar. Wenn denn dann keine "gefakten" Zahlen sondern Echte zu dieser Ertragslage führten, kann man nur noch ernsthaft gratulieren.
Seine nicht alltägliche Strategie war anscheinend richtig.

Des Weiteren bin ich generell ein Befürworter von Unternehmen, die nicht nur auf eine "Marke" setzen. Bedingungslose Abhängigkeit von nur einem Hersteller oder Herstellerverbund konnte er durch durch seine Verträge mit, Toyota, Audi, BMW/Mini und VW ausschließen.
Aufgrund seiner Unternehmensgröße ist er für die Hersteller ein Gesprächsteilnehmer, der immer ernstgenommen und nicht so einfach über den "Löffel balbiert" werden wird. Wenn irgend ein Hersteller meint "rumzicken" zu müssen, hat Weller aufgrund der anderen Fabrikate ein echtes "As im Ärmel". Im Bedarfsfall könnte er seinen Kundenstamm eben auch Autos von einem anderen Hersteller präsentieren. Genau diese Unabhängigkeit ist das erforderliche Gegengewicht zu den "selbstherrlichen" Vorstellungen der Hersteller.
Heute könnte ich mir sogar vorstellen, für Weller zu arbeiten.


23. Februar 2012 14:25
Michael Tropschug meint:
Tolles Ergebnis, wenn man bedenkt, dass hier immerhin ca. 210 Euro pro Fahrzeug erwirtschaftet werden, und die Werkstatt dann scheinbar für null gearbeitet hat. Vielleicht braucht man bei den Qualitätsmarken der Weller Gruppe ja auch gar keine Werkstatt. Wahrscheinlich sind alle Mitarbeiter im Verkauf! ;-))

Wenn man sich dann noch überlegt, was da an Gelder geflossen ist, damit die maroden Häuser übernommen wurden, und die dann von der Erlösen abzieht, weil man sie sicherlich anderweitig benötigt, dann hat man die "realisitsche" Zahl!

Auf ein gutes 2012!

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