Samstag, 26.05.2012
17.08.2010
Share |
"Lebenslange Garantie"

Wettbewerbszentrale mahnt Opel ab

Opel hat sich mit seinem Werbeversprechen einer "lebenslangen" Garantie massiven Ärger eingehandelt. Die Zentrale zur Bekämpfung unlauteren Wettbewerbs in Bad Homburg hat den Hersteller abgemahnt. "Wir beanstanden hier eine irreführende Blickfangwerbung, weil entgegen der vollmundigen Ankündigung eine 'lebenslange' Garantie tatsächlich nicht von Opel gewährt wird", erklärte Reiner Münker, geschäftsführendes Präsidiumsmitglied der Wettbewerbszentrale. Bei einer "lebenslangen" Garantie erwarte der Verbraucher, dass die Garantie greift, solange er den Wagen fährt oder fahren kann und zwar unabhängig von der Laufleistung des Wagens.

In Printanzeigen sowie im Internet hebt Opel unterhalb des Slogans "lebenslange Garantie" großdimensioniert das mathematische Zeichen für "unendlich" in Form einer Schleife in den Mittelpunkt der Kampagne. In einem Sternchenhinweis wird darauf hingewiesen, dass die beworbene Anschlussgarantie nur bis zu einer Laufleistung des Fahrzeugs von 160.000 Kilometer gilt.

"Im Wettbewerbsrecht gilt der Grundsatz, dass die Werbeaussage im Blickfang keine objektive Unrichtigkeit enthalten darf", sagte Münker. Sie dürfe nicht durch einen Sternchenhinweis "aufgeklärt" oder relativiert werden. Der Verein beanstande nicht die Pkw-Anschlussgarantie als solche. "Aber die objektiv unwahre Behauptung 'lebenslang', die einen unschlagbaren Vorteil gegenüber der Konkurrenz suggerieren soll, hat in der Werbung nichts zu suchen", betonte er.

Juristisches Nachspiel droht

Bis Freitag solle Opel eine entsprechende Unterlassungserklärung abgeben, verlangte der Verein und drohte mit einer Vertragsstrafe von 15.000 Euro. Der Autobauer bestätigte am Dienstag lediglich den Eingang der Abmahnung. "Wir werden den Inhalt innerhalb der gesetzten Frist prüfen", erklärte ein Unternehmenssprecher auf Anfrage. Das Garantieangebot habe "hervorragende Resonanz" bei den Kunden erzielt. Falls Opel keine Erklärung abgibt, will die Wettbewerbszentrale beim Landgericht Darmstadt Klage einreichen.

 

// Lesen Sie weiter auf Seite 2: Verbraucherschützer begrüßen Opel-Abmahnung

 
 
Zurück Artikel bookmarken Kommentar abgeben Artikel drucken Heft-Abo
 

KOMMENTARE ZUM ARTIKEL

20. August 2010 17:01
toto meint:
"Ich gehe immer davon aus, dass jemand, der einen Mercedes kauft einen Premiumanspruch hat. Weshalb also zu Aldi? Ich bekomme dann immer die Antwort "Die haben doch auch gute Sachen". Stimmt. Aber Skoda und Renault z. B. haben auch gute Autos. Und: Wenn ich mich bei REWE oder real,- bücke, zahle ich auch nicht mehr."

Sorry, aber wenn Sie "immer davon ausgehen", kennen Sie die Kundschaft heut zu tage nicht wirklich. Oder glauben Sie im Ernst ein E-Klasse-Fahrer kauft nur im Premium-Laden für Feinschmecker??

Also wenn Sie wirklich der Meinung sind, dass Premium-Kunden nicht bei Aldi, Real usw. einkaufen, sind Sie nie mit offenen Augen auf einem der Parkplätze von Aldi gewesen...

Auch wenn Sie persönlich nie bei Aldi kaufen, hat das nichts mit der Einstellung der Kundschaft zu tun.
Ich war gestern Mittag erst auf einem Rewe Parkplatz neben einem Aston Martin Vantage gestanden. Warum auch nicht?
Aber lassen wir das...

Sie verteidigen Opel recht nett, wahrscheinlich wegen Ihrer 23 Jährigen Opel-Erfahrung. Ich kann Ihnen nur meine Meinung sagen: Ich habe Kfz-Mechaniker bei Opel gelernt, war danach im Verkauf bei einem der größten Opel-Händler Deutschlands und habe Höhen und Tiefen miterlebt.

Alles schön und gut - nur ist dieses "Garantie-Versprechen" schlicht und einfach irreführend und nichts weiter als eine (noch nicht mal herausragende) Anschlussgarantie, die vielleicht den älteren Kunden etwas verspricht, was es nicht ist - nämlich Lebenslang.

Ihre Wertverlustrechnung ist ja auch ganz nett, nur gibt es Menschen die lieber mehr Geld in die Hand nehmen und dafür über die Jahre mit weniger Problemen, mehr Komfort und mehr Auto unterwegs sind - dazu kommt das Image.

Und ganz ehrlich: Sie wissen selbst das ein vernünftig ausgestatteter Insignia über die 30.000.-Euro Marke schiesst - da kommt bei dem einen oder anderen die Frage auf ob man sich nicht lieber einen gebrauchten Mercedes oder sonstwas kauft.

Die negative Presse, die Angst der Kunden vor mangelnder Qualität und der schlechte Wiederverkauf hat sich Opel schön selbst eingebrockt und kommt seit Jahren aus diesem Sumpf nicht mehr raus.

Wenn ich nur an die Nachlässe denke die an Gewerbetreibende verballert werden, kann ich nachvollziehen warum Opel kein Geld verdient - und der Wert eines Opel´s so ist wie er ist.

Ihre Marke in Ehren: Opel sollte erstmal an der Basis arbeiten, bevor solche Versprechen kommen.

P.S. Mitte der 90er war das Problem Rost nicht mal im Ansatz behoben und der W210 lässt sich selbst heute noch mit Rost für Geld verkaufen - im Gegensatz zu allen Opel Modellen mit selben Baujahr....


20. August 2010 10:16
K. Wempe meint:
@ T. Meier:
Auch wenn wir jetzt ein wenig vom Thema abgekommen sind, möchte ich doch gerne auf die Mercedes/Aldi Thematik antworten.

Ich gehe immer davon aus, dass jemand, der einen Mercedes kauft einen Premiumanspruch hat. Weshalb also zu Aldi? Ich bekomme dann immer die Antwort "Die haben doch auch gute Sachen". Stimmt. Aber Skoda und Renault z. B. haben auch gute Autos. Und: Wenn ich mich bei REWE oder real,- bücke, zahle ich auch nicht mehr.

Ich bin der Meinung, dass man zum glücklichen Leben eine gewisse Gleichförmigleit oder Konsistenz braucht. Warum also Premium und Discount mixen? Warum auf der einen Seite sparen, damit die andere Seite den Überfluß bekommt? Ich kaufe nicht bei Aldi, Lidl und Co., auch wegen der negativen Presse in Richtung Mitarbeiterbehandlung (anderes Thema).

Und das mit dem Rost bei OPEL war ab Mitte der 90er kein Thema mehr, ist also laaange her. Schauen Sie sich aber mal die Rostprobleme beim W210 an. Und: Was wäre wenn bei OPEL eine A-Klasse umgekippt wäre. Oder wenn - wie beim Audi TT - wegen konstruktiver Mängel (nachweislich) 9 Menschen ums Leben gekommen wären. Premium verzeiht man viel. Und mal ganz ehrlich: Wer viel Geld für ein Auto ausgibt, der wird den anderen bestimmt nicht auf die Nase binden das das Auto schlecht ist.

Und über Wertverlust kann man streiten. Prozentual ist der Mercedes sicherlich besser. Nur wenn ich 10 - 15.000 € mehr ausgeben muss, ist der effektive Wertverlust größer. Die Verzinsung mal nicht mitgerechnet.

Da ich seit 23 Jahren in der OPEL Handelsorganisation tätig bin weiß ich wie gut unsere Autos geworden sind. Wir brauchen uns nicht hinter den Anderen verstecken. Das weiß OPEL selber auch, nur viele Kunden ebne noch nicht. Da hilft das Garantieversprechen, egal ob es dem einen oder anderen nicht gefällt.


19. August 2010 13:59
T. Meier meint:
K. Wempe schreibt: " Aber mit dem C Klasse Jahreswagen zum Aldi einkaufen fahren, das hat Stil.
Will sagen: "Unsere" OPEL sind viel besser als ihr Ruf. Das sollten Sie auch mal endlch zur Kenntnis nehmen, lieber Toto. Nur haben uns die Medien zu Spaltmaßfanatikern und Erbsenzählern gemacht."

Opel bietet seit dem Astra H wirklich wieder ansprechende Qualität, habe ich selber "erfahren" dürfen. Allerdings die Probleme bei Opel auf GM und die Medien zu schieben, ist zu leicht. Bitte mal die Qualität der 90er Jahre ansehen (war wirklich grausam und der Rost war schon im Showroom zu erkennen...), dann weiß man auch, warum der bis dahin gute Ruf so gelitten hat. Dieses zerstörte Vertrauen wieder aufzubauen, kostet eben Zeit. Eine knappe Insolvenz hilft natürlich auch nicht dabei.
Und wieso gegen Mercedes und Aldi schiessen? Hat man doch als Opel nicht nötig. Aldi hat nämlich einen ansprechenden Ruf (und bietet entsprechende Qualität zum gutes Preis Leistungs Verhältnis). Da hätte ich auch kein Problem, mit dem Porsche vor zu fahren. Bei Aldi wird neuerding nicht nur wegen dem Preis gekauft. Und ein Mercedes Jahreswagen kann wirklich Stil haben, v.a. wenn ein großer Teil des Wertverlustes (fällt leider bei Opel nicht wirklich gering aus) schon weg ist.

17 Leserbriefe (Anzeige 1 bis 3)
1 | 2 | 3 | 4 | 5 | 6

"HB ohne Filter" vom 25. Mai

Kommentar von AUTOHAUS-Herausgeber Prof. Hannes Brachat

Heute u.a.: Diskussion zur "Meister-HU", Elektroauto, Rabattschleusen und Rolf Leuchtenberger MEHR

Frage der Woche

Download

AUTOHAUS-Bildschirmschoner

Ob Autopremiere, Politdebatte oder Promi-Schnappschuss – mit dem "I Saver" sind Sie immer auf dem Laufenden. mehr

Bildergalerien

Branchenrecht


Händlerbefragung

Die aktuelle Ausgabe des AUTOHAUS pulsSchlag

Topthema im Mai: Automobile Zukunft mehr

EXTRA

Jetzt neu: Fachbücher als eBook!

Einige unserer Praxishandbücher und Ratgeber können Sie jetzt auch als eBook bestellen! mehr

Marktplatz

Frische Ware

Auf dem neuen AUTOHAUS Marktplatz finden Sie alle Spezialisten und Dienstleister für ein erfolgreiches Kfz-Geschäft. mehr

Akademie aktuell

AUTOHAUS/asp-Servicekongress: Die Zukunft der Dialogannahme

Erfahren Sie, wie Sie Ihre Dialogannahme gewinnbringend organisieren! Anmeldung und Termine

Social Media

Besuchen Sie AUTOHAUS auf Facebook!

"Gefällt mir" – jetzt am virtuellen Stammtisch über bunte Branchenthemen diskutieren! mehr