Winterkorn pocht auf Eigenständigkeit von VW

29.10.2007 10:56 Uhr
Keine Allüren: VW-Lenker MArtin Winterkorn hat "kein Problem, möglicherweise bald nur noch Chef einer Porsche-Tochter zu sein".

Marke muss auch künftig "behutsam" gepflegt werden

Der Volkswagen-Konzern wird nach Einschätzung von Vorstandschef Martin Winterkorn auch nach einer Übernahme durch Porsche seine Eigenständigkeit bewahren. "Volkswagen ist eine der bekanntesten und begehrtesten Marken der Welt. Sie stellt einen immensen Wert dar. Deswegen muss sie behutsam gepflegt werden", sagte Winterkorn der "Süddeutschen Zeitung" (Samstagsausgabe). Großaktionär Porsche dementierte am Wochenende einen Bericht der "Wirtschaftswoche", der Sportwagenbauer prüfe "ernsthaft die Option", den VW-Konzern nach der erwarteten Übernahme zu zerschlagen. Porsche-Betriebsratschef Uwe Hück kündigte an, er wolle den Streit mit dem VW-Betriebsrat um die künftige Mitbestimmung in der Porsche Holding beilegen. Bei einem Treffen am Dienstag in der IG-Metall-Zentrale in Frankfurt solle ein Kompromissvorschlag erörtert werden. Die Gewerkschaft erhält unterdessen Unterstützung bei ihrem Bemühen, die Regelungen des VW-Gesetzes zu erhalten, die der Europäische Gerichtshof (EuGH) nicht moniert hat. Die Richter hatten zwar wichtige Bestandteile des Gesetzes gekippt. Keine Einwände gab es aber zum Beispiel gegen die Regelung, dass wichtige Fragen nur mit zwei Drittel der Stimmen des Aufsichtsrates, also mit dem Segen der Arbeitnehmer, beschlossen werden dürfen. "Dies wollen wir in jedem Fall beibehalten", sagte Rainer Wend, wirtschaftspolitischer Sprecher der SPD, der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung". Niedersachsens Ministerpräsident Christian Wulff (CDU) plädierte der Zeitung zufolge ebenfalls für eine Neuauflage des VW-Gesetzes – "eins zu eins" dem Urteil entsprechend. Winterkorn sagte, er habe kein Problem, möglicherweise bald nur noch Chef eines Tochterunternehmens der Porsche Holding zu sein: "Wenn es so käme, bliebe ich der Chef des zukunftsfähigsten Autoherstellers der Welt. Im Übrigen: Schöne Töchter lassen oft auch ihre Mütter attraktiver aussehen." Der VW-Lenker zeigte sich offen für eine engere Kooperation mit Porsche, etwa im Bereich der Fahrzeugelektronik. Beide Unternehmen arbeiten bereits bei den Geländewagen VW Touareg und Porsche Cayenne sowie bei der Entwicklung von Hybrid-Antrieben zusammen. Lesen Sie weiter auf Seite 2: VW-Aufspaltung "absoluter Quatsch"

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