VW-Chef Martin Winterkorn sieht für die Zusammenarbeit mit dem Sportwagenbauer Porsche trotz des sich zuspitzenden Streits weiter positive Perspektiven. Allerdings gebe es "offene Fragen", die geklärt werden müssten, sagte Winterkorn am Montag am Rande der Präsentation des neuen Golf in Reykjavik. Dabei gehe es um die künftige Modellpolitik und um das Führungsmodell nach der Mehrheitsübernahme durch Porsche. "Hier benötigen wir Antworten, damit wir auch im Management Rede und Antwort stehen können und sich ein vertrauensvolles Verhältnis entwicklen kann", sagte der VW-Chef. Insgesamt aber betonte er: "Der Einstieg von Porsche – und auch die Übernahme – wird von allen bei Volkswagen begrüßt." Die Möglichkeiten der Kooperation seien dadurch größer geworden. Zu den strittigen Fragen äußerte sich Winterkorn nicht konkret. Der Streit um die Mitbestimmung sei Sache der Arbeitnehmer und die Auseinandersetzung ums VW-Gesetz Sache der Regierung. Sein Verhältnis zu den beiden Großaktionären, Porsche und das Land Niedersachsen, bezeichnete er als "nicht schlecht". Das VW-Gesetz sichert Niedersachsen eine Sperrminorität und wird von Porsche seit Wochen massiv bekämpft. Winterkorn äußerte Verständnis dafür, dass Betriebsrat und Gewerkschaften für einen Erhalt des Gesetzes streiten, nahm zu der geplanten Großdemonstration an diesem Freitag in Wolfsburg aber nicht konkret Stellung. Optimismus auch 2009 Die Konjunktur auf dem Automarkt sieht Winterkorn im kommenden Jahr merklich schwächer werden. Deshalb sei auch VW etwas vorsichtiger geworden mit den Prognosen. "Aber wir rechnen insgesamt nicht mit einem Rückgang unserer Auslieferungen." Der Konzern hatte 2007 die Sechs-Millionen-Marke beim Absatz überstiegen und will in diesem Jahr den Auslieferungsrekord noch übertreffen. Eine konkrete Zahl hat der Wolfsburger Autobauer, der zuletzt Ford beim Absatz übertraf und weltweit auf Platz drei vorrückte, bisher nicht genannt. (dpa)
VW-Übernahme: Winterkorn will "offene Fragen" vom Tisch
Der VW-Chef sieht für die Zusammenarbeit mit Porsche weiter positive Perspektiven. Allerdings müssten Punkte wie die Modellpolitik und das künftige Führungsmodell nach der Mehrheitsübernahme geklärt werden.