21.05.2008
Kfz-Steuer
Wissmann findet Steinbrück-Pläne "interessant"
Der Verband der Automobilindustrie (VDA) begrüßt eine Strafsteuer für Millionen Fahrer älterer Autos. Eine Neuordnung der Kfz-Steuer mache Sinn, wenn man damit einen deutlichen Anreiz für umweltfreundlichere Fahrzeuge gebe, sagte VDA-Präsident Matthias Wissmann am Mittwoch in Stuttgart. "Stinker" müssten in "sanfter Weise bestraft" werden. "Eine neue Kfz-Steuer könnte den Impuls geben, dass auch Käufer mit besonders kleinem Geldbeutel sich umweltfreundliche Autos kaufen." Zusätzliche Kosten in Höhe von 20 oder 30 Euro pro Jahr seien verkraftbar.
Dies könne zu einer Verjüngung der Fahrzeugflotte in Deutschland in den nächsten Jahren beitragen, sagte Wissmann. Derzeit seien die Autos auf deutschen Straßen durchschnittlich 8,5 Jahre alt, schon bei einer Senkung auf 7,5 Jahre könnten Millionen Tonnen Kohlenstoffdioxid eingespart werden.
Zu den Plänen von Finanzminister Peer Steinbrück (SPD) sagte Wissmann: "Den Grundansatz finde ich interessant." Allerdings sei er dafür, die Steuer nicht in Stufen, sondern linear anzuheben. "Wer mehr Kohlenstoffdioxid emittiert, der soll auch mehr zahlen. Jedes Gramm CO2 muss gleich behandelt werden."
Nach den Plänen von Steinbrück sollen Millionen Fahrer älterer Autos mit einer Strafsteuer zur Kasse gebeten werden. Gegenwind kommt aus anderen Ressorts und vom Koalitionspartner Union. Setzt sich das Finanzministerium durch, soll die Kfz-Steuer ab 2009 für die gut 16 Millionen "Stinker" der Schadstoffklassen Euro 2 und 3 um 1,25 Euro je 100 Kubikzentimeter Hubraum steigen. Weitere 20 Millionen bereits zugelassene Diesel-Fahrzeuge oder Benziner der Schadstoffklasse Euro 4 sollen ab 2011 steuerlich höhergestuft werden. (dpa)
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(Foto: Berthold Stadler/ddp)
24. Mai 2008 17:55
Günter meint:
So ist es, wenn die Herren selber kein Auto kaufen müssen. Es ist schlichtweg eine Frechheit zu denken jetzt führen wir eine Strafsteuer ein und die Volksdeppen kaufen dann reihenweise neue Autos. Frage: Von welchem Geld denn? Eigentlich habe ich vom VDA-Präsident eine andere Reaktion erwartet, nämlich, dass er die Automobilindustrie und den Autofahrer schützt. Jeder hier im Lande weiss wieviele Arbeitsplätze von der Autoindustrie abhängen. Als erstes gehört die Kfz-Steuer für neue Dieselfahrzeuge abgeschafft, denn diese wurde deshalb eingeführt, dass ein gewisser Vorteil durch die niedrigen Dieselpreise ausgeglichen wird. Heute sind die Preise für Diesel u. Benzin gleich aber die Kfz-Steuer bleibt. Wo führt das alles noch hin?
22. Mai 2008 10:00
Steve meint:
Ich habe mir vor gut zwei Jahren ein gebrauchten Diesel mit einer Finanzierung für über 10.000 gekauft (Euro 3 ohne DPF). Da war noch nichts im Gespräch von Dieselpartikelfilter. Oder das Diesel bald genau soviel kostet wie Benzin. Oder das ich Strafsteuer zahlen darf weil ich keinen DPF drin habe. Oder die neue Strafsteuer.
Ich bin total sauer. Ich habe nicht mal eben mind. 20.000 EUR für einen Toyota Prius. Obwohl ich gerne einen hätte. Ich kann mein Auto auch z.Z. nicht verkaufen, weil die Ablöse bei der Bank höher ist als mir ein Händler für das Auto geben würde. Und zur Arbeit darf ich auch bald nicht mehr mit dem Auto, weil ich nur eine tolle Gelbe Plakette habe und mir keinen DPF für 1.500,- leisten kann.
Die ganzen bekloppten in der Politik kaufen sich immer dickere Autos, weil ja ein S500 nicht reicht... Sogar die Grünen Politiker und die Umweltpolitiker fahren die dicken Schlitten. Die Arbeit von denen möchte ich auch gerne machen. Den ganzen Tag dummes Zeug erzählen was mir einer meiner kleinen Männchen auf einen Zettel schreibt. Sich bei Tagungen einschreiben, wieder abhauen und in anderen Firmen Geld als Vorstand kassieren.
Und wir kleinen Leute ackern uns den ganzen Tag den Buckel krumm und haben am Monatsende immer weniger in Tasche.
Dann ist es ja auch kein Wunder, dass immer mehr Leute keine Lust haben um Arbeiten zu gehen. Warum auch, gibt ja keine Motivation hier im Lande. Gezahltes Existenzminimum reicht vielen eben aus.
Ich würde das gerne mal den Politikern ins Gesicht sagen, aber wann bekommt man so einen schon mal vor die Nase...
21. Mai 2008 18:31
wallibelli meint:
Ich wundere mich immer, welch vordergründigen Optimismus
der "Cheflobbyist" Wissmann an den Tag legt.Heute ist der Preis für ein Fass Rohöl auf 132,-Dollar gestiegen.Allgemein wird nun erwartet,daß noch dieses Jahr für ein Barrel 200 Dollar
aufgerufen werden.Bei Spritpreisen von mehr als 2,-€ je Liter,verbleibt den Kunden kaum noch Geld für neue Autos.
Zumal sparsame,CO 2 arme Diesel sich kaum noch lohnen.Wofür ein neues wenn man kaum noch fährt? Die geplanten Mehrverkäufe soll er nach Russland schicken.Dann drücken sie wenigstens nicht noch weiter das desolate Preisniveau hier im Lande.
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