10.12.2008
VDA
Wissmann: "Die deutschen Autohersteller wollen sich weltweit an die Spitze des Wettbewerbs für umweltfreundliche Fahrzeuge setzen."

Wissmann fordert Milliardenhilfen für Öko-Autos

Die deutschen Kfz-Hersteller fordern von der EU zusätzliche Milliarden-Kredite zur Unterstützung ihrer Forschung und Entwicklung umweltfreundlicher Autos. Der Präsident des Verbandes der Automobilindustrie (VDA), Matthias Wissmann, bezifferte in einem Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur den Kreditbedarf auf 20 bis 40 Milliarden Euro. Bei dem EU-Gipfel an diesem Donnerstag und Freitag in Brüssel geht es auch um Hilfen für umweltschonende Industrien.

2007 unterstützte die EU die Autoindustrie mit zinsgünstigen Krediten in Höhe von 7,2 Milliarden Euro. Auch die Auto-Zulieferer setzten auf diese Hilfen. Für sie und die Autobauer sei es derzeit wegen der Finanzkrise sehr schwer, an günstige Krediten heranzukommen, erklärte Wissmann.

Den vor dem EU-Gipfel an diesem Donnerstag und Freitag in Brüssel gefundenen Vereinbarung zu den CO2-Auflagen für die Autoindustrie bezeichnete er als gerade noch tragbar. "Der Kompromiss fordert uns bis an die äußerte Grenze ... Für die Autos ist Schlimmeres verhindert worden." Zusätzliche Absatzimpulse erwartet Wissmann von einer Neuordnung der Kfz-Steuer nach CO2-Ausstoß. Von Verschrottungsprämien wie in Frankreich hält Wissmann dagegen nicht viel. Sie könnten allenfalls zusätzlich infrage kommen.

Weltmarkt noch nicht gesättigt

Wissmann sagte: "Die deutschen Autohersteller wollen sich jetzt weltweit an die Spitze des Wettbewerbs für umweltfreundliche Fahrzeuge setzen." Man werde damit verstärkt auch die US-Autohersteller auf dem amerikanischen Mark angreifen.

Der VDA-Chef sieht den gegenwärtigen Rückgang der Auto-Herstellung in Deutschland nicht als Folge einer Überproduktion in den vergangenen Jahren. Der Weltmarkt sei noch lange nicht gesättigt. Auch der Altersdurchschnitt von Autos in Deutschland sei vergleichsweise hoch. (dpa)

 
 
 
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KOMMENTARE ZUM ARTIKEL

11. Dezember 2008 09:16
Scheintso meint:
Ordnungspolitisch ist das nicht in Ordnung. Aber auch der Staat hat geschlafen. Fehlende CO2 Besteuerung seit Jahren, stattdessen Kappung Pendlerpauschale (gerade erst korrigiert) und steuerliche Bevorzugung von Firmenwagen aller couleur. Keine Anreize, kein Druck. Die Lobby hat erfolgreich gearbeitet. Und nun die Wende um 180 Grad. Wie peinlich!


11. Dezember 2008 09:12
Hans im Glück meint:
Das kommt dabei heraus, wenn zweitklassige Lobbyisten erstklassigen Schwachsinn erzählen.
Wer jahrelang in höchst ignoranter Weise alles blockiert hat , was die nun eingeforderten Entwicklungen anbetrifft und sich lieber mit teuren Fusionen, in den Milliarden vergraben worden sind, beschäftigt hat, der brauch hier keine Forderungen stellen.
Aber es war ja auch so schön z.B. die Hochzeit im Himmel zu feiern und sich zweistellige Millionenbeträge als Salär einzusetzen.
Und jetzt kommt der böse Verbraucher einfach mal auf die Idee und will sparsame Autos haben, ja spinnt der denn?
Auf der anderen Seite haben viel zu viele Dilettanten aus der Politik in einem unsäglichen Zickzack- Kurs es versäumt vernünftige Vorgaben und Rahmenbedingungen zu schaffen.
Aber hinterher wissen es natürlich alle wieder besser.....


11. Dezember 2008 08:49
Im Handel beschäftigt meint:
Wieder einmal nur die Industrie !

Und schon wieder haben unsere "armen" gebeutelten Hersteller einen Fürsprecher gefunden. Hersteller die in den vergangen Jahren Rekordabsätze und Rekordgewinne eingefahren haben. Durch riesige Produktionsausweitungen für "Wachstumsmärkte", überall aber nicht in Deutschland und nun muß die deutsche Regierung, also der Bundesbürger, mit Garantien herhalten um diese Überproduktion für einen globalen Markt zu stützen ?
Wer denkt denn da eigentlich an den Handel ? Dort "an der Front" sind seit Jahren keine riesigen Gewinnspannen oder Rekordergebnisse erzielt worden, dort hat man keine so großen finanziellen Polster.
Aber ich habe bisher keinen Fürsprecher für die Handelsbetriebe wahrgenommen. Zwar kenne ich nicht die genaue Zahl der Beschäftigten im deutschen Automobilhandel, aber ich wette es sind nicht viel weniger als die, die in Deutschland, von Autoproduzenten beschäftigt werden.
Der Handel darf es wieder ausbaden und die Hersteller, die Ihre Politik genauso wie in den letzten Jahren weiterfahren, erhalten staatliche Garantien ( für Ihre Vorstandsgehälter, hauptsächlich ).
Wer garantiert mir im Handel meinen Arbeitsplatz und wo bleibt mein Konjunkturpaket ? Die Hersteller werden nichts von dem was sie vom Staat bekommen an den Handel weitergeben, das ist mal amtlich !
Schauen wir mal, wo wir alle bleiben !?

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