Samstag, 26.05.2012
02.02.2012
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Zeitungen

Wulffs Privatwagen beschäftigt Staatsanwaltschaft

Der Privatwagen von Bundespräsident Christian Wulff und seiner Frau Bettina ist zum Fall für die Staatsanwaltschaft geworden. Die Ermittlungsbehörde in Berlin prüft nach Zeitungsberichten, ob sich Wulff der Vorteilsnahme schuldig gemacht haben könnte. "Es findet bei uns im Hause eine Vorprüfung statt, ob strafbares Verhalten vorliegt", sagte Oberstaatsanwältin Simone Herbeth der "Berliner Zeitung" und der "Frankfurter Rundschau" (Donnerstag). Der Wagen hatte schon Mitte Januar für Wirbel gesorgt, weil Bettina Wulff ihn zu sehr günstigen Leasing-Konditionen bekommen haben soll, was der Anwalt des Bundespräsidenten seinerzeit bestritt.

Den neuen Zeitungsberichten zufolge durfte das Ehepaar Wulff den Wagen vom Typ Audi Q3 schon ab Sommer 2011 offenbar kostenlos fahren - Monate bevor das Modell überhaupt zu kaufen war. Die Lieferung sei von der Spitze der Audi AG veranlasst und der sonst noch nirgends erhältliche Wagen dem Ehepaar Wulff als "Vorserienmodell" zu Promotion-Zwecken zur Verfügung gestellt worden.

Wulff-Anwalt Gernot Lehr hatte Mitte Januar lediglich erklärt, der von Bettina Wulff bestellte Q3 werde erst Mitte dieses Jahres ausgeliefert. Deshalb habe Audi ihr am 22. Dezember "einen Wagen gleichen Fahrzeugtyps gegen Zahlung einer monatlichen Pauschale aus dem eigenen Fahrzeugpark zur Verfügung gestellt". Der Bundespräsident habe den Autohändler "ausdrücklich" aufgefordert, "den ganz normalen Tarif" zu nehmen, und keine "Sonderbehandlung" gewünscht, sagte Lehr seinerzeit der Nachrichtenagentur dpa. Für die Anmietung zahle Frau Wulff monatlich 850 Euro. Es habe keinen "Prominentenrabatt" gegeben.

Dass dem Präsidentenpaar schon Monate vorher ein Fahrzeug gleichen Typs zur Verfügung gestellt worden sein soll, wie die Zeitungen jetzt schreiben, sagte der Anwalt seinerzeit nicht. (dpa)

 
 
 
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KOMMENTARE ZUM ARTIKEL

06. Februar 2012 17:10
K. Wempe meint:
Jetzt haben sie mich aber erwischt, Herr Hölzel.

Aber mal im Ernst. Ich habe mir den "Özdemir Skandal" am WE mal zu Gemüte geführt. Das Vorbildliche ist Cem Özdemirs Reaktion. So wünsche ich mir ertappte Politiker. Das er nicht gewusst haben soll was solch ein VIP Ticket kostet glaube ich ihm vielleicht so nicht.

Egal welche Partei man favorisiert. Wulffs Verhalten als Kavaliersdelikt hinzustellen halte ich für falsch. Wer, wenn nicht unser Präsident, ist denn DIE moralische Instanz im Lande. Für viele sind die Vorbilder allerdings eher bei DSDS oder im Dschungelcamp zu finden.

Allerdings hat es selten einen Artikel hier gegeben, der derart emotional und kontrovers diskutiert wurde. Ich möchte aber auch nicht wissen, wie viele Politiker noch diverse Leichen im Keller haben. Die Presse sollte da nicht locker lassen, wenn auch nur aus niederen Beweggründen. Die platten Parolen wie "Vertrauen zurück gewinnen" glaubt doch eh keiner mehr. Das sehen wir an der nächsten Wahlbeteiligung.


03. Februar 2012 17:50
Dieter M. Hölzel meint:
Verehrter Herr Wempe !

Kaum ist die Tinte unserer Kommentare trocken, ereilt uns die Nachricht von den Herren Özdemir und Kurt Beck. Ich gebe zu, meine
Einlassung war etwas scharf über GRÜNE und SPD, nun aber die Meldung
heute. Sie wollten für Özdemir noch eine Lanze brechen, jetzt hat er
Sie aber eiskalt " erwischt ". Ich bin Ihnen gegenüber n i c h t
schadenfroh, dennoch freue ich mich auf Ihren nächsten Kommentar.Ich lerne daraus, die Politkaste ist eine Rasse besonderer " Güte ", lei-
der verwehrt es mir der Anstand deutlicher zu werden.

Mit besten Grüßen

Dieter M. Hölzel


03. Februar 2012 14:05
uwe meier meint:
@ Thomas Krug
Wie so schön schreben: Ersatzwagen gegen Entgeld. Ist nicht nur bei AUDI so die Regel.
Nur hier geht es leider nicht um einen kostenpflichtigen Ersatzwagen sondern laut Medien um ein mehrere Wochen dauerndes kostenloses Fahren eines noch nicht erhältlichen Modells. Und um den daraus entstandenen geldwerten Vorteil.

Und hätte Frau Bettina Wulff als nicht Präsidentengattin, sondern als reine Privatperson, auch diesen Wagen zu Promotionzwecken bekommen?

Und die Staatsanwaltschaft ist, so habe ich es gelesen, von sich aus tätig geworden, die Medien haben nur ihre Pflicht zur Berichterstattung wahrgenommen.

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