Mittwoch, 08.02.2012
07.01.2010
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Verband

ZDK erwartet mehr Insolvenzen

Wegen des erwarteten Einbruchs beim Pkw-Absatz in Deutschland rechnet der Zentralverband des Deutschen Kraftfahrzeuggewerbes (ZDK) mit einer drastischen Beschleunigung des Händlersterbens. "Die Zahl der Händlerinsolvenzen wird in diesem Jahr wohl um 20 Prozent auf etwa 1.200 steigen", sagte ZDK-Präsident Robert Rademacher der "Berliner Zeitung" (Donnerstag). Für dieses Jahr erwartet der Verband nur noch 2,7 bis 2,8 Millionen Pkw- Neuzulassungen in Deutschland. Das wären eine Million Autos weniger als 2009. Rademacher bezifferte zugleich die Kapazität des deutschen Händler- und Werkstattnetzes auf 3,3 bis 3,5 Millionen Neuwagen. Rademacher räumte ein, dass es erhebliche Überkapazitäten in der Branche gebe. Deshalb bestehe Konsolidierungsbedarf: "Wir stecken mitten in einem Anpassungsprozess. Wenn heute ein Kfz-Unternehmen im Schnitt zwei Betriebe hat, werden es in acht bis zehn Jahren vier sein", sagte er. Die Zahl der Unternehmen wird sich nach seiner Darstellung in dieser Zeit auf weniger als 5.000 halbieren. Die Zahl der Betriebe werde hingegen von jetzt 20.000 auf allenfalls 15.000 schrumpfen. Laut einer Schätzung der Bamberger Forschungsstelle Automobilwirtschaft seien in Deutschland dieses Jahr 6.000 Autohäuser gefährdet, schreibt die "Financial Times Deutschland" (Donnerstag). Peter Fuß, Autoexperte beim Unternehmensberater Ernst & Young, glaubt, dass nicht nur die schwache Nachfrage Autohändler in die Existenznot treibt. "Viele Händler leiden unter hausgemachten Problemen", sagte er der Tageszeitung. "Wir haben in den vergangenen Jahren immer wieder beobachtet, dass Händler extrem unprofessionell agieren." Firmen würden ihre Kundendateien nicht pflegen, Interessenten ignorieren, geschweige denn nach einiger Zeit anrufen oder schreiben, um Kontakt zu halten. Probefahrten seien oft schwer zu bekommen, manchmal würden potenzielle Käufer nicht einmal beachtet, wenn sie die Schauräume beträten, sagte der Berater gegenüber der "Financial Times Deutschland". (dpa/se)

 
 
 

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