ZDK trotz schwachen Pkw-Geschäfts optimistisch

07.09.2006 12:56 Uhr
Blick in die Glaskugel: Wie entwickelt sich das Kfz-Geschäft?

Verband erwartet Umsatzwachstum von fünf Prozent im Service- und Teilegeschäft

Das deutsche Kraftfahrzeuggewerbe bleibt trotz unbefriedigender Neu- und Gebrauchtwagenverkäufe für das laufende Jahr optimistisch. Im Service und im Teilegeschäft erwarte die Branche ein Umsatzwachstum von fünf Prozent auf 27 Mrd. Euro, sagte der Vizepräsident des Zentralverbands des Deutschen Kraftfahrzeuggewerbes (ZDK), Wilhelm Hülsdonk, am Donnerstag in Frankfurt. Insgesamt werde ein Anstieg der Erlöse von 125,5 Mrd. Euro im Vorjahr auf rund 130 Mrd. Euro erwartet. Wenige Tage vor dem Beginn der Messe Automechanika, die am kommenden Dienstag in Frankfurt eröffnet wird, bestätigte der Verband die Prognose im Neuwagengeschäft von plus zwei Prozent auf 3,41 Mio. Zulassungen in 2006. Damit könne man aber nicht zufrieden sein. "Dem privaten Käufer ist das Sparschwein lieber als ein neues Auto", sagte Hülsdonk. Auch das Geschäft mit gebrauchten Pkw spiegele die Kaufzurückhaltung der Privatkunden wider. Nach vorläufigen Zahlen könne der Fachhandel bis zum Jahresende mit einem leichten Plus von einem Prozent rechnen. "Beim Autoverkauf fahren wir den Planzahlen hinterher." Diesen Trend könnten auch die erwarteten vorgezogenen Käufe vor der Mehrwertsteuererhöhung im Januar nicht umkehren. Gleichzeitig kritisierte der Verband die Zahlungsmoral der Hersteller. "Zum anderen hören wir von der Lieferung nicht bestellter, aber berechneter Waren bei Teilen und Neuwagen", sagte Hülsdonk, ohne Namen der Hersteller oder Zulieferer zu nennen. Auf Grund deutlicher Zuwächse im Service- und Teilegeschäft bleibe die Branche aber zuversichtlich. Wachstumsmärkte seien vor allem das Reifengeschäft, aber auch die Nachrüstung mit Rußpartikelfiltern, Tagfahrlicht oder Navigationssystemen. Mit Blick auf die Steuererhöhung zum Januar 2007 will der ZDK vorbeugend die zunehmende Schwarzarbeit bekämpfen. Rund zehn Prozent des Service-Volumens gingen im automobilen Service durch "private Dritte" verloren – mehrheitlich bedeute dies Schwarzarbeit, so Hülsdonk. Dies addiere sich auf rund drei Mrd. Euro. Die Zahl der Insolvenzen ging den Angaben zufolge im ersten Halbjahr um 35 Prozent auf 200 zurück. Damit vertritt der Verband heute 40.500 Kfz-Meisterbetriebe nach 47.000 vor sechs Jahren. Abschließend ging Hülsdonk auf die Investitionen ein. Insgesamt gebe es mit 732 Mio. Euro ein Plus von acht Prozent. Die "Phase der baulichen Zwangsinvestitionen" scheine im Kfz-Gewerbe vorbei zu sein, sagte der ZDK-Vizepräsident mit Hinweis auf ein Minus von 25 Prozent bei den Investitionen in Grundstücke und Gebäude. Hingegen wachse das Investitionsvolumen im Service. Rund 25.000 Kfz-Meisterbetriebe wollten in diesem und im nächsten Jahr 484 Mio. Euro in das Service-Equipment investieren. Investitionen in Gebäude und Grundstücke planten 7.500 Unternehmen. (pg)

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