DaimlerChrysler-Chef Dieter Zetsche schließt bei der Motorenentwicklung eine Zusammenarbeit mit dem Konkurrenten BMW nicht aus. "Ja, warum nicht? Der Porsche Cayenne wurde auch mit einem VW-Antrieb erfolgreich", sagte Zetsche in einem Gespräch mit dem Nachrichtenmagazin "Spiegel". Eine Zusammenarbeit bei einzelnen Themen habe zwei Vorteile: Sie senke die Kosten, und man könne Ziele gemeinsam schneller erreichen. "Das Risiko ist, dass die Unterschiede zwischen zwei Marken zu verwässern drohen", so Zetsche. Dies wäre bei Kooperationen mit BMW nicht unerheblich, "weil wir im gleichen Segment arbeiten". Andererseits seien aber auch die Chancen besonders groß, weil wir "technologisch ähnlich anspruchsvolle Fahrzeuge herstellen", sagte der DaimlerChrysler-Chef. "Ich will solche Kooperationen nicht ausschließen, wenn sie für beide Seiten Sinn machen." Eine Überkreuzbeteiligung beider Unternehmen lehnt Zetsche jedoch ab. Er erklärte, dass die Stuttgarter auf die Entwicklung bei Chrysler nach der Mehrheitsübernahme durch den Finanzinvestor Cerberus kaum noch Einfluss haben. So war die überraschende Ernennung eines neuen Chrysler-Chefs mit ihm nicht abgestimmt. Auf die Frage, wann er davon erfahren habe, sagte Zetsche dem Magazin: "Ich erfuhr davon nach der Entscheidung, aber vor der Veröffentlichung." Daimler hält weiterhin knapp 20 Prozent an Chrysler, Cerberus besitzt gut 80 Prozent. (dpa)
Zetsche denkt über Motorenkooperation mit BMW nach
"Durch Zusammenarbeit können Kosten gesenkt und Ziele schneller erreicht werden" / Aber: Marken drohen zu verwässern