Samstag, 26.05.2012
24.09.2009
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IAA-Forum

"Zukunftstechnologien fallen Preisdruck zum Opfer"

Bei wichtigen Zukunftstechnologien hinkt die deutsche Automobilindustrie der weltweiten Konkurrenz nach Gewerkschaftsansicht hinterher. "Hieran haben auch die Hersteller Schuld", sagte der Erste Vorsitzende der IG Metall, Berthold Huber, am Donnerstag auf der IAA in Frankfurt. "Jahrelang haben sie ihre Lieferanten ausgepresst." Die wenigsten Zulieferer hätten für schlechte Zeiten Reserven bilden können. Das räche sich jetzt. "Bei wichtigen Zukunftstechnologien wie der Batterietechnologie verfügen wir in Deutschland nicht mehr über das notwendige Wissen. Es ist dem Preisdruck zum Opfer gefallen", betonte Huber. Der IG Metall-Chef forderte deshalb bei einem gemeinsamen Forum mit dem Branchenverband VDA erneut, dass der Staat den Zulieferern über einen Fonds Kapital zur Verfügung stellt. Das Geld solle Unternehmen zugutekommen, die gute Produkte haben, aber wegen der zögerlichen Kreditvergabe der Banken in Schwierigkeiten geraten sind. Es könne verzinst und später zurückbezahlt werden. Huber unterstrich: "Die Zulieferer sind die Keimzelle von Innovationen in der Automobilindustrie. Sie müssen in der Krise stabilisiert werden." VDA-Präsident Matthias Wissmann verwies hingegen auf die anhaltende Innovationskraft der Branche. "Unsere Unternehmen zeigen hier auf der IAA: schwierige Zeiten sind kein Stoppschild für Innovationen. Im Gegenteil." Allerdings stehe die Branche vor einem bislang beispiellosen technologischen Wandel. Die Klimadebatte, die Notwendigkeit zur Minderung des Schadstoffausstoßes oder ein verändertes Konsumentenverhalten "erzwingen fast eine Neuerfindung des Automobils", sagte Wissmann. Es müsse daher alles daran gesetzt werden, dass die deutsche Automobilindustrie "Taktgeber einer globalen Branche" bleibe. Dass die deutschen Hersteller bislang relativ glimpflich durch die Wirtschaftskrise gekommen sind, ist nach Einschätzung von Huber in erster Linie der Abwrackprämie zu verdanken. "Die Umweltprämie und die veränderten Regelungen zur Kurzarbeit haben bisher Massenentlassungen in der Automobilindustrie verhindert", sagte er. Allein die Abwrackprämie habe rund 200.000 Menschen vor Kurzarbeit und einem möglichen Arbeitsplatzverlust bewahrt. Zudem habe die Prämie die Sicherheit der Autofahrer erhöht und den Schadstoffausstoß deutlich verringert. "Der Anteil von sparsamen, kleinen Autos an den Neuzulassungen steigt auf einen Schlag um 80 Prozent." Staat wendet unterm Strich 1,4 Milliarden auf Huber betonte, dass die Umweltprämie den Staat im Saldo deutlich weniger gekostet habe als die fünf Milliarden Euro, die für die Subvention aus dem Konjunkturpaket zur Verfügung standen. "Der Finanzminister bekommt die Mehrwertsteuer, die auf den Gesamtpreis des Neufahrzeugs anfällt. Nach Berechnungen der IG Metall fließen rund 2,5 Milliarden Euro an die öffentliche Hand zurück." Dass dank der Prämie weniger Kurzarbeitergeld bezahlt werden musste, habe den Staat nochmals um 1,1 Milliarden Euro entlastet. (dpa)

 
 
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