Samstag, 26.05.2012
19.05.2009
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Autokrise

Zulieferer setzen Rotstift an

Die Absatzkrise in der Automobilindustrie führt 2009 weltweit zu einem massiven Stellenabbau in der Zulieferindustrie. Das geht aus einer am Dienstag in Frankfurt veröffentlichten Studie des Verbands der Automobilindustrie (VDA) und der Managementberatung Oliver Wyman hervor. Von den weltweit 7,4 Millionen Stellen der Branche könnten demnach bis Jahresende 15 Prozent abgebaut werden. Allein im deutschsprachigen Raum hätten seit November 2008 mehr als 30 Unternehmen Insolvenz angemeldet, in den USA sei derzeit rund die Hälfte der 30 größten Automobilzulieferer insolvenzgefährdet. Für die Studie wurden im März und April 120 Branchenmanager aus Europa, Asien und Nordamerika zur Lage ihrer Unternehmen befragt. Sie gaben an, ihre Stammbelegschaft bis Ende März bereits um zehn Prozent reduziert zu haben. Leiharbeiter seien komplett abgebaut und Zeitverträge nicht verlängert worden. 70 Prozent der Zulieferfirmen hätten zudem Kurzarbeit beantragt. Um zu überleben, müssten die Unternehmen nach der erfolgten Sicherung der Liquidität nun eine umfangreiche Restrukturierung vorantreiben. "Die Krise trifft die Zulieferer weltweit mit voller Wucht: Im ersten Quartal 2009 brach der Umsatz um 35 Prozent ein, fast alle Unternehmen machten Verluste", berichteten VDA und Wyman. Mit Gewinnen werde weder 2009 noch 2010 gerechnet. Nach der Prognose könnten 2009 bis zu 8,7 Millionen Fahrzeuge weltweit weniger produziert werden als im Vorjahr. Nach mehreren guten Jahren in Folge mit einem durchschnittlichen Umsatzwachstum von 3,2 Prozent zwischen 2004 und 2008 werde die Branche im laufenden Jahr rund drei Prozent am Umsatz einbüßen. Eine Rückkehr auf das Niveau von 2007 werde frühestens im Jahr 2014 erreicht. Deutsche Zulieferer als Krisengewinner? Hoffnung macht die Untersuchung der heimischen Industrie: "Die deutschen Zulieferer haben die Chance, als Gewinner aus der Krise hervorzugehen", heißt es darin. Sie würden schon heute zahlreiche Erfolgsfaktoren wie Kundenorientierung, Kostenführerschaft und Innovationskraft erfüllen. Künftig würden aber auch "weiche" Faktoren wie Kompetenz bei unternehmerischem Handeln, aktive Nutzung der Globalisierung und eine starke Netzwerkfähigkeit an Bedeutung gewinnen. (dpa/rp)

 
 
 
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