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9. Tag der Automobilwirtschaft
Zuversicht in der Krise
Die Referenten auf dem 9. Tag der Automobilwirtschaft haben der krisengeschüttelten Autobranche mehrheitlich Mut zugesprochen. "Die Autoindustrie hat eine glänzende Zukunft", erklärte Willi Diez, Leiter des Instituts für Automobilwirtschaft (IFA) und Organisator des Branchentreffens, am Donnerstag in Nürtingen vor der Rekordkulisse von 550 Besuchern. Auch künftig würden die Menschen nicht auf das Auto verzichten. Daimler-Chef Dieter Zetsche sagte in seiner Eröffnungsrede, die aktuelle Krise wirke wie ein Katalysator. "Jetzt wird sich zeigen, wer überlebensfähig ist". In jeder schwierigen Situation gebe es Gewinner und Verlierer. Die deutschen Hersteller seien aber diesbezüglich besser aufgestellt als die internationale Konkurrenz. Den Vertriebspartnern und Zulieferern versprach Zetsche, sie "nicht im Regen stehen zulassen". Eine "Rundum-Schönwettergarantie" könne es aber nicht geben. ZDK-Präsident Robert Rademacher forderte in seinem Grußwort eine grundlegende Modifikation des Geschäftsmodells. Derzeit gebe es noch "ein Zuviel an Ware und ein Zuwenig an Rendite". Dieser Bestandsdruck müsse abgebaut werde. Laut Rademacher schreiben aktuell mehr als die Hälfte der Autohäuser rote Zahlen. Zetsche und der deutsche VW-Vertriebschef Werner Eichhorn betonten, die Ertragssituation im Handel nachhaltig sichern zu wollen. Hersteller und Händler müssten jetzt noch enger zusammenarbeiten. Hilfsappell an alle Hersteller DAH- und Dürkop-Geschäftsführer Stefan Quary appellierte an alle Hersteller, kurzfristige Supportmaßnahmen nach dem Vorbild von Mercedes und VW (wir berichteten) zu ergreifen. Diese Vertriebsprogramme müssten einfach gehalten sein, damit sie auch für den Verkäufer am Point of Sale beherrschbar seien. Mittel- und langfristig seien u.a. eine zeitgemäße Produkt- und Preispolitik, eine an den veränderten Markt angepasste Produktion und eine "praxisgerechte" Umsetzung einer neuen Kfz-GVO wünschenswert. Burkhard Weller, Geschäftsführer der Wellergruppe, schlug ein denkbar einfaches Margen- und Bonussystem mit nur einer Grundmarge und einem Leistungsbonus vor. Den Retail-Bemühungen der Autoindustrie erteilte er eine klare Absage: "Die Hersteller sollen ein gutes Produkt herstellen und dafür überregional Werbung machen – den Verkauf übernimmt der Handel." Mit dem Ausspruch "Machen!" forderte Weller seine Handelskollegen auf, die dramatischen Veränderungen auf dem Automarkt aktiv anzugehen. "Wir werden aus der Krise gut herauskommen", sagte er. (rp) Ein ausführliches Interview mit ZDK-Präsident Robert Rademacher lesen Sie heute bei AutoServicePraxis.
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