TÜV SÜD: "Wir schaffen Vertrauen in neue Antriebe"

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Starker Partner rund um die E-Mobilität: TÜV SÜD unterstützt nicht nur die Automobilhersteller bei der Entwicklung alternativer Antriebe, sondern nutzt sein Know-how auch für Partner im Handel, um sie fit zu machen für das Zeitalter der Elektromobilität. Wer untersucht künftig die Leistungs­fähigkeit einer gebrauchten Hochvolt­batterie und prüft ihre Sicherheit? Wer schult Autohaus-Mitarbeiter rund um die Elektromobilität? Klarer Fall: TÜV SÜD.

Pascal Mast ist bei TÜV SÜD gewissermaßen der personifizierte  „alternative Antrieb“ im Konzern, als Director New Technologies and Sustainable Services. „Nachhaltig“, das bedeutet für Mast allerdings nicht zwangsläufig nur „Elektro­mobilität“. Die politisch gesteckten Ziele hinsichtlich einer Reduktion von Schadstoffen und CO2-Minimierung sind für ihn nicht alleine durch die Erneuerung des Fuhrparks zu erreichen, auch das Betreiben des bestehenden Fuhrparks mit alternativen Kraftstoffen dürfe nicht ausgeklammert werden: „Das verringert den CO2-Ausstoß, reduziert die Emissionen und nutzt vorhandene Technologie länger. Auch das ist nachhaltig“, erläutert Mast.

Vertrauen schaffen
Dennoch kreist auch in seinem Wirken aktuell viel um die batterieelektrische Mobilität und die Besonderheiten, die sich unter anderem für den Handel und dessen Kunden daraus ergeben.  „Unsere Aufgabe ist es hier, Vertrauen in die neuen Antriebstechnologien zu schaffen“, sagt Mast. Ein großes Thema bei rein elektrischen Fahrzeugen ist die Akku-Gesundheit. Wie viel Restkapazität und damit Reichweite stecken noch in der Traktionsbatterie? „Das hängt ja nicht unwesentlich davon ab, wie der Vorbesitzer damit umgesprungen ist. Für den Gebrauchthandel mit batterieelektrischen Fahrzeugen ist das eine sehr entscheidende Frage.“ Dass Laien der Technik nicht unter das Blechkleid schauen können, das war eigentlich auch schon bei Verbrennerantrieben ein Pro­blem: Wer kann als Nicht-Techniker schon erahnen, wie es um ein gebrauchtes Benzin- oder Dieselaggregat bestellt ist? Den Zellen eines Akkus bringen Kunden und Händler allerdings aktuell oft Misstrauen entgegen – bei Innovationen allgemein ein nicht sonderlich überraschendes Verhalten.


"Die Angst davor, dass die Batterie schnell an Kapazität und Leistung verliert, ist unbegründet."

Pascal Mast, Director New Technologies and Sustainable Services bei TÜV SÜD


Akku-Check bringt Klarheit
„Die Angst davor, dass die Batterie schnell an Kapazität und Leistung verliert, ist zwar in der Breite unbegründet, aber im Einzelfall kann eine Batterie schon deutlich an Kapazität verlieren.“ TÜV SÜD sieht es daher als wichtige Aufgabe, durch einen unabhängigen, professionellen Akku-Check Vertrauen durch Transparenz zu erzeugen. Das helfe dem Gebrauchtmarkt für E-Fahrzeuge und in der Folge auch dem Neufahrzeugverkauf, denn die Restwertentwicklung von Automobilen sei nun einmal entscheidend für deren Markterfolg insgesamt, sagt Mast. Technisch erfolge die Prüfung des Akkus über Umwege, berichtet er, denn den Zugriff auf die Akkudaten selbst gewähre aktuell kein Hersteller. Derzeit ist das Prüfverfahren mit einem Partner in der Entwicklung, es handelt sich um eine kurze Messung des Innenwiderstands der Batterie und der Induktion. Der Test lässt sich in wenigen Minuten durchführen. Damit sei es dann laut Mast ohne Weiteres möglich, zum Beispiel einen BEV-Leasing­rückläufer einem kurzen Check zu unterziehen. Der Check sei zwar nicht  „auf den Kilometer exakt“, aber vermittle einen guten Eindruck vom Gesamtzustand. So wie man das eben auch von konventionellen Fahrzeugen kennt und erwartet. Abgerundet wird dieser Service von einer allgemeinen Sicherheitsprüfung.

Ideal fände es Mast allerdings, wenn sich in Zukunft der sogenannte „Batterie-Pass“ – eine Art Geburts­urkunde des Akkus, die vom Hersteller angelegt wird – zu einem elektronischen Batterie-Lebenslauf fortschreiben lassen könnte. Der Batterie-Pass listet insbesondere auf, aus welchen Materialien sich der Energiespeicher zusammensetzt, eine verschlüsselte Info, die vor allem später beim Recycling interessant wird. „Ein Lebenslauf könnte bei jedem Werkstattcheck oder jeder HU/AU aktualisiert werden – und wäre für den Verkäufer ein Preisargument sowie für einen Folgebesitzer Nachweis der Werthaltigkeit seiner Investition“, erläutert Mast. Dazu müsste die Information seitens Hersteller aber unverschlüsselt und normiert vorliegen, ähnlich den Werten zum Abgasverhalten und per OBD auslesbar.


Know-how fördern

Fachkräfte in Werkstätten oder bei Auto­mobilherstellern müssen den Umgang mit Hochvoltsystemen sicher beherrschen, denn bei Hybrid- und Elektrofahrzeugen treten bis zu 1.000 Volt Spannung auf. Verkäufer sollten zumindest die Grundzüge der neuen Technologien kennen, um die Kunden möglichst kompetent beraten zu können, wenn es beispielsweise um Wallboxen oder um Ladestationen geht. Die TÜV SÜD
Akademie bietet Betrieben im Bereich Elektromobilität ein breites Schulungsangebot für Werkstattprofis und auch für Verkäufer. Nur einige Auszüge:

  • Elektrotechnisch unterwiesene Person für Arbeiten an Kfz mit HV-Systemen, Stufe 1
  • Elektrofachkraft für HV-Systeme in Kraftfahrzeugen, Werkstattpersonal (gesonderter Kurs auch für Motorräder)
  • Fach- und Führungsverantwortung für Arbeiten an Kfz mit HV-Systemen
  • Basiswissen Elektrotechnik und Ladetechnik für Automobilverkäufer


Partner für öffentliches Laden
TÜV SÜD ist auch der richtige Partner für Betreiber öffentlich zugänglicher Ladepunkte, hilft bei der Einhaltung der aktuellen Ladesäulenverordnung (LSV) während der Installation und übernimmt zum Beispiel die wiederkehrenden Prüfungen im Betrieb. Intern von Privatpersonen oder Betrieben verwendete Wallboxen sind hier nicht umfasst.   „Allerdings ist zu deren Installation und Wartung fundiertes Wissen erforderlich“, so Mast. Mit der neuen Schulung „Erst- und Wiederholungsprüfung von elektrischen Ladesäulen“ bietet die TÜV SÜD Akademie jetzt ein speziell darauf abgestimmtes Weiterbildungsangebot.

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