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Kommentare (4) 26. March 2018

Auto-Stammtisch: Lidl – ob das Beispiel Schule macht?

Patrick Neumann

Diese Meldung hat Ende vergangener Woche für Aufsehen gesorgt: Einem Medienbericht zufolge drängt es die Schwarz-Gruppe ins Remarketing von Gebrauchtfahrzeugen. Noch dazu mit einem konzerneigenen Autohaus in Weinsberg bei Heilbronn, über das die gebrauchten Firmenwagen selbst vermarktet werden sollen. Das meldete zumindest das "Manager Magazin". Doch warum macht die Konzernmutter des Discounters Lidl und der Lebensmittelkette Kaufland diesen Schritt? Eine Unternehmensgruppe, die mit einem Umsatz von 90 Milliarden Euro als größter Handelskonzern Deutschlands gilt?

Der Deal mit BMW scheint einfach zu gut gewesen zu sein – das ist schlicht die Antwort. Denn laut dem Bericht geben die Münchner 48 bis 50 Prozent Nachlass auf den Listenpreis. Da wechselt man in Neckarsulm schnell von "Vorsprung durch Technik" zur "Freude am Fahren". Nach sechs Monaten stehen die Premium-Fahrzeuge mit dem weiß-blauen Propeller dann auf dem Weinsberger Gebrauchtwagenplatz – und nun heißt es Geschäfte machen.

Leider kann ich mir gut vorstellen, dass das Lidl-Modell den einen oder anderen Nachahmer auf den Plan rufen wird. "Der Wandel und die Strukturen im Autovertrieb sind wirklich nicht mehr erfreulich für den Handel", schreibt ein Kommentator auf unserer Website. "Da tritt eine Lebensmittelkette als Vermarkter ihrer Dienstwagen auf und in Wirklichkeit verdient sie blendend dabei, wenn ich richtig rechne." Dem ist nichts hinzuzufügen.

Digitale Grüße

Patrick Neumann,
stellvertretender Chefredakteur AUTOHAUS

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4 Kommentare
1
Fritzchen
06.04.2018

Gibt es wirklich noch Gläubige, die der Meinung sind, dass es einen Hersteller noch interessiert wie es dem Handel geht? Momentan geht es doch nur darum den (vermeintlich schwachen) Handel los zu werden. Der geneigte Volkswagenkonzern schafft das mit seinen Schummeldieseln an denen kleine und mittlere Händler ersticken werden und hier BMW, die die Jahres-; Vorführwagen und Tageszulassungen ihrer kompletten Vertriebsorganisation buchstäblich "alt" aussehen lassen. Und die Händlerverbände ? Kontinuierliche Ja-Sager und Abnicker die vorerst am Leben gelassen werden gibt es da natürlich nicht... Schmeisst den dekadenten Herstellern die Brocken hin oder versucht Euch mit "gut" bezahlten Gewährleistungsarbeiten über Wasser zu halten. -Wenn das denn gehen sollte...-

2
Jörg Herrmann
04.04.2018

Ganz erstaunlich, dass es so viele Jahrzehnte gedauert hat, bis endlich ein "Großkunde" seine eigene Flotte professionell selbst vermarktet? In kürzester Zeit werden ambitionierte Flottenbetreiber dieses Geschäftsmodell des Einzelhandelsgiganten aus Neckarsulm kopieren. Und dann sofort in Wettbewerb zum traditionellen Autohaus zum Kampf um die Endkunden antreten. Viel Spaß dabei!

3
Lars Wassenaar auto-guenstiger GmbH
27.03.2018

Wie lange wird es dann dauern, bis VW seine hauseigenen Bratwürste eigenständig vermarktet ?Ich hoffe inständig, dass der BMW Händlerverband gegen dieses Geschäftsmodell auf die Barrikaden geht.

4
reske
27.03.2018

Das machen andere Firmen doch schon lange! Zu viele Überproduktionen.

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