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06.07.2016 VDA-Kongress
So sieht die Mobilität der Zukunft aus
VDA-Kongress
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Großes Interesse: Über 600 Personen nahmen am 18. Technikkongress des VDA in Ludwigsburg teil. Die Eröffnungsrede der Veranstaltung hielt VDA-Präsident Matthias Wissmann.
© Foto: VDA

Der 18. Technische Kongress des Verbandes der Automobilindustrie (VDA) am 17. und 18. März stand ganz im Zeichen der Mobilität der Zukunft. Über 600 Teilnehmer aus Wirtschaft, Wissenschaft und Politik kamen in das Forum am Schlosspark in Ludwigsburg, um sich über die Neuheiten der ­Automobilindustrie zu informieren. Eröffnet wurde die Veranstaltung von Matthias Wissmann, Präsident des VDA, der in seiner Rede über die Herausforderungen der deutschen Automobilindustrie sprach. Darüber hinaus gaben viele hochrangige Vertreter der Automobilindustrie in ihren Keynotes Einblicke in die Innovationskraft der Branche, auch die ­Bundesregierung war vertreten. Drei entscheidende Trends wurden auf der Veranstaltung diskutiert: automatisiertes und vernetztes Fahren, Elektromobilität sowie die Emissionsreduktion bei konven­tio­nellen Verbrennungsmotoren.

Trend 1: Automatisiertes Fahren
Laut einhelliger Expertenmeinung wird das vernetzte und automatisierte Fahren einen entscheidenden Beitrag zu mehr Verkehrssicherheit leisten. Wenn Autos miteinander kommunizieren und sich ­gegenseitig warnen können, werden die Unfallzahlen deutlich zurückgehen. In den nächsten drei bis vier Jahren wollen die deutschen Autohersteller und Zulieferer laut VDA deshalb 16 bis 18 Milliarden Euro in die Technik investieren. Einen Vorgeschmack auf dem Weg zum autonomen Fahren zeigt sich bereits in modernen Fahrzeugen, die vermehrt Fahrer­assistenzsysteme (FAS) für assistiertes und teilautomatisierte Fahren nutzen, beispielsweise in der neuen E-Klasse von Mercedes-Benz. In einigen Jahren werden erste hoch- und vollautomatisierte Fahrzeuge verfügbar sein.

Das Valet-Parking von Bosch wurde als Beispiel für das Parkhaus der Zukunft genannt und soll noch Ende des Jahrzehnts in Betrieb gehen. Der Fahrer stellt dabei sein Auto vor dem Parkhaus ab und der Wagen sucht sich selbstständig einen freien Platz. Mit einer besseren Parkraumnutzung in Städten sollen sich zudem bis zu 30 Prozent an Emissionen einsparen lassen.

Trend 2: Elektromobilität
Die deutsche Automobilindustrie hat laut VDA in den vergangenen Jahren 14 Milliarden Euro in die Elektromobilität investiert. Rund 30 Serienmodelle, die rein batterie-elektrisch, als Plug-in-Hybrid oder mit Range-Extender angetrieben werden, sind von deutschen Marken bereits verfügbar. Dennoch rollen in Deutschland gerade einmal rund 50.000 Elektroautos. Gründe für die Kauf-Zurückhaltung sind neben der fehlenden Lade-Infrastruktur eine geringe Reichweite sowie ein hoher Kaufpreis der Fahrzeuge. Rainer Bomba, Staatssekretär im ­Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur, möchte die Rahmenbedingungen verbessern: „Wir fördern die Elektromobilität und den Ausbau der Lade­infrastruktur in ganz Deutschland (...)“.

Autohersteller Porsche arbeitet zudem an einer schnelleren Ladetechnik: Die ­Serienversion der Konzept-Studie „Mission E“ soll die 800-Volt-Technologie zum Laden des Lithium-Ionen-Akkus nutzen. Damit ist ein besonders schnelles Laden in rund 15 Minuten möglich. Auch die Entwicklung der Batterietechnik muss laut Dr. Rolf Bulander, Geschäftsführer der Robert Bosch GmbH, vorangetrieben werden: „Wir müssen weiterhin in Forschung und Entwicklung von Zell- und Batterietechnologie investieren und auch das Thema Zellproduktion im Auge behalten.“

Trend 3: Emissionsreduktion
Trotz des unumkehrbaren Trends zur Elektromobilität ist der Verbrennungs­motor noch lange nicht Geschichte und wird voraussichtlich als Teil eines Hybridantriebs weiter bestehen bleiben. „Auch im Jahr 2050 wird es noch neue Pkw und Lkw mit Verbrennungsmotoren geben“, ist sich Reinhard Otten, bei Audi für Nachhaltige Produktentwicklung zuständig, sicher. Und obwohl der Diesel wegen der Abgasproblematik momentan in der Kritik steht, ist er für eine CO2-Senkung der ­Autoflotten unabdingbar. Mit besseren Abgastechnologien lassen sich jedoch anspruchsvolle Schadstoff-Grenzwerte im Labor und auf der Straße einhalten. Das beweist der neue Dieselmotor „OM654“ von Mercedes-Benz, der in der neuen E-Klasse zum Einsatz kommt und bereits für den ab 2017 kommenden Straßentest RDE (Real Driving Emissions) und den neuen WLTP-Prüfzyklus ausgelegt ist.

Eine andere Form der Emissions-Reduzierung sieht Jean-Dominique Senard, Vorsitzender des Vorstands vom Reifenhersteller Michelin. „Innovative Reifen leisten weiterhin einen signifikanten Beitrag zur Reduzierung von CO2-Emissionen im Straßenverkehr und sorgen für die größtmögliche Effizienz der eingesetzten Rohstoffe (...)“. Das gelte auch für lang­lebige Reifen.

Kurzfassung
Auf dem 18. Technischen Kongress des VDA standen die aktuellen Herausforderungen der Automobilindustrie im Vordergrund. Automatisierte und vernetzte Fahrzeuge sollen die Verkehrssicherheit erhöhen, die Elektromobilität muss weiter vorange­trieben werden und der Verbrennungs­motor ist noch kein Auslaufmodell. (Alexander Junk)

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