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Mazda-Händlerverbandstagung: Weiter Unklarheit bei Serviceverträgen

Die Vertreter des Mazda-Händlerverbandes (v.li.): Geschäftsführer Marcus Weller, Präsident Werner Prange, Thomas Haselbach, Marco Böttcher, Christian Fischer, Mathias Hüls, Birgit Reis und Thomas Beimfohr präsentierten die Arbeit des MHV in lockerer Runde.
© Foto: Doris Plate/AUTOHAUS

Den Mazda-Händlern liegen die von ihrem Importeur bestätigten Serviceverträge immer noch nicht vor. Zwischen den Parteien besteht noch Uneinigkeit über die Ausgestaltung der Direktannahme und die Verwendung der Kundendaten.

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Von Doris Plate/AUTOHAUS

Wie groß muss eine Direktannahme sein und wie dürfen die Kundendaten verwendet werden? Diese beiden Fragen verhindern derzeit noch die Rückbestätigung der Mazda Serviceverträge. Das wurde anlässlich der Mazda Händlerverbandstagung am Samstag in Potsdam bekannt. Im November 2017 hatte Mazda Motors Deutschland (MMD) die neuen Serviceverträge nach Kündigung der aktuellen an die Partner versandt. Diese sollen ab Januar 2019 gelten. Die meisten Händler haben diese wohl auch unterzeichnet und an ihren Importeur zurückgeschickt. Wie viele Serviceverträge verschickt wurden und wie viele zurückkamen, gaben die Verantwortlichen nicht bekannt.

Die Autohäuser haben aber bislang die wiederum von MMD gegengezeichneten Verträge nicht bekommen. Die Leverkusener bemängeln nämlich bei einigen Partnern noch die Größe der Direktannahme. Auch bei der Ausgestaltung der Datenschutzerklärung (DSE) ist man sich nicht einig. Während der Händlerverband davon ausgeht, dass die DSE nicht zum Händlervertrag passt und deshalb geändert werden muss, meint MMD, dass die Marketingrichtlinie geändert werden muss, damit die DSE zum Vertrag passt. Diese Meinungsverschiedenheit soll nun vom Landesdatenschutzbeauftragten des Landes Nordrhein-Westfalen – in dem Leverkusen liegt – geklärt werden. Das beschlossen die Teilnehmer der Mazda-Händlerverbandstagung einstimmig mit nur einer Enthaltung. Die Formulierung der entsprechenden Anfrage liegt den Importeursvertretern bereits vor.

Wer darf was mit den Daten machen?

Die Klärung dieser Frage ist für den Handel sehr wichtig. Denn was zunächst nach einem bürokratischen Problem klingt, könnte über die Zukunft des Handels entscheiden: Die Geschäfte von morgen werden zum großen Teil davon beeinflusst werden, wer die Daten wie nutzen kann. Zum Beispiel geht es darum, ob der Hersteller/Importeur die Kundendaten nutzen kann, um am Handel vorbei direkt an die Kunden Angebote zu machen, an denen der Händler dann in Zukunft nichts mehr verdient. Oder ob er – wie jetzt bei Skoda vereinbart – auch an allen direkt an seine Kunden angebotenen Leistungen mitverdient.


MHV-Jahreshauptversammlung 2018

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MMD-Geschäftsführer Bernhard Kaplan konnte sich zu einer solchen Zusage bislang nicht durchringen, obwohl die Händler das fordern. Die bisherigen Verhandlungen zu dem Thema bezeichnete Händlerverbands Präsident Werner Prange als "sehr anstrengend". Hinzu komme, so Prange, dass MMD die "Partner" mittlerweile in vielen Bereichen mit zusätzlichen Kosten belaste oder Ertragsmöglichkeiten verringere. Die in den früheren Jahren gute Zusammenarbeit werde nun aufgrund fehlender Dialogmöglichkeiten vermisst.

Auch die Verkäufe sind aktuell nicht mehr auf dem guten Niveau des ersten Quartals 2018. Zwar hat die Marke keine Probleme mit dem neuen Abgastest WLTP wie viele andere auf dem Markt. Naturkatastrophen in Japan sorgten in den vergangenen Monaten aber für Lieferprobleme und die wiederum für Rückgänge bei den Zulassungen. Kaplan versicherte zwar, dass man sehr darum bemüht sei wieder mehr Ware zu bekommen und dies in Deutschland auch besser als anderswo auf der Welt gelinge. Ob das reicht, um bis Ende des Jahres den Marktanteil wieder von derzeit 1,8 Prozent auf die geplanten zwei Prozent zu bekommen, muss sich noch herausstellen. Im September jedenfalls, so Vertriebsleiter René Bock, könnte der Marktanteil sogar kurzfristig auf drei Prozent steigen – weil einige andere Marktteilnehmer wegen der WLTP-Problematik so schwach sind.

Was sonst noch in Potsdam besprochen wurde, lesen Sie in AUTOHAUS 18, das am 24. September erscheint.

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KOMMENTARE


Frank Fehling

10.09.2018 - 18:12 Uhr

MMD Leverkusen muss sich diese Frage erlauben: Wer hat denn MMD in Deutschland stark gemacht? Natürlich die Händlerschaft. die in den 70iger und 80iger Jahren ihre Händlerverträge mit MMD abgeschlossen haben. Die alten Hasen wollen sie mit zusätzlichen Kosten (nach meiner Ansicht zu unrecht) rauswerfen. Die Rendite lässt es nicht zu, weil die Margen leider zu gering sind. Die Großen Mazda-Händler werden finanziell unterstützt und die Kleinen werden mit Knebelverträgen zum Aufgeben gezwungen. Mazda stellt die Forderung, nach dem Motto JA oder Nein (Vogel friss oder stirb). Oder ganz einfach: Marktbereinigung. MMD fordert nur und die langen Lieferzeiten bekommen sie nicht in den Griff.


rosi brichta

12.09.2018 - 09:49 Uhr

Da wir selber mazda Händler waren kann ich die sorgen der mittleren und kleineren Händler nachvollziehen.mmd hat nichts dazu gelernt und sitzt weiter auf dem hohen ross.mmd weiterso,dann sinkt der Marktanteil auf 1 prozent.


Observer

12.09.2018 - 16:48 Uhr

Spannende Themen, leider war die Anzahl der Teilnehmer von Händler-Servicepartner Seite doch recht bescheiden. Warum eigentlich?


Frank Fehling

13.09.2018 - 18:19 Uhr

In den 90iger Jahren war schon keine Einigkeit unter den Mazda-Händlern.Fast alle schmipften.Wenn alle Händler sich an einen Tisch setzen würden, dann könnte man was bewegen. Aber jeder kocht seine eigene Suppe. Nur jammern und leere Luft.Das weiß MMD Leverkusen.Selbst in der Zentrale schaffen Sie es nicht die Lieferzeiten zu verkürzen.Der Kunde ist König.


Schelm

14.09.2018 - 13:00 Uhr

Sehr geehrter Herr Fehling,Sie haben in einigen Punkten recht.Wenn man sich aber manchen Servicebetrieb oder Handelsbetrieb anschaut, muss man sich schon die Frage gefallen lassen, warum schon vor 10 oder 15 Jahren keine Investition in die Zukunft getätigt wurde. Dass der Hersteller bzw. Importeur das nicht toll findet, erschließt sich von selbst. Oder?Wie lässt sich rational erklären, dass nur ein Bruchteil des Netzes sich auf den Weg nach Potsdam gemacht hat, wenn die Themen doch so wichtig sind und unter den Nägeln brennen? Resignation? So geht´s eben auch nicht.Ganz klarer Appell an Händler und Servicepartner: Flagge zeigen! Den Verband unterstützen!


Frank Fehling

16.09.2018 - 11:38 Uhr

Autohäuser/Mazda-Händler in Hannover und im Umland von HannoverAutohaus Krause Hannover, Autohaus Lorenz Langenhagen, Autohaus Schwarzkopf Hannover List, Autohaus Lambrecht Wettbergen, Autohaus Berger & Pfeiffer Laatzen, Autohaus Bartling Wunstorf, Autohaus Sauer Nienburg/Weser, Autohaus Zauder Stadthagen, Autohaus Mohnkopf Barsinghausen, Autohaus Schmidt Uetze, Autohaus Brichta Peine, Autohaus Burian Celle, Autohaus König (Manegold) Braunschweig, Autohaus Bornemann Wolfenbüttel.Und wer ist davon übrig geblieben? Kaum einer.


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