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Preisgestaltung: China weitet Ermittlungen gegen Autofirmen aus

Ermittlungen von chinesischen Preiswächtern gegen Audi stehen vor dem Abschluss. Eine Millionenstrafe könnte fällig werden.
© Foto: Audi

China nimmt sich die Preisgestaltung in der Autobranche vor. Gerade deutsche Hersteller sind von dem boomenden Markt abhängig. Audi droht nun eine Millionenstrafe. Daimler und BMW sind alarmiert.


Datum:
13.08.2014
Autor:
<br>Von Stephan Scheuer, dpa
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Chinas Wettbewerbshüter nehmen die Autobranche in die Mangel. Dabei soll es insbesondere um deren Preisgestaltung gehen. Nach Ermittlungen gestanden Audi und sein chinesischer Partner FAW Verstöße gegen das Anti-Monopolgesetz in ihrem Gemeinschaftsunternehmen ein, wie Audi am Mittwoch auf Anfrage mitteilte. "Das Audi Joint-Venture FAW-Volkswagen hat bei den Untersuchungen eng mit den Behörden zusammengearbeitet und wird eine Strafe akzeptieren." Gleichzeitig berichtete die Staatszeitung "China Daily" unter Berufung auf Ermittler, dass die Untersuchungen der Preiswächter auf mehr als 1.000 Autobauer, Zulieferbetriebe und Händler ausgeweitet wurden.

Die Europäische Handelskammer warf chinesischen Wettbewerbshütern einen doppelten Standard vor. "In einigen Branchen wird nicht gegen chinesische Firmen für die gleichen Vergehen ermittelt", teilte die Kammer am Mittwoch mit. Außerdem seien bei Untersuchungen von Gemeinschaftsunternehmen teilweise nur die internationalen Partner, aber nicht die chinesischen Unternehmen öffentlich genannt worden.

Das Verfahren gegen das deutsch-chinesische Audi-Joint-Venture steht laut Medienberichten kurz vor einem Abschluss. Eine Strafe in Höhe von 1,8 Milliarden Yuan (218 Millionen Euro) werde bald gegen das Gemeinschaftsunternehmen verhängt werden, berichteten Staatsmedien unter Berufung auf Branchenkreise. Die Strafzahlung könne auf die Audi-Händler in der Provinz Hubei übertragen werden, die im Zentrum der Ermittlungen gestanden hatten.

Mindestpreise verboten

Audi wollte sich nicht zu möglichen Strafzahlungen äußern. "Bitte verstehen Sie, dass wir den Vorgang nicht weiter kommentieren, solange die zuständigen Behörden die Untersuchung nicht abgeschlossen und veröffentlicht haben", teilte das Unternehmen lediglich mit.

Das Gemeinschaftsunternehmen von Audi und FAW soll Mindestpreise für Ersatzteile und Dienstleistungen festgelegt haben, hieß es in den Medienberichten. Das ist nach Chinas Wettbewerbsgesetz verboten. Die Preiswächter können Strafen zwischen ein und zehn Prozent des Umsatzes verhängen. Kooperiert das betroffene Unternehmen, dann dürfen die Wettbewerbshüter jedoch niedrigere Strafen ansetzen.

Audi versicherte seine Zusammenarbeit mit den Ermittlern. "Audi und FAW-Volkswagen legen größten Wert auf die Einhaltung aller Kartell- und Wettbewerbsgesetze", heißt es in der Mitteilung weiter. Gemeinsam mit dem chinesischen Partner werde das Unternehmen "Management-Prozesse in der Verkaufs- und Händlerstruktur optimieren, um ähnliche Vorfälle in der Zukunft vermeiden zu können".

Branche verunsichert – Ermittlungen geben Rätsel auf

In der gesamten Branche herrscht Unsicherheit über das weitere Vorgehen der Behörden. Audi, Daimler, BMW, Jaguar Land Rover, Chrysler, Toyota und Honda haben bereits Ermäßigungen für Ersatzteile bekanntgegeben.

Seit Wochen machen Behörden vor allem Druck auf ausländische Premium-Hersteller. Chinas Markt für Oberklasse-Autos wird von den deutschen Herstellern Audi, BMW und Daimler dominiert. Auch gegen Daimler laufen Ermittlungen der Wettbewerbshüter. Die Filiale des Unternehmens in Shanghai sowie mehrere Händler waren von Preiswächtern durchsucht worden. Am Dienstag hatte auch GM bekanntgegeben, dass das Unternehmen von Ermittlern kontaktiert worden war.

Branchenexperten rätseln jedoch, was das Ziel der Ermittler sein könnte. Sinkende Preise wirkten sich schließlich auch auf die Gewinne der chinesischen Partnerunternehmen aus. Außerdem könnten Preisnachlässe auf ausländische Automarken heimische Autohersteller weiter unter Druck setzen. Bislang versuchen sie gegen internationale Marken mit günstigeren Preisen anzutreten. Dieser Wettbewerbsvorteil würde ihnen dann jedoch zunehmen verloren gehen. (dpa)

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