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Servicemarkt: ADAC begräbt Werkstattpläne

Klare Ansage: ADAC verzichtet künftig auf unternehmerische Werkstatt-Aktivitäten.
© Foto: M. Schuppich/fotolia.com/ADAC

Nach dem Manipulationsskandal beim "Gelben Engel" ringt der Autoclub um seine Glaubwürdigkeit. Am Freitag verkündeten die Münchner, dass sie ihr umstrittenes Werkstattprojekt aufgeben – zur Freude der Kfz-Branche.


Datum:
12.09.2014
4 Kommentare

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Gute Nachrichten für Kfz-Betriebe: Der ADAC zieht weitere Konsequenzen aus dem Skandal um Manipulationen beim Autopreis "Gelber Engel". Ab Oktober soll es keine Werkstattbetriebe mehr mit dem "ADAC Werkstatt"-Logo geben. "Präsidium und Verwaltungsrat des ADAC haben entschieden, künftig keine unternehmerischen Aktivitäten im Bereich Werkstätten mehr zu verfolgen", teilte der Autoclub am Freitag in München mit.

Das Kfz-Gewerbe begrüßte den Schritt des milliardenschweren Vereins ausdrücklich. "Wir freuen uns sehr, dass unsere immer wieder geübte Kritik am Vorhaben des ADAC jetzt endlich Gehör gefunden hat", sagte ein ZDK-Sprecher in Bonn. Der Präsident des bayerischen Landesverbands, Klaus Dieter Breitschwert, erklärte: "Der ADAC handelt richtig und stärkt somit seine Glaubwürdigkeit als Interessenvertreter der deutschen Autofahrer." Harry Brambach, Präsident des Kfz-Gewerbes Baden-Württemberg, sagte: Die Werkstätten "kümmern sich um die Autos, der ADAC um Autofahrer und -fahrerinnen, dann passt’s." Aus seiner Sicht hat der ADAC mit dem Beschluss "gerade noch die Kurve weg vom Wettbewerber zurück zum anerkannten Verbraucherschützer bekommen".

Die Kfz-Branche war dem ADAC-Werkstattprojekt in den vergangenen Monaten mit großer Skepsis begegnet (wir berichteten). Die Autohäuser befürchteten durch die neue Konkurrenz einen steigenden Wettbewerbsdruck im gesättigten Servicemarkt.

Derzeit gibt es neun ADAC-Werkstätten. Den Partnern solle kein wirtschaftlicher Nachteil entstehen, hieß es. Einige Autohäuser wie etwa die Hermann-Gruppe hatten rund eine Million Euro in den Bau einer ADAC-Werkstatt mit moderner Direktannahme und Karosserieabteilung investiert. Ursprünglich wollte der Autoclub ein Netzwerk von 150 eigenen Kfz-Werkstätten in Deutschland aufbauen. Mit Angeboten von zehn Prozent unter marktüblichen Preisen sollten die ADAC-Partner vor allem Fahrer von älteren Autos locken.

Seinen Werkstatttest, auf den er zuletzt wegen möglicher Interessenkonflikte verzichtet hatte, will der ADAC dagegen wieder fortsetzen. Seit 1970 nimmt der Club Autowerkstätten und werkstattnahe Dienstleistungen unter die Lupe. Der ZDK erklärte, diese Tests weiterhin aufmerksam zu verfolgen und auf "Objektivität, Sachkunde und Fairness bei der Durchführung wie auch bei der anschließenden Kommentierung der Ergebnisse" zu achten.

Qualitätsoffensive bei Straßendienstpartnern

Der ADAC kündigte am Freitag ferner an, das bestehende Straßendienst-Partnernetz durch eine "Qualitätssicherungsoffensive" weiterentwickeln zu wollen. "Diese Qualifizierung umfasst jedoch nicht die unternehmerische oder strategische Steuerung von Werkstattleistungen." Ziel sei immer, dass das Mitglied mit dem eigenen Auto weiterfahren könne. Dies sei schon heute bei 85,6 Prozent der Pannen der Fall.

Tricksereien beim "Gelben Engel" hatten die Glaubwürdigkeit des ADAC als neutralen Verbraucherschützer und Qualitätstester schwer erschüttert. Eine umfassende "Reform für Vertrauen" soll einen Neustart ermöglichen. Die Pläne sehen eine stärkere Trennung zwischen dem Vereinszweck und seinen Unternehmen vor. Zudem soll es mehr Kontrolle von außen geben.

ZDK-Spitze gegen Huk

Der ZDK nutzte die heutige ADAC-Entscheidung auch, um gegen die Huk-Coburg zu sticheln. "Wir fordern auch andere Dienstleister rund um die Automobilwirtschaft auf, ihre Aktivitäten auf dem Werkstattmarkt zu überdenken", betonte der Verbandssprecher. Wie berichtet, will der große Kfz-Versicherer seine Kunden mit Rabattversprechen in Partnerwerkstätten zu lotsen. (rp)

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KOMMENTARE


Karl-Heinz Scherer

13.09.2014 - 09:04 Uhr

Gut so ! Der ADAC will und soll sich auf seine Kernkompetenzen konzentrieren. Darin liegen die Stärken des Clubs. Es geht auch ohne diese Nebenschauplätze. Das Automobilgeschäft gehört in den Aufgaben- und Funktionsbereich der Branchen-Fachbetriebe!


Stefan Vorbeck

16.09.2014 - 09:39 Uhr

dann wollen wir mal gucken,ob das nicht das kleinere übel gewesen wäre.....


Tobias Claren

03.12.2014 - 04:22 Uhr

Mit eigenen Werkstätten könnte der ADAC sich als Verein profilieren...... Wenn es zu reinen Selbstkosten geschähe.Ich würde auf Interessen und Ängste der Wirtschaft scheißen.Was hat das einen Verein zu jucken?Auch gut wären Werkstätten die Bürgern beibringen wie sie eine Reparatur vornehmen.Also im Grunde ";Hobby-Werkstätten". Werkzeug kann ich selbst mitbringen.Auch Werkstattqualitt ist da kein Problem.Das ganze zu Selbstkosten. Das könnte man dann vor Ort ohne Stundensätze von Mitgliedsbeiträgen finanzieren. Neben den ein oder zwei Profis können sie ja auch anwesende Mitglieder mal helfen.Der ADAC stellt nur den Ort mit Hebebühne(n) und einen Mechaniker.Muss aber kein Meister sein, dein Geselle reicht aus. Schließlich ist es keine reguläre Werkstatt, und die Mitglieder führen die Arbeiten selbsst aus. Da braucht es keinen Meister.Wäre ich Milliardär, Ich würde eine Discounterkette aufmachen.Mit Preisen billiger als Aldi und Lidl,weil zu reinen Selbstkosten. Und die würde ich gleich von Anfang an durch so wenig Personal wie möglich minimieren.Ware mit RFID drauf würde dies noch stark vereinfachen. Vorher könnte man notfalls noch Selbstzahlerkassen mit Barcode einsetzen.Gleich so geplant, dass diese Kassen dann umgerüstet werden können (Barcodescanner weg, RFID-Schleusen hin).Ein Kaff hat einen Ortssupermarkt inkl.Backshop eröffnet (nächster Discounter/Supermarkt 12km entfernt). Im Stadtbdesitz. Billiger als Aldi/Lidl.


Dieter M. Hölzel

03.12.2014 - 18:11 Uhr

Ob dieser Herr Tobias Claren überhaupt weiß auf welcher Plattform er sich hier befindet ? Darauf eingehen will ich erst gar nicht, nur soviel, es ist naiv und ohne jegliche Kompetenz , woraus auch zu schließen ist, warum er kein Milliardär ist.Ansonsten ohne Worte über diesen Unfug, oder es ist zynisch gemeint ?


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