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Absatzprognose: Audi zieht 2010 an Mercedes vorbei

Die VW-Tochter Audi mischt im Konzert der Premium-Großen kräftig mit.
© Foto: Audi

Laut einer Studie wird die VW-Tochter die Marke mit dem Stern bereits im kommenden Jahr beim Absatz hinter sich lassen. Den Stuttgartern machen eine schlechtere Kostenstruktur und höhere Fahrzeugpreise zu schaffen.


Datum:
19.10.2009
7 Kommentare

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Die VW-Tochter Audi wird Mercedes einer Studie zufolge im kommenden Jahr beim Absatz überholen. Der Konkurrent BMW, hinter den die Stuttgarter bereits 2005 auf Platz zwei unter den Premiumherstellern zurückgefallen waren, werde die Position als Spitzenreiter behalten, teilte Autoexperte Ferdinand Dudenhöffer von der Universität Duisburg-Essen am Montag mit. Im laufenden Jahr werden die Münchner nach seiner Einschätzung etwa 80.000 Fahrzeuge mehr verkaufen als Mercedes. Der Vorsprung der Stuttgarter – ohne den Kleinwagen Smart – auf Audi werde bis zum Jahresende bei etwa 965.000 verkauften Fahrzeugen auf rund 30.000 Autos schmelzen. "Mercedes muss sich schneller erneuern, um gegenüber seinen Wettbewerbern Audi und BMW nicht weiter zurückzufallen", heißt es in der Studie. Hauptgründe für das schlechte Abschneiden seien eine schlechtere Kostenstruktur und höhere Fahrzeugpreise. "Mercedes arbeitet mit zu vielen Mitarbeitern, macht zu vieles eigenständig und hat damit eine zu höhe Wertschöpfungstiefe." Daimler nutze zu wenig die Vorteile einer Zusammenarbeit mit anderen Herstellern. Hier sei Audi klar im Vorteil, die Ingolstädter sparten mit der Nutzung zahlreicher Komponenten und Plattformen des VW-Konzerns viel Geld. Obwohl Mercedes pro Auto mehr Umsatz erwirtschafte, falle der operative Gewinn pro Fahrzeug deutlich niedriger aus als bei der VW-Tochter. Beim Klimaschutz sei BMW den Stuttgartern voraus, schreibt Dudenhöffer. Die Münchner hätten den CO2-Ausstoß bei Neuwagen auf durchschnittlich 154 Gramm Kohlendioxid pro Kilometer gesenkt, bei Mercedes seien es noch 175 Gramm CO2 pro Kilometer. Auch in der Modellpolitik wirft Dudenhöffer den Schwaben Versäumnisse vor: "Wichtige Varianten und Modellreihen fehlen, kommen zu spät auf den Markt oder sind etwa wie die R-Klasse überdimensioniert." "Qualitätsführerschaft abgegeben" Probleme sieht der Experte zudem bei Image und Kundenstruktur der Stuttgarter. Mercedes habe bei Untersuchungen und Befragungen "seine Qualitätsführerschaft abgegeben", schreibt Dudenhöffer. Zudem gelinge es seit Jahren nicht, die Kundenstruktur zu verjüngen. (dpa)

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KOMMENTARE


Peter Moser

20.10.2009 - 07:09 Uhr

Verstehe die Kritik des wohl selbsternannten Autoexperten Dudenhöffer an Daimler nicht, dass die mit vielen Mitarbeitern arbeiten, macht diese Firma doch sympathisch und Qualität kostet nun mal Geld. Und dass Audis weniger kosten, verwundert bei einem Massenhersteller nicht wirklich, aber dann gleich von Premium zu sprechen, ist wohl etwas hoch gegriffen, wenn man aufgemotzte VWs (gäähhhn) herstellt.


Jörg-Uwe Banach

20.10.2009 - 09:43 Uhr

Wieder mal ein ungefragtes Statement des Herrn Professor D. Bemerkenswert ist aber, dass er diesmal nicht erzählt hat, wie hoch die Rabatte sein werden. Vielleicht hat er's ja auch nur vergessen zu erwähnen...


Panagiotis Tzortzakis

20.10.2009 - 10:00 Uhr

Es würde mich würde mal interessieren, ob es namhafte Unternehmen gibt, die ihre strategischen Entscheidungen auf Analysen des Herrn Dudenhöffer aufbauen. Ich hoffe nicht. Es ist immer wieder interessant zu lesen, wie Experten, die weit von der Praxis entfernt sind, so tun, als hätten sie eine Kugel vor sich, in der sie die Zukunft zu 100% vorhersehen können. Sie stellen in alter Wahrsager-Manier 50:50-Thesen auf und hoffen darauf, einen Treffer zu erzielen, um dann als Experten da zu stehen. Ich habe schon Seminare von sehr namhaften Professoren besucht, die tiefer in die Materie gingen, als solch oberflächliche, erstsemestrige Aussagen, wie hier berichtet. Jeder halbwegs mathematisch bewanderte Schüler kann Ihnen aufgrund der Istzahlen ausrechnen, welche Verkaufszahlen resultieren könnten. Fundiertes Vertriebs-, Branchen- und betriebswirtschaftliches Wissen zu vereinen, die daraus resultierenden Erkenntnisse nochmals im Hinblick auf Chancen und Risiken auf den Prüfstand zu stellen und hieraus strategische Zielrichtungen festzulegen ist die Kunst, die gefragt ist. Denn schließlich geht es um das Überleben von Unternehmen und um etliche Arbeitsplätze. Schlagwörter und einfache Rechenbeispiele zu einer Analyse aufzubauschen ist sicher nicht gefragt. Die R-Klasse ist sicher nicht der Hit, aber ist der Q7 nicht auch absolut überdimensioniert? Ich behaupte, dass die aktuelle und geplante Modellpolitik von Mercedes der richtige Weg in eine gute Zukunft ist.


Thomas Meier

20.10.2009 - 15:24 Uhr

Unabhängig von den These und wie diese entstanden sind, liegt es auf der Hand, dass Mercedes vor einer "herausfordernden" Zukunft steht. Der Kunde sucht immer weniger Prestige und Protz, sondern besinnt sich auf die Mobilität und den Nutzen, also das Preis Leistungs Verhältnis. Ob hier die Premiummarken gut aufgestellt sind, kann man diskutieren. Allerdings sehe ich hier Mercedes (mit Preis und Modellen) auch schlechter platziert als die anderen Mitbewerber. Und die Verkaufzahlen zeigen ja auch leider diese Richtung an. Wobei dies bei der Struktur und Haltung des Vertriebs mit den Preisen keine Verwunderung bei mir auslöst. Im Gegenteil: Man muss sich wundern, wie dies überhaupt solange gut funktioniert hat. Und leider geht Mercedes bei den Volumenmodellen A - und B - Klasse nun auch den falschen weg und wird damit austauschbar. Warten wir es ab!


E.Kühlwetter (wallibelli)

20.10.2009 - 15:48 Uhr

@Panagiotis Tzortzakis Zitat: "Die R-Klasse ist sicher nicht der große Hit... ." Ihrem Zitat hält die WiWo von gestern entgegen: "Die E-Klasse läuft bei weitem nicht so gut wie sie laufen sollte. So stehen den Verkäufern für die E-Klasse rund 6.000,- € zusätzliche Fördermittel zur Verfügung, die an Kaufinteressenten weitergereicht werden können. Auch bei anderen Modellen gibt es viel Spielraum für Rabatte ". Es folgen die Tausender-Beträge für A-Klasse, C-Klasse, CLK und GLK. Dass bei Daimler die Hütte brennt, behauptet ja nicht nur Prof. Dudenhöffer. Als Abonnent von Autohaus konnten Sie in der letzten Ausgabe auf Seite 30/31 den Krisenbericht von Walter Missung unter dem Titel „Sterndeutung“ lesen, der die schwierige Situation und die akuten Probleme bei Daimler detailliert schildert. Ich empfehle Ihnen, den o.a. Wirtschaftswoche-Titelartikel vom 19.10.2009 mit der Headline "Angst um den Stern – Imageprobleme, Kundenärger, rote Zahlen – kommt Mercedes-Benz unter die Räder?". Er beginnt auf Seite 46 und endet nach 10 Seiten mit einem Interview D. Zetsches, der reichlich zerknirscht selbst einräumt: "Wir stehen heute nicht da, wo wir mal stehen wollten." Meine persönliche Meinung: Wenn man in Zeiten enormer technologischer Herausforderungen in diesen Tagen und Wochen sogar Entwicklungsingenieure in Kurzarbeit schickt, dann steht man künftig nicht einmal dort, wo man spätestens 2015 stehen muss (bis 2015 100% Flottenverbrauch unter 120g,bis 2012 65%, ansonsten Strafzahlungen).


R.Weiß

21.10.2009 - 00:20 Uhr

Blablubb´, Herr Prof. D. hat wieder mal nen Hick... also, frag mich gerade, wo mein chef die 6000€ Zuschüsse für die aktuelle E-Klasse versteckt hat. Sorry, aber das gilt vielleicht für die alte, aber sicher nicht einfach so für die neue, tz. klar muss es Unterstützungen geben, aber wenn ich mir so anschaue, mit welchen Angeboten manch Audifahrer ankommt, da wird auch gleich mal ne schublade aufgemacht wenn nen MB-Fahrer auf den Hof kommt. Audi hat deshalb solch hohe Zahlen, weil man sich den Markt erkauft. Die Restwertproblematik trifft gerade jeden Audi-Händler, die haben alte A6 rumstehen, dass die da nen turm bauen können. Aber BMW musste es erleiden, Audi wird folgen. Und das Daimler bissl was aufholen muss, steht außer Frage. Aber der Weg stimmt... Auf einen Herrn Prof. D. muss man dabei aber glaub ich keine Rücksicht nehmen, außer bei der (...) vielleicht... cu R.W.


Panagiotis Tzortzakis

19.01.2011 - 09:12 Uhr

@ E.Kühlwetter (wallibelli) Nun sind ein paar Tage vergangen. In der Glaskugel die Zukunft prognostizieren ist in dieser Thematik nicht mehr erforderlich. Was hat sich denn nun herausgestellt? Daimler steht glänzend da. Tolle Gewinne und Verkaufszahlen. BMW und Daimler teilen sich die Spitzenplätze der deutschen Zulassungsstatistiken im Premiumsegment. Die C-, und E-Klasse verkauft sich toll. Die GLK´s mit 4-Zylinder-Motoren sind quasi ausverkauft. Daimler steht super da. Und übrigens, die R-Klasse wurde in China zumindest an die Klientel mit Chauffeuren sehr gut verkauft. Hier bin ich überzeugt, dass die sehr gelungene Modellpflege der R-Klasse gut von der Kundschaft angenommen wird. Sie brauchen keine "Angst um den Stern haben" und auch wenn Daimler "sogar Entwicklungsingenieure in Kurzarbeit" geschickt hat, sind tolle und innovative Produkte entstanden. Den optimalen Konsenz zwischen betriebswirtschaflichem und innovativem Denken zu finden ist nicht einfach. Wie es funktioniert können Sie ja nun hier am Beispiel Daimler sehen. Beriche lesen ist das eine. Zwischen den Zeilen lesen und sich eine Meinung bilden das andere. Und trotzdem, würden wir alle 100% zielsicher in die Zukunft sehen können, würden wir unser Geld als Hellseher verdienen und wären reich. Letztendlich bleibt nichts anderes übrig, als zu versuchen, mit Erfahrungen, Auswertungen und Chance-Risiken-Analysen dass Schiff in die richtige Richtung zu lenken. Nervig sind nur die Zeitgenossen und Experten, die einem glaubhaft machen wollen, sie könnten tatsächlich in die Zukunft sehen.


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