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Daimler: Betriebsrat kritisiert Verkauf profitabler Autohäuser

Der Daimler-Gesamtbetriebsrat hat die Pläne des Autobauers für den Umbau seiner Autohäuser und Werkstätten kritisiert.

Daimler will 36 der 158 Standorte des konzerneigenen Niederlassungsnetzes abstoßen. Umfang und Tiefe der geplanten Änderungen hält der Daimler-Gesamtbetriebsrat für überzogen.


Datum:
09.07.2014
8 Kommentare

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Der Daimler-Gesamtbetriebsrat hat die Pläne des Autobauers für den Umbau seiner Autohäuser und Werkstätten kritisiert. Umfang und Tiefe der geplanten Änderungen seien überzogen, hieß es in einer Mitteilung am Mittwoch. "Die von der Unternehmensleitung geplante Neuausrichtung der Mercedes-Benz Niederlassungen wird in der vorgestellten Form von uns nicht akzeptiert", sagte Gesamtbetriebsratschef Michael Brecht.

So sei nicht nachvollziehbar, dass selbst wirtschaftlich hoch profitable Betriebe und Niederlassungen verkauft werden. Daimler will 36 der 158 Standorte des konzerneigenen Niederlassungsnetzes abstoßen. Davon sind den Angaben zufolge etwa 1.500 der insgesamt 15.000 Beschäftigten betroffen. Bei der Auswahl werde eine Vielzahl von Kriterien wie Kaufkraft und Wettbewerb, aber auch mögliche Käufer berücksichtigt, sagte eine Daimler-Sprecherin. Ertragskraft und Ertragspotenzial seien nicht allein ausschlaggebend.

Kritik äußerten die Betriebsräte an dem Plan, die 33 Niederlassungen mit derzeit noch 158 Standorten regional zu bündeln. Sie plädierten dafür, die wirtschaftliche Sinnhaftigkeit jedes einzelnen Verbunds zu prüfen. Niederlassungen und Belegschaften müssten damit langfristig abgesichert sein. Nach Angaben einer Betriebsratssprecherin sollen durch die Zusammenlegung noch einmal rund 340 Arbeitsplätze im Verwaltungsbereich abgebaut werden.

Betriebsbedingte Kündigungen bis Ende 2017 ausgeschlossen

Daimler hatte die Einschnitte Ende Mai damit begründet, "langfristig wirtschaftlich und profitabel agieren zu können." Andreas Burkhart, Vorsitzender der Geschäftsleitung der Mercedes-Benz Niederlassungen sagte, in den Gesprächen mit den Betriebsräten werde es auch um Investitionen gehen.

Vor Herbst sei nicht mit einem Abschluss zu rechnen, hieß es auf Betriebsratsseite. Betriebsbedingte Kündigungen sind nach Angaben des Konzerns bis Ende 2017 ausgeschlossen. Zudem gibt es eine Garantie, ganze Niederlassungen nicht vor Ende 2015 zu verkaufen.

Kunden sollen Daimler zufolge nichts von den Plänen spüren. Dabei sollen die Zuständigkeiten für Pkw- und Nutzfahrzeugkunden künftig getrennt werden. «Für Kunden kann es auch nachteilig sein, mehrere Ansprechpartner in einer Niederlassung zu haben», sagte Jürgen Langer, Vorsitzender der Niederlassungskommission des Gesamtbetriebsrats.

Beispiele für Zusammenlegungen sind etwa die Niederlassungen Stuttgart, Reutlingen, Ulm und Ravensburg, die in der Vertriebsdirektion Württemberg gebündelt werden sollen. Die Niederlassungen Hannover, Braunschweig und Kassel verschmelzen zur Vertriebsdirektion Mitte. (dpa)

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KOMMENTARE


Gerdi

09.07.2014 - 18:01 Uhr

Wenn 8 Milliarden Gewinn nicht reicht nennt man es " Gier frißt Hirn " und kostet immer Arbeitsplätze. Gut das der Vorstandsvorsitzende nächstes Jahr in Rente geht, somit, somit verbleibt wenig Zeit das Unternehmen zu ruinieren.


Frank Fehling

09.07.2014 - 18:44 Uhr

Die Gier der Führungskräfte kostet Arbeitsplätze.Haben sich die Führungskräfte diese Frage mal selbst gestellt?Wer sorgt und bringt den Gewinn eines Unternehmers ein:die Mitarbeiter/-innen.Das ist das Kapital eines Unternehmens.


Klaus H.

10.07.2014 - 07:58 Uhr

Nach neuesten Aussagen werden weitere Standorte geschlossen, so dass am Ende nicht 158 sondern lediglich 102 Betriebe übrig bleiben sollen. Die verbleibenden Betriebe werden ausnahmslos in GmbH´s umgewandelt. Kunden werden erst nach dem Vollzug spüren was diese Maßnahmen für sie bedeuten. Daimler wird kein lukrativer Arbeitgeber mehr sein und die besten Arbeitnehmer werden abwandern bzw. abgeworben. Türen und Tore werden nach der Umwandlung in GmbH´s für Leiharbeiter, besonders in den Werstätten, weit geöffnet sein. Ich kann Gerdi hier nur Recht geben "Gier frisst Hirn". Eine wahre Schande für ein deutsches Wertunternehmen mit einer langen Tradition und einem entsprechenden Ruf in der Automobilbranche.


A.Taler

10.07.2014 - 08:38 Uhr

Der Umbau der Niederlassungsstrukturen wird seit Jahren mit kleinen Schritten vorbereitet und nun erfolgt der erste große Schritt. Betriebsräte und Führungskräfte konnten sich die anstehenden Kosnequenzen schon längst ausmalen und ein Ende ist vorerst auch noch nicht in Sicht. Erst 2017 wird sich offenbaren was hinter den vorbereitenden Maßnahmen steht und wie der Konzern als solcher sich wieder einmal umbaut. Customer Dedication ist nicht nur ein Modewort sondern die Ankündugung weitreichender Veränderungen. Und welcher Vorstandsvorsitzende den Schalter umlegt ist am Ende der Umstrukturierungen nur noch eine Randnotiz. Es bleibt spannend.


UE

10.07.2014 - 12:59 Uhr

@Klaus: Zitat: "...und die besten Arbeitnehmer werden abwandern bzw. abgeworben..." Mal nachgefragt: wo sollen sie denn hin abwandern? es ist doch überall das gleiche: Audizentren werden von der VGRD (Volkswagen) kaputtgespart, bei BMW weht der Wind auch schon wesentlich kälter durch die Niederlassungen und von "inhabergeführten" Betrieben will ich gar nicht erst anfangen.Es wird ungemütlicher in Deutschland!Schön ist das nicht aber letztlich ist das der Preis den wir alle zahlen müssen für unser Verhalten. Ja, wir sind selber Schuld! Wer von uns bestellt denn nicht im Internet, weil's dort billiger ist?Wer von uns bucht seine Flüge, sein Hotel oder seinen Urlaub noch im Reisebüro? Und wer hat noch nicht einen Ausdruck von Amazon mit in den Mediamarkt genommen um den Verkäufer dort zu "erpressen"... Am Ende sind wir alle selbst Schuld. Jetzt zahlen wir die Zeche.Klar will das keiner hören. Klar sind das immer nur die anderen.Aber denkt mal drüber nach...


Sven

10.07.2014 - 13:58 Uhr

Die Kaufkultur hat sich geändert. Auto´s werden in naher Zukunft teilweise in Stor´s (AUdi macht das gut und MB me store ist der Anfang) konfiguriert und bestellt und dann in einem AH nach Wahl ausgeliefert und dann gibt es eine Auslieferprovision oder direkt im Werk. Die Gewinne werden beim Hersteller verbleiben und die Ah werden sehen wie sie sich aufstellen. Wer das Zeitnah erkennt wird überleben. Die NL Struktur mit Daimler Verträgen sind da zu teuer. An Weitsicht für den Profit des Unternehmens mangelt es nicht. Nur die MA sind die Opfer. Der Fachkräftemangel kann die Situation entschärfen aber die Gehälter der DAG kann das nicht ersetzten. Den MA der MBVG geführten Betriebe geht es da besser, weil die in der Regel nur nach Tarif bezahlt werden und die Suche nach einem neuen Job eine finanzielle Verbesserung bringen kann. Gute Zeit


Frank Fehling

10.07.2014 - 14:49 Uhr

Der Markt hat sich in den letzten Jahren drastisch verändert.Wer gegen den Strom schwimmt der säuft ab.Wer mit dem Strom schwimmt der bleibt an der Wasseroberfläche.Der Markt wird sich in den nächsten Jahren drastisch ändern.Wir brauchen dann keine hochmoderne Autohäuser sprich Glaspaläste sondern ein professionelles Vertriebssystem wo der Käufer/-in Ihr Fahrzeug im Internet konfiguriert und die Bestellung direkt an das Werk gibt.Bei Vorabzahlung oder einer Genehmigung der Bank (Finanzierung und/oder Leasing das bestellte Fahrzeug bezahlen und nochmals 3-5% Skonto auf dem Kaufpreis erhalten.Die Auslieferung erfolgt über den Händler bzw. über ein neu geordnetes Vertriebsystem. Besser gesagt den Kunden zu Hause abholen um im Werk sein neues Auto zu überreichen.Es gibt so viele Möglichkeiten.Wo bleibt denn bitte die Denkweise der hochdotierten Führungskräfte?


max

10.07.2014 - 18:53 Uhr

guten morgen daimler-Vertrieb,schauen sie die Niederlassungen an ,in jeder throhnt ein könig der sich Sonder-Rechte herausnimmt dass es nur so zum Himmel schreit. eigene Fahrer ,eigene assistenten,eigenen FUHRPARK.Sparen sollen die kleinen in der kantine und in der verwaltung.vielleicht schaut mal einer aus STUTTGART GENAU hin.


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