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Möglicher Gaslieferstopp: Mercedes-Chef Källenius warnt vor Folgen

Mercedes-Chef Ola Källenius warnt vor den Folgen eines Gaslieferstopps.
© Foto: picture alliance/FrankHoermann/SVEN SIMON

Russland könnte auch für Deutschland den Gashahn abdrehen - dieses Szenario besorgt Mercedes-Benz. Beim Aktionärstreffen gibt es auch Kritik am Klimakurs der Stuttgarter.

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Angesichts einer möglichen Unterbrechung russischer Gaslieferungen hat Mercedes-Chef Ola Källenius vor einschneidenden Folgen gewarnt. "Sollte es zu einem Gaslieferstopp kommen, würde das weite Teile der Wirtschaft betreffen", sagte der Vorstandsvorsitzende von Mercedes-Benz am Freitag bei der Online-Hauptversammlung auf Fragen. Der Hersteller brauche Gas für die Fertigung und das Heizen von Werkshallen.

Die Bundesnetzagentur habe bisher nicht mitgeteilt, in welcher Weise der Autobauer von einer Rationierung betroffen wäre, sagte Källenius. Die Stuttgarter sind demnach im Kontakt mit den Behörden und bereiten mögliche Schritte vor, um den eigenen Gasverbrauch zu mindern. Ein Ölembargo würde sich hingegen nicht unmittelbar auf die Fertigung auswirken, könnnte aber Zulieferer und Logistikunternehmen treffen, sagte Källenius vor Aktionärinnen und Aktionären. Falls Gas knapp werden sollte, würde die Bundesnetzagentur es verteilen. Bisher ist nicht klar, welche Unternehmen im Notfall auf Gas verzichten müssten.

Der Russland-Ukraine-Krieg verschärft bei dem Hersteller Engpässe bei bestimmten Bauteilen. Die Stuttgarter arbeiten mit Zulieferern aus der Ukraine zusammen, die unter anderem Kabelbäume liefern, wie Källenius sagte. In Russland wurden Produktion und Vertrieb unterbrochen, es werden aber noch Kunden mit bestehenden Leasing- und Finanzierungsverträgen betreut. Mercedes bezog noch im vergangenen Jahr Rohstoffe wie das Edelmetall Palladium aus Russland. Der Anteil von Russland und der Ukraine am Mercedes-Geschäft lag bisher zusammen bei rund zwei Prozent. "Wir halten die Sanktionen ein", sagte Finanzvorstand Harald Wilhelm mit Blick auf westliche Strafmaßnahmen gegen Russland.

Hohe Nachfrage nach Autos 

Mercedes-Benz ist zudem wie andere Hersteller von Versorgungsengpässen bei Halbleitern betroffen. "Die Lage sollte sich dieses Jahr verbessern", sagte Källenius. Mercedes hatte von Januar bis Ende März im Vergleich zum Vorjahreszeitraum deutlich weniger Autos verkauft. Der Rückgang beim Absatz sei ausschließlich dem Mangel an Halbleitern zuzuschreiben. Die Nachfrage nach Autos sei hoch, hieß es.

Dank hoher Gewinne 2021 steigt die Ausschüttung auf fünf Euro je Aktie nach 1,35 Euro zuvor. Darin ist ein Anteil von 70 Cent aus dem Nutzfahrzeuggeschäft enthalten, da Daimler Truck für das vergangene Jahr keine separate Dividende auszahlen wird. Der nun selbstständige Hersteller von Lastwagen und Bussen ist ebenfalls börsennotiert. Der Daimler-Konzern war im vergangenen Jahr aufgespalten worden - bei Mercedes-Benz ist nun das Auto- und Transportergeschäft gebündelt. Daimler Truck führt das frühere Daimler-Lkw-Geschäft.

Die Bürgerbewegung Finanzwende bemängelte die Aufstockung der Dividende, denn während der Corona-Pandemie sei Kurzarbeitergeld auch an Mercedes-Beschäftigte geflossen. Kritik gab es auch am Klimakurs des Autobauers. Die zur genossenschaftlichen Finanzgruppe gehörende Fondsgesellschaft Union Investment teilte mit: "Beim Thema Nachhaltigkeit hat Mercedes-Benz noch viel Luft nach oben." So habe Mercedes-Benz CO2-Emissionsziele in China und den USA aus eigener Kraft verfehlt und dort Verschmutzungsrechte gekauft.

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KOMMENTARE


Petra

29.04.2022 - 22:28 Uhr

Mercedes-Benz ist inzwischen sehr abhängig von China. China und Russland wiederum kooperieren zunehmend. Da wirkt der Kommentar des Vorstands schon zynisch und überhaupt nicht frei gewählt.


Otto

29.04.2022 - 22:33 Uhr

Ha… dann kann der Ola in China die Produktion mit russischen Gas weiter ausbauen und derweil Kurzarbeit in Deutschland von der Allgemeinheit finanzieren lassen. Er hält den Aktionär und Leser hier für blöd.


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