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Rückruf-Studie: Nachbessern wird Normalität

Immer häufiger müssen Autos zurück in die Werkstatt.
© Foto: Berner Group

Immer häufiger landen Autos unausgereift beim Kunden. Die müssen sich dann zunehmend öfter mit Rückrufaktionen herumschlagen, wie eine Studie zeigt.


Datum:
20.10.2021
Autor:
Holger Holzer/SP-X
Lesezeit: 
4 min
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Die Zahl der Auto-Rückrufe bleibt hoch. Wie das Center of Automotive Management (CAM) in Bergisch Gladbach errechnet hat, wurden 2020 auf dem Referenzmarkt USA 30,3 Millionen Pkw wegen Sicherheitsmängeln in die Werkstatt beordert. Im ersten Halbjahr 2021 waren es bereits über 18,6 Millionen Pkw. Damit liegt die Rückrufquote, die die Anzahl der zurückgerufenen Fahrzeuge an den Neuzulassungen des Jahres ausdrückt, mit 208 Prozent im Jahr 2020 beziehungsweise mit 227 Prozent im ersten Halbjahr 2021 wieder auf einem überdurchschnittlich hohen Niveau. 

Die höchsten Rückrufquoten jenseits der 400 Prozent wiesen 2020 die Hersteller Volvo, Honda und Mitsubishi auf. In absoluten Zahlen lag Toyota mit sieben Millionen Fahrzeugen an der Spitze, gefolgt von Honda mit 5,8 Millionen und Ford mit fünf Millionen. Die geringsten Rückrufquoten hatten Tesla mit 13 Prozent, Mazda mit 26 Prozent und GM mit 53 Prozent. Die deutschen Hersteller BMW, Volkswagen und Daimler lagen mit 126, 121 und 86 Prozent im Mittelfeld. 

Rund 27 Prozent aller sicherheitsrelevanten Mängel entfielen 2020 auf den Insassenschutz, während Qualitätsmängel beim Antrieb rund 21 Prozent der Rückrufe ausmachten. Auf Karosserie-Probleme entfielen rund 20 Prozent der Aktionen, gefolgt von Problemen mit der Elektrik und Elektronik (14 Prozent) sowie Mängel an den Bremsanlagen (zehn Prozent). Software-Probleme spielten in sieben Prozent der Fälle eine Rolle. 

Als Gründe für die zahlreichen Rückrufe nennt Institutsleiter Stefan Bratzel unter anderem den hohen Veränderungsdruck auf die Branche. Neue Produkte kommen demnach unfertig auf den Markt und würden erst beim Kunden reifen. Dazu kommen unter anderem Effekte der Gleichteilestrategie: Fehlerhafte Komponenten sind nicht mehr nur in einem Modell eingebaut, sondern oft in ganzen Modellfamilien über mehrere Konzernmarken hinweg, was die Zahl der betroffenen Fahrzeuge erhöht. Unter anderem musste Toyota knapp drei Millionen Fahrzeuge der Typen Avalo, Corolla und Matrix zurückrufen, weit die elektronische Kontrolleinheit des Airbags einen Fehler aufwies. 

Insgesamt zeigt der Trend bei Rückrufen der Studie zufolge weiterhin nach oben. Unter anderem sei bereits abzusehen, dass Probleme rund um das Batteriesystem sowie Softwareprobleme erheblich zunehmen werden. In den vergangenen zehn Jahren wurde ein Allzeit-Negativrekord von über 331 Millionen zurückgerufenen Fahrzeugen allein im Referenzmarkt USA erreicht, was einer durchschnittlichen Rückrufquote von 201 Prozent entspricht. Allerdings ist die Situation in den USA nicht direkt mit Deutschland vergleichbar; unter anderem führen Unterschiede in der Produkthaftung dazu, dass in den USA tendenziell mehr Fahrzeuge nachträglich nachgebessert werden als in der EU. Der grundsätzliche Trend steigender Rückrufzahlen dürfte jedoch weltweit gelten.

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