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Umstrukturierung: SSH jetzt echte SV-Organisation

Michael Jänchen (l.) und Thomas Pürthner haben die SSH grundlegend umgekrempelt. Als künftig neue Leiterin der Kundenbetreuung holten sie die Diplom-Betriebswirtin Katharina Heyme (2.v.l.) von der Sparkassen-Versicherung Sachsen nach Hamburg. Sie wird ab 1. April 2015 als Heead of Business Development die Führung der Area Operation Manager übernehmen. Jana Grell ist 2014 als Assistentin der Geschäftsführung eingestellt worden.
© Foto: Ralph Olma - Presse + PR Pfauntsch

In ihrem aktuell 44. Jahr hat die Schaden-Schnell-Hilfe GmbH bereits einen Gutteil ihres laufenden Restrukturierungs- und Neuordnungprozesses inklusive Solvency-II-Ertüchtigung abgearbeitet. Die Veränderungen erläuterten die beiden Geschäftsführer Michael Jänchen und Thomas Pürthner aktuell gegenüber ihren Partnern und im Gespräch mit AUTOHAUS SchadenBusiness.


Datum:
08.03.2015
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Die Schaden Schnell Hilfe GmbH hat binnen Jahresfrist einen strukturellen Wandelvollzogen, der seinesgleichen in der Branche sucht. Die Neuorientierung trägt den Marktveränderungen Rechnung und bringt die SSH auch als Dienstleister für Hersteller, Autobanken, Flotten, Leasinggesellschafter und andere Kundengruppen ins Spiel.

Seit Ende 2013 verfügt die in Hamburg ansässige SSH GmbH erstmals seit ihrer Gründung im Jahr 1971 über eine zweiköpfige Geschäftsführung: Michael Jänchen und Thomas Pürthner. Die beiden Manager haben ein klares Ziel: Die SSH ist in der Schadenbranche zwar ein großer, namhafter Player, sie muss mittel- bis langfristig aber auch beim Endverbraucher zu einer Marke mit breite(re)m Bekanntheitsgrad werden.

Ein schier gigantisches Maßnahmenpaket mit elementaren Veränderungsprozessen haben die beiden Geschäftsführer in Abstimmung mit ihren Gesellschaftern und Gremien deshalb in gut einem Jahr bereits hinter sich gebracht, wie das Führungsduo zuletzt auf dem traditionellen Goslar-Stammtisch zum Verkehrsgerichtstag gegenüber den eigenen Sachverständigen-Partnern und Kunden erläuterte. Dazu gehörten beispielsweise eine Satzungsänderung, die fundamentalen Charakter hat: In diesem Zusammenhang hat die "alte" SSH nicht nur den kaum endend wollenden Zusatz als "Organisationsgesellschaft..." abgelegt, der mehr als 40 Jahre lang nicht recht viel mehr aussagte, als dass Aufträge von Seiten der Gesellschaft an die bundesweiten SSH-Stationäre weitergereicht werden. "Das ist heute weder zeitgemäß, noch zukunfts-, oder kundenorientiert. Dadurch waren keine eindeutigen Analysen oder Reportings möglich", sagt Thomas Pürthner.

Neue Satzung, neue Möglichkeiten

Durch die nach 43 Jahren veränderte Satzung wurde ein klarer Wandel zur "echten" Sachverständigen-Organisation vollzogen: Die SSH ist jetzt in der Lage, selbst Auftragnehmer zu sein, habe damit also auch über den bisher präferiert bedienten Kundenkreis von Kraftfahrt-Versicherungen hinaus die Möglichkeit, etwa an komplexen Ausschreibungen von anderen Großkunden – wie beispielsweise Fahrzeugherstellern, Autobanken, Flotten, Leasinggesellschaften und Mietwagenfirmen – sich zu beteiligen und ihre geschäftlichen Aktivitäten damit deutlich auszuweiten. "Das ist für uns und die SSH-Sachverständigen eine eindeutige Losung pro künftiger Wettbewerbsfähigkeit und auch eine Anpassung an völlig neue Grundsätze und Anforderungen im Markt – letztlich also eine Frage der eigenen Zukunftsfähigkeit", so Pürthner und Jänchen übereinstimmend im ergänzenden Exklusivgespräch mit AUTOHAUS.

Grundlegende Reformen

Geändert wurden in diesem Zusammenhang, wie vorhin bereits kurz angerissen, auch die Partnerverträge, mit denen man für die neue Sachverständigen-Organisation – inklusive deren bundesweit mehr als 250 Stationen und die dort tätigen über 1.500 Mitarbeiter – quasi "die Straße der Zukunft gebaut" habe. Mit Wolf Dieter Riege wurde – ebenfalls im vergangenen Jahr – ein neuer Technischer Leiter bestellt. Bei den SV-Produkten gibt es nunmehr auch interne und externe Audits.

Zur Jahresmitte 2015 werde es gemäß eines aktuellen Gesellschafterbeschlusses dafür ein bisher elementares SSH-Gremium, den Verwaltungsrat, nicht mehr geben, nachdem der jahrzehntelange Vorsitzende und ehemalige Schadenleiter der HDI-Versicherung, RA Dierk Engelke, aus Altersgründen hier seinen Abschied angekündigt und von sich aus erklärt hat, dass er und das Gremium – anders als in der Vergangenheit – angesichts der künftigen Herausforderungen des Marktes nicht mehr behilflich sein können. Engelke bestätigte aber auch gegenüber den SSH-Gesellschaftern die "absolute Richtigkeit der sehr konsequenten Pläne zur Neuausrichtung der SSH".

Fit für Solvency II und mehr

Wichtig war den beiden Geschäftsführern in Goslar ferner die Aussage, dass die SSH bereits heute für Solvency II entsprechend aufgestellt sei: "Hier haben wir unsere Hausaufgaben schon gemacht. Als Dienstleister hätten wir uns davor letztlich nicht verschließen können. Auch in diesem Punkt war die Anpassung der Partnerverträge wichtig. Dem Aufsichtsrecht – das Datenschutzrichtlinien, Code of Conduct bzw. Compliance, technische Organisationsmaßnahmen, Service-Levels usw. betrifft – musste hier zwingend Rechnung getragen werden."

SSH hat jetzt auch eine Akademie

Zu den Innovationen des vergangenen Jahres zählt ferner die neu gegründete SSH-Akademie, die von SSH-Partner Rolf Lausecker als Akademieleiter geführt werde. Lausecker ist unter anderem durch seine Initiative zum "Schadenstag" im niedersächischen Ort Leese bekannt, wo er nachhaltig praxis-orientierte Schulungen in Eigenregie mit SSH-Kollegen aus der Region initiiert, die nicht nur in eigenen Reihen, sondern auch bei den Auftraggebern aus der Assekuranzwirtschaft und anderen Bereichen gut angenommen werden. Von daher werde das Motto der neuen SSH-Akademie "Schulung live am Objekt" lauten. Das Angebotsportfolio richte sich an eigene Sachverständige der SSH und wiederum SV aus der Versicherungswirtschaft. Man wolle hier bewusst ein Forum für einen gemeinsamen Erfahrungsaustauch schaffen.

Michael Jänchen: "Wir sind überzeugt, dass diese Multiplikatorenfunktion sehr gewinnbringend sein kann für alle Seiten. Von daher hoffen wir auch auf den Miteinstieg von Versicherungsgesellschaften in diese Qualifizierungs-Offensive. Wir wollen hier gemeinsam neue Schulungskonzepte entwickeln." Erste Anfragen liegen nach den Worten von Thomas Pürthner aus der Assekuranz bereits vor. "Das dürften künftig noch deutlich mehr werden, da alle Beteiligten in der Schadenwelt im Grunde den gleichen Bedarf haben." Die ersten Termine seien auf der Homepage der SSH unter dem Reiter SSH-Akademie bereits hinterlegt.

Strategie 2020

Das Bündel unterschiedlichster Maßnahmen – zentrale Auftragsabwicklung und Rechnungstellung ab SSH-Zentrale Hamburg, neues Personal mit klaren Betreuungs- und Koordinationsaufgaben und Vieles mehr wurden zusätzlich innerhalb kürzester Zeit mit umgesetzt –‚ kommt bei der SSH nach Einschätzung von Branchenkennern einem "Entwicklungs-Quantensprung" gleich. Dass dieser Vergleich nicht ganz abwegig ist, machten Michael Jänchen und Thomas Pürthner in Goslar anhand weiterer Ausführungen vor ihren Partnern und Kunden deutlich. Hier geht es um das – wiederum nicht nur aufgesetzte, sondern ebenfalls schon in Umsetzung befindliche – "Strategieprogramm 2020".

In fünf Jahren, so das Geschäftsführer-Duo, werde man die "heutige SSH nicht wiedererkennen". Ein Baustein dazu: Indem die SSH als SV-Organisation selbst die Aufträge hält, will sie auch das Schadenmanagement für all ihre heutigen und künftigen Kundengruppen bedarfsgerecht "mit unterschiedlichsten und zum Teil völlig neuen Produkten" ausbauen.

In der Praxis könne das wie folgt aussehen: "Der Kunde wird uns am Telefon übergeben und wir steuern ihn – je nachdem, was der Auftrag vorgibt – in eine Partnerwerkstatt, in die eigene SSH-Organisation oder gegebenenfalls auch in eine externe Sachverständigen-Organisation. Wir sind hier Dienstleister unserer eigenen Partner, denen wir so viel Arbeit als möglich abnehmen wollen. Ziel ist, als ,Kümmerer vor Ort´ tätig zu sein."

"Hagel und auch sein Ausbleiben besser beherrschen"

Ein klarer Vorteil, der sich durch die neue Struktur für die gesamte Organisation bereits ergeben hat, ist laut Pürthner und Jänchen, "dass wir durch den zentralen Eingang aller Aufträge bei uns in Hamburg und aufgrund des Jahres 2014 jetzt wissen, wo die SSH ohne Hagel steht". Das Ausbleiben von Hagelschäden haben bekanntermaßen alle Organisationen und auch freien Sachverständigen im Vorjahr beklagt. Bei der SSH herrsche aber jetzt Klarheit, welche Maßnahmen zur entsprechenden Auslastung man zu treffen habe, um solche wetterbedingten Abhängigkeiten und schwankenden Auftragslagen besser abfangen und ausgleichen zu können.

Auch die Einführung eines "Massenschadenportals", intern kurz MSP genannt, sei auf das Thema Hagel ausgerichtet, denn: "Wenn wir wieder ein Jahr mit einer Vielzahl von Schäden erleben, wollen wir das sehr strukturiert steuern und mit unseren Partnern abarbeiten können, uns hier also auch qualitativ im Markt von anderen Auftragnehmern absetzen." Das entsprechende Portal wurde – wiederum 2014 – gemeinsam mit dem langjährigen IT-Dienstleister CombiConnect realisiert.

Die SSH GmbH ging zudem mit dem "PDR-Team" als zentraler Hageltechniker-Organisation eine weitere neue, enge Kooperation ein und will sich nach eigenem Bekunden noch breiter und dynamischer ausrichten, so die SSH-Geschäftsführer.Modern hat sich die SSH auch in ihren Kommunikationskanälen aufgestellt. So ist kürzlich der erste Newsletter an die Partner und Kunden versandt worden. Zukünftig informiert die SSH quartalsweise über aktuelle Themen rund um die eigene Organisation und die Sachverständigen-Branche.

Statistik und Internationalisierung

Das webbasierte Statistik-Tool mit den SSH-Providern betreut der Technische Leiter Wolf Dieter Riege. "Wenn eigene Partner Statistiken benötigen, haben wir hier sämtliche relevanten Daten verfügbar und können diese auch direkt in elektronischer Form schnell und abgesichert übertragen bzw. alle Daten in den Gutachten entsprechend auswerten." Schnelle und sofortige Aktualisierungen könne man aufgrund der webbasierten Verfügbarkeit damit "wenn benötigt, von jedem Punkt der Erde vornehmen", so Thomas Pürthner.

Auch das Thema Internationalisierung schnitten er und Jänchen in Goslar und gegenüber AUTOHAUS an: "Wir wollen 2015 die ersten Schritte nach Europa gehen und künftig direkt da sein, wo die Auftragsarbeiten anfallen. Dazu hat unsere neue Hagelkooperation, das PDR Team, welches ihrerseits die Internationalisierung vorantreibt, an uns bereits die ersten Anstöße gegeben und einen gemeinsamen Weg angeboten."

Mit der "neuen" SSH kann man nach Ansicht von Pürthner und Jänchen "eine Vielzahl von Synergie-Effekten" heben. "Und genau das wollen wir auch", so die beiden Strategen an der Spitze der Schaden Schnell Hilfe abschließend.   (wkp)

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