250px 61px
präsentiert vonrealgarant
HB ohne Filter
HB ohne Filter
präsentiert vonrealgarant
Kommentare (5)

HB ohne Filter vom 21. März 2014

Prof. Hannes Brachat

Heute: Kfz-Innung Freiburg schüttet 100.000 Euro aus, Hyundais i10 als Mausklick, 10. Puls-Kongress – Autovertrieb 3.0, ATU-Subventionen über Gewerbesteuererlass.

Steigen Sie ein in die Diskussion! Am Ende des Beitrags finden Sie den Button "Kommentare". Klicken Sie darauf und kommentieren Sie Prof. Brachats Kommentar!

17. März - Montag

Kfz-Innung Freiburg schüttet 100.000 Euro aus!


Die Kfz-Innung Freiburg, wohl Deutschlands innovativste Innung, setzt erneut markante Zeichen. Als erste Innung in Deutschland kündigte auf der Versammlung am 17. März 14 der scheidende Obermeister Bruno Tibi an: "Die Innung schüttet für 2014 100.000 Euro in Form von Sachleistungen aus der Dienstleistungsofferte der Kfz-Innung aus." Also Arbeitssicherheitsprüfung, Prüfungsgebühren, Seminarleistungen u.a. In einer Top-Veranstaltung auf der neuen Messe zu Freiburg wurde u.a. mit dem Generationenwechsel im Vorstand ein neues Kapitel aufgeschlagen. Die komplette Vorstandschaft in einheitlichem Outfit, mit Hemden mit gesticktem Innungseintrag am Kragen, marschierte bei peppiger Musik auf das Podium. Die Lichttöne im Raum in blau, entsprechend der Innungsfarbe gehalten, an der Wand in großen Lettern: "Herzlich willkommen zur Innungsversammlung 2014." Es erklang das "Badner-Lied", das Auditorium stand. Wer dabei keine Gänsehaut kriegt, sollte zur Überprüfung seines Seelenkorsetts. Unglaublich! Eine gigantische Ouvertüre!

 

Kfz-Innung FreiburgDer Willkommensgruß mit dem Vorstand zu Beginn der Innungsversammlung in Freiburg


Die Malaise

Aufgrund von Unterschlagungen durch den früheren Geschäftsführer stand die Innung im Jahr 2005 mit 400.000 Euro Verlust vor der Insolvenz. Heute kann sie 800.000 Euro Vermögen vermelden. Der nun scheidende Obermeister Tibi sowie Ford-Händler Siegfried Ernst und in Folge der Vorstand der Kfz-Innung legten mit dem neuen Geschäftsführer Erhard Bender ab 2006 den Neustart hin. Die Zahl der Mitglieder stieg seither von 260 auf 300. Die Innungsarbeit wurde vormals mit acht Mitarbeitern und einem Vollzeitgeschäftsführer geleistet. Heute sind es bei einer größeren Mitgliederzahl noch zwei Mitarbeiter und ein Halbzeit-Geschäftsführer! Und das mit erweiterter Dienstleistungsofferte, die gezielt zugekauft wird. Sie UVV-Prüfung beispielsweise mit Dekra. Die Mitglieder bezahlen dafür 2014 20 Euro. Erwähnt sei auch das SEKI-Vorsorgeprogramm sowie die Optimierung weiterer Versicherungsleistungen (u.a. Hagelschaden). Der in geheimer Wahl eindrucksvoll gewählte neue Obermeister und bisherige Stellvertreter Rolf Busemeier: "Wir verstehen uns als Dienstleister für unsere Mitgliedsbetriebe. Dazu haben wir auf einem Strategiemeeting für 2014 klare Ziele gesetzt und werden unseren innovativen Weg konsequent fortsetzen."

Der Landesverband

Auch der Beitrag an den Landesverband Baden-Württemberg in Höhe von 75.000 Euro wurde auf den Prüfstand gestellt. Dazu wurden mit dem Landesverband inzwischen konkrete Leistungsvereinbarungen getroffen. Bruno Tibi dankte dafür dem Landesverbandspräsidenten Baden-Württemberg, Dr. Harry Brambach, und dem Landesverbandsgeschäftsführer Carsten Beuß, die an der Veranstaltung in Freiburg teilnahmen. Es ist ein offenes Geheimnis, dass die Innung die Zwangsjacken der Kreishandwerkerschaft sowie der Handwerkskammer wie der IHK mit großen unternehmerischen Vorbehalten sieht. Man möchte für Leistung, nicht für "Zwang" oder gar Besitzstand Beiträge bezahlen. Auffällig: Unter den 110 Besuchern waren zahlreiche Damen. Ein Novum! Die anschließende Steh-Party mit Catering sollte mit namhaften Vertretern aus dem Banken-, Versicherungs- und Dienstleistungsgewerbe bis 0.00 Uhr dauern!

 

Kfz-Innung FreiburgDer scheidende Obermeister, Bruno Tibi, übergibt die Verantwortung an seinen Nachfolger, Rolf Busemeier. Im Bild Dr. Harry Brambach, der Landesverbandspräsident Baden-Württemberg (l.), Sigfried Ernst, stellv. OM sowie der Geschäftsführer des Landesverbandes Baden-Württemberg, Carsten Beuß (r.)

 

18. März – DienstagHyundais i10 als Mausklick


Wie Internet-Neuwagenvertrieb zwischen Hersteller und Handel aussehen kann, machte der Österreichische Hyundai-Importeur Denzel vor. Zusammen mit den Händlern wurde Hyundais und zugleich Österreichs günstigstes Auto in einer 16-Monate-Aktion erstmals online angeboten(www.Hyundai-Shop.at). Preis ab 6.499 Euro, finanziert ab 64,99/Monat. Der Käufer konnte zwischen den Farben rot, weiß und schwarz wählen. Das war der erste Schritt.

Im zweiten Schritt gab der Käufer seine persönlichen Daten ein. Dann musste er den Hyundai-Partner aus seinem Einzugsbereich auswählen und die Frage ankreuzen, ob er finanzieren möchte oder nicht. Jetzt galt es die AGB anzuklicken. Nach erfolgter Bestellung wurde die persönliche Unterschrift eingeholt. Die Lieferung und Übergabe wurde dann vom angegebenen autorisierten Hyundai-Partner durchgeführt, der auch die Restmarge erhielt. Die Bezahlung des Kunden erfolgte per Überweisung an die Denzel-Bank.

Insgesamt wurden 360 Bestellungen getätigt. Finanzierungsanteil: 22 Prozent. 52 Prozent der Besteller waren Männer, 45 Prozent Frauen, der Rest Unternehmen. Insgesamt kann der Importeur mit seinen Händlern für ganz Österreich auf eine erfolgreiche Aktion zurückblicken.

 

Hyundai-Importeur Denzel
Der Aufhänger!

Hyundai-Importeur Denzel  

Die Online-Offerte

 

19. März – Mittwoch

10. Puls-Kongress – Autovertrieb 3.0


Dr. Konrad Wessner, Chef von Puls-Marktforschung lud mit seinem Team zum  im Dauphin Speed Event in Hersbruck ein. Eine Oase, mitten in einer großen Privatsammlung von Oldtimern. Thema war der Autokäufer, Automobilverkauf und Servicegeschäft 3.0. Und 3.0 meint, dass der Autokäufer heute feingliedrige Webinhalte in Form von Bewertungen, Qualitätskriterien, Ortsangabe u.a. erhält.

VIP-Gast war Dr. Ing. Bernd Pischetsrieder, Vorsitzender des Aufsichtsrats Münchner Rück, Gesellschafter C.F. Mirchbach & Co. KG, ehemaliger Vorstandsvorsitzender der BMW AG und des VW-Konzerns. AUTOHAUS-Herausgeber Prof. Hannes Brachat führte mit ihm vor Ort eine Podiumsgespräch über die "alte" und "neue" Autowelt. Pischetsrieder: "Diese einmalige Welt der Oldtimer wird es künftig nicht mehr geben. Von ihnen würde heute nicht ein einziges mehr eine offizielle Zulassung erhalten. Zu groß sind heute im Detail die Vorgaben, die das 'neue Auto' ausmachen. Von Sicherheits- bis Widerstandsfragen u.a." Mit Blick nach vorne meinte Pischetsrieder: "Wir brauchen einen großen Bogen, von den Zulieferern, Herstellern, Vertrieb, Kunde bis zur Verschrottung. Dabei geht es um eine ganzheitliche Optimierung der einzelnen Prozesse."

Hier in Kurzform die Thesen des glänzend organisierten und sehr gut besuchten Kongresses:

  1. Die Branche braucht für den digitalen Verkauf wie für den Service eine digitale Gesamtstrategie.
  2. Beim Automobilhändler fällt im Verbund mit der Probefahrt zu 53 Prozent die endgültige Entscheidung für das neue Fahrzeug. Es sollte der Händlerbetrieb erlebbar gemacht werden.
  3. Der Kunde besucht dazu 3,2 mal das Autohaus
  4. Zwei Drittel der Internetnutzer haben Vorbehalte, dass die digitale Welt gefärbte und weniger verlässliche Informationen bietet. Der Verkäufer ist besondere Vertrauens- und Orientierungsperson!
  5. 53,5 Prozent des Informationsbedarfs holen sich die Autokäufer aus dem Netz, 36 Prozent beim Händler.
  6. Wir haben in der Branche keine Revolution sondern holen das nach, was wir verschlafen haben. (Burkhard Weller) Im einzelnen sind das die Faktoren: Kundenzufriedenheit, Kundenbeschwerden,  Wohlfühlen, Optik und Stil, Sondermodelle als Blickfänger, Eventkultur, Konzentration auf das Heute, Kompetenzen erweitern, Aktive Nachwuchsförderung
  7. Im Service gilt es die Kundendaten- und Fahrzeugdaten zu verknüpfen. Personalisiertes Marketing. Dazu bedarf es eines Verantwortlichen.
  8. Die digitale, sprich papierlose Dialogannahme ist Realität.
  9. Das Servicemarketing im Onlineauftritt hat hinsichtlich Servicebörsen besondere Priorität.
  10. Jetzt werden die einschlägigen Weichen und Spielregeln für die Servicebörsen eingeschliffen.
  11. Über die Servicebörsen werden Daten erhoben, die Nutzungsdaten werden sollten. Die Kunden im Netz hinterlassen Spuren. Aus Daten entstehen Einsichten.
  12. Hersteller/Importeure testen neue Vertriebsformate
  13. Chancen und Risiken passen beim bestehenden Vertriebssystem nicht mehr zusammen.
  14. Investitionen müssen sich rechnen.
  15. Visualisierungen durch personalisierte Inszenierungen, dynamische Umgebungen, Fernberatung, Storytelling.
  16. Substanz in der Offerte verbessern.
  17. Schaffung von Erlebnissen. Vorführeffekt!
  18. Es wird alles noch schneller werden. Internet wird noch präsenter, vor allem bei Autoteilen, Reifen und Service.
  19. Unterscheide den First und den Second Moment of Truth
  20. Man muss jedes Jahr zehn bis 20 Prozent neue Kunden gewinnen! 80 Prozent der Kunden lassen sich halten, wenn man es richtig macht (R. Still)
  21. Wir müssen im Internet gefunden werden. Ware sucht Kunde!
  22. Homepage muss Alternative zu den allgemeinen Börsen sein.

 

 10. Puls AutomobilkongressDr. Konrad Wessner, Chef von puls Marktforschung

10. Puls AutomobilkongressAUTOHAUS-Herausgeber Prof. Hannes Brachat und Dr. Bernd Pischetsrieder

10. Puls AutomobilkongressBurkhard Weller, Chef der Weller-Gruppe, und Roman Still, Sprecher der AVAG SE

 

21. März – Freitag

ATU-Subventionen über Gewerbesteuererlass


ATU strauchelt seit Jahren. Da hat sich unlängst die Heuschrecke KKR (Kohlberg Kravis Roberts) als bisheriger Eigentümer aus dem Staub gemacht und eine Investmentgesellschaft namens Canterbridge mit Hauptsitz in New York gefunden. Die Anleihengläubiger verzichten auf Forderungen in Höhe von 600 Millionen Euro und erhalten dafür neue Stammanteile an ATU. Die Stadt Weiden verzichtet auf 80 Millionen Euro Gewerbesteuer, die Stadt Werl, wo ATU ein Logistikzentrum unterhält, auf elf Millionen Euro. Weiden hat bereits 2010 auf 18 Millionen Euro verzichtet. Jetzt sollen auch noch namhaft Arbeitsplätze abgebaut werden. Von 900 ist die Rede. ATU schrieb im Geschäftsjahr 7/2012 bis 6/2013 einen Verlust von 517 Millionen Euro.

Es ist doch nicht hinnehmbar, dass ATU permanent mit Dumpingpreisen arbeitet, zum Teil unter Selbstkosten, und sich das durch Steuerlasse von der Gesellschaft subventionieren lässt. Andere Unternehmen in Weiden und Werl sollten die Gewerbesteuerzahlungen einstellen. Wer Ölwechsel für einen Euro anbietet, Inspektionen nach Herstellervorgaben für 49 Euro offeriert, Radwechsel für 3,75 Euro, der darf sich nicht wundern, dass er Pleite geht. Eigentlich hat hier das Kartellamt wegen Unter-Einstandspreisen-Angeboten einzuschreiten. Mit Gleichbehandlung von Steuerpflichtigen hat das alles nichts zu tun. Willkür der Besteuerung. Im Klartext: Nach normalen Wettbewerbsgegebenheiten müsste ATU den Platz räumen, den längst fälligen Konkurs anmelden. Das ist doch nur noch ein Abgesang auf Raten. Und das seit Jahren. Wie viele Sanierer haben sich da bis heute vergeblich bemüht!

 

Spruch der Woche:


"Schreiben sie statt Weihnachts- Oster-Karten, da fallen sie auf!" (Dominic Multerer)

(bilden sie einen Hasen mit Eiern ab, dann glaubt spätestens in 10 Jahren jeder daran, dass der Hase inzwischen Eier legt!)

Mit meinen besten Grüßen und Wünschen

Ihr

Prof. Hannes Brachat
Herausgeber AUTOHAUS

Newsletter
Newsletter
Artikel jetzt ...

mit anderen teilen per

© Copyright 2020 AUTOHAUS online

Artikel jetzt ...

© Copyright 2020 AUTOHAUS online

5 Kommentare
1
MS
28.03.2014

Große Inspektion beim Audi Vertragshändler für einen A5 (Durchsicht, Öl-/Getriebeöl-Wechsel) = 1000 € . Bei der ortsansässigen ATU Werkstatt identische Leistung für 450 €. Da hole ich mir meine Steuer wieder :)

2
Derek Finke
26.03.2014

Schade, dass ich beim puls Kongress nicht dabei sein konnte. Soweit ich Ihrem Fazit entnehmen kann, sind wieder einmal zahlreiche und interessante Themen angesprochen worden. In Punkt 19 Ihrer Aufzählung vermisse ich jedoch etwas. Sie konzentrieren sich hier ausschließlich auf die beiden mittleren Momente der Wahrheit, vergessen jedoch, dass Kunden erst einmal gewonnen werden müssen (Zero Moment of Truth) und sich heute in Sozialen Netzwerken und anderen Plätzen im Internet über ihre gemachten Erfahrungen austauschen (Ultimate Moment of Truth). Leider sind es auch genau diese beiden Punkte, die in der Breite der deutschen Autohandelslandschaft stiefmütterlich behandelt werden. Ich habe mich dazu ausführlicher in meinem Blog "ausgelassen": http://buff.ly/1hqcXsw

3
Gerdi Hellmann
24.03.2014

Die Kommunalpolitiker in Weiden und Werl stehen stellvertretend für andere europäische und deutsche Kommunen, Länder und den Bund, die den Überblick auf ihre ureigenen Aufgaben verloren haben! Die finanziell bestens ausgestatteten oder eng gestrickten Kommunen subventionieren ein kerngesundes oder ein angeschlagenes Unternehmen! Es verwundert, dass hier kein Aufschrei zur sofortigen Beendigung dieses Treibens durch den mittelständisch geprägten Automobilhandel geht? Keine Lobby? Keine Lust, den Stadtrat anzurufen? Keine Zeit?

4
Karl-Heinz Scherer
22.03.2014

ATU - Nicht nur unrealistische Preisgestaltung, sondern vor allem kundenunfreundliche Bedienung muss ich ATU attestieren. Mehrmals wollte ich dort Arbeiten am Kfz. in Auftrag geben. Ignoranz! Konsequenz: mögliche(n) Kunden von vornherein verloren ! Schätze, dass ich nicht er Einzige bin.

5
Michael Kühn
21.03.2014

Entschuldigung verehrter Herr Prof. Brachat, aber das Foto mit Hr. Pichetsrieder, dem Existenzvernichter zahlreicher Rover-Betriebe hätten Sie besser nicht gezeigt. mit freundlichem Grüßle M. Kühn

Ihr Kommentar zum Artikel
Ihr Kommentar zum Artikel

AUTOHAUS ist ein Fachmedium für die Automobilwirtschaft. Die qualifizierte Meinung unserer Online-Nutzer zu allen Branchenthemen ist ausdrücklich erwünscht. Bitte achten Sie bei Ihren Kommentaren auf die Netiquette, um allen Teilnehmern eine angenehme Kommunikation zu ermöglichen.
Vielen Dank!

Schon gelesen?
Die Top-Nachrichten