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Kommentare (1) 03.09.2018

Auto-Stammtisch

Die Aldi-isierung der Mobilität?

Patrick Neumann

Wer wie ich gerade Hunderte Kilometer auf italienischen Straßen verbracht hat, der kennt sie natürlich: Automatentankstellen. Einfach die praktische Plastikkarte zücken, die gewünschte Säule auswählen, die PIN eintippen und den passenden Sprit zapfen. Kurze Zeit später ist man wieder auf der Autostrada unterwegs. Dolce Vita im Mobilitätssektor – auch wenn der Service des immer freundlichen Tankwarts diesbezüglich natürlich auch seinen Reiz gehabt hätte. Sei es drum.

Zumal das Thema Automatentankstellen en vogue zu sein scheint, wie zuerst die "WirtschaftsWoche" vergangene Woche vermeldet hatte. So musste ich in Bella Italia lesen, dass der Discounter Aldi Süd hierzulande bis zu 200 Tankstellen plane, an voraussichtlich zehn Standtorten im Großraum München, Nürnberg und Stuttgart solle es losgehen. Dafür verpachtet Aldi Süd dem Bericht zufolge Parkplatzflächen an eine Tochter des österreichischen Mineralölkonzerns OMV. Kein Wunder, dass Thomas Drott, Geschäftsführer des Bundesverbands Tankstellen und Gewerbliche Autowäsche (BTG), dramatische Folgen für die Pächter im Einzugsgebiet befürchtet.

Dramatisch ist auch, was der andere große Discounter Lidl aktuell mit BMW in unserer Branche vorexerziert. "Feldversuch für Vertrieb ohne Handel" lautet der lesenswerte Beitrag meiner Kollegin Doris Plate in der heute erschienenen AUTOHAUS-Ausgabe. Demnach verkauft der Münchner Autobauer die Dienstwagenflotte für die Schwarz-Gruppe komplett am Handel vorbei. "Es gibt keine Auslieferungspauschale, keine Servicearbeiten und keine Rücknahme der Gebrauchten", heißt es in dem Artikel. Kollegin Plate schreibt über eine neue Dimension des Direktverkaufs.

Natürlich ist es reiner Zufall, dass die für ihre erfolgreiche Niedrigpreispolitik bekannten Discounter fast gleichzeitig mit ihren Aktivitäten im Mobilitätssektor auffallen – und sie damit einigen Unternehmern Kopfschmerzen bereiten. Letztere sollten aber auf jeden Fall gewarnt sein: Egal, ob Discounter oder Disruptor, auch in Zukunft dürften sich findige Strategen ein leckereres Stück am Mobilitätskuchen schmecken lassen wollen.


Digitale Grüße,

Patrick Neumann,
stellvertretender Chefredakteur AUTOHAUS

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1 Kommentar
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Edmund Wagner
04.09.2018

Es gibt Interessenten, die wollen einen Preis kaufen! Und es gibt Interessenten, die wollen ein Automobil kaufen. Für sich, aus Spaß, nach Maß... Aufgabe des Autohauses und der AutoverkäuferInnen vor Ort ist es, das eine vom anderen unterscheiden zu lernen! Und unterscheiden zu können...

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