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Kommentare (3) 05. März 2018

Auto-Stammtisch: Großes Gerede – wann kommt der Diesel aus den Schlagzeilen?

Patrick Neumann

Unglaublich, was war das für eine Dieselwoche? Und damit meine ich nicht das Urteil des Bundesverwaltungsgerichts am vergangenen Dienstag, mit dem die Richter um Andreas Korbmacher den handelnden Bundespolitikern eine schallende Ohrfeige verpasst haben. Nein ich ziele auf die medial geführte Dieseldebatte ab. Da schwingt sich beispielsweise der Bundesadler auf dem Cover des Nachrichtenmagazins "Der Spiegel" in die Lüfte, in seinen Klauen ein Fahrzeug aus Wolfsburg. Darunter in großer Schrift: "Der Diebstahl". Und ein wenig kleiner: "Die Wut der Autofahrer – und wie der Verkehr der Zukunft aussehen könnte".

Reflexartig blättere ich zur Titelgeschichte auf Seite 10 und suche diese wütenden Autofahrer, die ich wenige Tage vorher schon bei Maybrit Illner im Einspieler gesehen hatte. Doch von wütenden Autofahrern mehr oder weniger Fehlanzeige. Ausführlich geht es im Nachrichtenmagazin um die großen Versäumnisse der Politik, eine intelligente Verkehrsplanung (am besten ohne Auto!) und den öffentlichen Nahverkehr.

Spontan muss ich beim Blättern an Jens Nietzschmann denken, der bekanntlich von Panikmache nicht viel hält und diese erst kürzlich in Berlin scharf kritisiert hat. In seinem Statement von vergangenem Freitag erklärte der DAT-Geschäftsführer nun, dass er die wieder öffentlich angelaufene Panikmache über die Entwicklung des Gebrauchtfahrzeugmarktes völlig daneben finde. Und der Mann hat Recht. Aufklären statt verunsichern – alles andere hilft doch aktuell nicht weiter. Denn Dieselhalter, die sich beispielsweise am Donnerstag den schon erwähnten und hochkarätig besetzten Illner-Talk im ZDF angeguckt haben, waren sicher verwirrter als vor der Sendung. Das war zumindest mein Eindruck. In dieser Debatte kamen übrigens die unter Euro-5-Druck stehenden Autohändler mit keiner Silbe vor! Oder haben mich die Polemik und der Politiksprech gar ein wenig wegnicken lassen? Einer der Gründe, den Fernseher beim Diesel-Chaos-Talk von Anne Will gestern lieber aus zu lassen. Ob das falsch war?

Digitale Grüße

Patrick Neumann,
stellvertretender Chefredakteur AUTOHAUS

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3 Kommentare
1
Bernhard Buchner
06.03.2018

Sehr guter Kommentar! Dieses Diskussionsgelaber in den verschiedenen Talkrunden dient keineswegs einer Informationsvermittlung sondern soll Quote bringen und dient außerdem der Selbstdarstellung diverser Teilnehmer.

2
D
05.03.2018

Ich bin bei Ihnen verehrter Herr Neumann,Diese aktuellen Diskussionsrunden gehen zumTeil an der Sache vorbei, werden aber von den Medien selbst nachhaltig angeheizt (der Kampf um die Quote)Das Beste wäre eine Versachlichung dieser unschönen und sehr einseitigen Debatte. ( Kine Diskussionsrunden geschmückt mit blauen Plaketten)Ich wünsche mir eine klare Statistik aller Emittenten, - dazu gehören ganz sicher nicht nur die angeblich so bösen Automobile sondern alles was irgenwie verbrannt wird auf unserer schönen Welt. Wenn dies vorliegt, wünsche ich mir eine weitere Statistik, die endlich mal beweist wieviele Todesfälle tatsächlich auf diese bösen Abgase direkt zurück zu führen sind. (Ich habe bis heute noch von niemand - auch wenn er den ganzen Tag im Auto im dichten Verkehr unterwegs ist und atmet gehört - der irgendwann tot aus dem Auto gefallen ist) Es gibt aber auch keine Seeleute und Airportvorfeldmitarbeiter die abends tot umfallen wegen der dort massiv auftretenden Dieselabgase. - Also bitte an Alle, ehrlich und fair bleiben, alle Übeltäter beim Namen nennen und dann prozentual nach Verursacherprinzip nach Lösungen suchen - so einfach (und für alle fair) wünscht sich das auch der Wähler.

3
Kinscheck
05.03.2018

Sehr Gut !!!

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