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Kommentare (1) 04.05.2018

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China, Agenturmodell, StreetScooter

Prof. Hannes Brachat

Heute: Der weltgrößte Automarkt: China +++ Agenturmodell im Markenhandel – Österreichische Sichtweise +++ StreetScooter-Vertrieb in Deutschland +++ Sommerreifen-Aktivitäten

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April
30.
Montag

Der weltgrößte Automarkt: China

China ist heute mit 24 Millionen verkauften Autos p.a. der größte Automarkt der Welt. Es sollen 30 Millionen werden. China ist inzwischen der wichtigste Einzelmarkt für alle deutschen Premiumhersteller. Eben ging die weltgrößte und wichtigste Automesse, die Auto China in Peking zu Ende. VW steht im Verbund mit SAIC mit 15 Prozent auf dem chinesischen Markt in der Zulassungsstatistik an erster Stelle. Die Aufhebung des Joint-Venture-Zwangs wird künftig für mehr Wettbewerb in der chinesischen Automobilindustrie sorgen. Daimler verkaufte in China 2017 590.000 Fahrzeuge. Die Schwaben schreiben im Verbund mit BAIC einen Rekord nach dem anderen. Jetzt kommt Li Shufu, der größte Einzelaktionär von MB und Besitzer von Geely - und damit von Volvo - als Kooperationspartner hinzu. Das fordert Balance.

Herbert Diess, der neue VW-Konzernchef, trat erstmals in seiner neuen Funktion auf der Peking-Messe auf. China ist für Volkswagen der wichtigste Markt. Hier werden 40 Prozent aller Volkswagen verkauft, sprich jährlich mehr als vier Millionen Autos. Audi liegt bei 600.000. Audi wird künftig neben SAIC zusammen mit FAW kooperieren. BMW will weiter an der Kooperation mit Great Wall festhalten.

Das Unternehmen Nio gilt als einer der besonderen Innovationsträger in China. Nio will ausschließlich E-Autos verkaufen. Der chinesische Tesla. China ist schließlich der größte Absatzmarkt für Elektroautos. Man will beispielsweise 5.000 "Valet Boys" einstellen, die unter anderem mit hundert Lieferwagen mobil umherfahren, um die Autos der Kunden aufzuladen. Jack Cheng, der Nio-Chef, meinte auf der Messe, man müsse mehr über die Mobilität der Zukunft nachdenken. Das geht aber nicht schnell genug. Viele sind noch unflexibel, machen Ferien im Juli und August. Das funktioniert so nicht mehr. Wir arbeiten rund um die Uhr! Ohne Frage, es geht mit der Einführung von Elektroautos in China schneller voran. Viel schneller!

Mai
2.
Montag

Agenturmodell im Markenhandel – Österreichische Sichtweise

Mein Kollege Gerhard Lustig, Herausgeber des führenden Automagazins Österreichs "Auto & Wirtschaft" schreibt in einem gewichtigen Kommentar zur aktuellen Diskussion um Händlerverträge: Vieles im Händlervertragswesen ist im Umbruch und manche Marken lassen – auf europäischer Ebene – mit Agenturlösungsvorschlägen auf"horch"en. Ohne vertragliche Absicherung kann das Agenturmodell zu einem "Handel auf Abruf" führen, warnen Experten.

Noch dementieren Hersteller vehement die Idee von Agentenverträgen anstelle konventioneller Markenverträge. Viele (Premium-)Hersteller sehen in Disruptoren wie z. B. AirBnB, Uber oder Spotify ähnliche Entwicklungen auf sich zukommen, zu Hardware-Lieferanten degradiert zu werden, die Kundenschnittstelle durch ein (fremdes) Internetportal besetzt, damit wertvolle Kundeninformationen abgegriffen und ein neues Nachfragemonopol aufgebaut wird. Vor diesem Szenario sollte übrigens auch der Autohandel Respekt haben, da zunächst einmal er in wichtigen Funktionen ersetzt wird.

Hersteller rücken, das ist unbestritten, näher zusammen, da sie sich nicht mehr gegenseitig als die bedrohlichsten Wettbewerber sehen, sondern eben diese digitalen Vermittler. Um die Preiskontrolle durch den Hersteller zu gewährleisten, ohne gegen Kartellrecht zu verstoßen, drängt sich als mögliche Lösung die Umstellung auf ein Agentensystem auf – was zum Beispiel eigene Portale zur Folge hätte. Diese Idee mag zunächst nicht schlüssig sein, kann aber in den Gedanken der von Marktanteilen getriebenen Automanager zu erheblichem Kollateralschaden für den tradierten Markenhandel führen! Bei einem, nennen wir das "Handel auf Abruf", würde nur mehr für in der realen Welt agierende Kunden bezahlt, der digitale Kunde jedoch direkt und ohne Provisionsanspruch vom Hersteller bedient werden.

In den Augen der vertragsgebenden Hersteller werden diese Zeilen zum jetzigen Zeitpunkt als Hirngespinst abgetan. Vorsicht ist allemal geboten, auch wenn sich für den einen oder anderen Vertragspartner neue Dimensionen eröffnen.

Mai
3.
Donnerstag

StreetScooter-Vertrieb in Deutschland

Eigentlich sollte er exklusiv ein Elektrotransporter für die Deutsche Post werden. Der Start für das eigene Unternehmen wurde 2010 in Aachen gelegt. Seit 2014 ist StreetScooter eine Tochter der Deutschen-Post-Gesellschaft DHL. Jetzt ist der Vertrieb auch über die Post hinaus freigegeben. Nachdem der StreetScooter auf dem Fahrgestellt des Ford Transit basiert, wird nun das Fahrzeug über die deutschen Ford Transit Center vertrieben.

Aber auch über andere Markenhändler: Die AHG in Gelsenkirchen oder Bochum ist primär BMW-Händler. Oder das Autohaus Weller in Bietigheim steht mehr für die Marke Opel wie für Ford. Im Klartext, es können sich interessierte Händler unter info@streetscooter.eu vertiefend informieren. Den StreetScooter gibt es in drei Modellvarianten und kostet zwischen 38.000 und 42.000 Euro abzüglich 4.000 Euro "Umweltbonus". Der Vertrieb läuft bislang ausschließlich an Gewerbekunden. Ferner offeriert u.a. die RWE-Tochter Innogy Ladelösungen für die Flottenbetreiber.

Separat läuft die DHL-Produktion und der Vertrieb der Produkte des e.Go. Dieses Elektro-Stadtauto der Kleinwagenklasse wird ab Herbst 2018 ausgeliefert. Das Fahrzeug kostet je nach Ausstattung zwischen 16.000 und 20.000 Euro. Derzeit wird das Vertriebsnetz aufgebaut. Weitere Details unter: e-go-mobile.com.

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StreetScooter-Vertrieb im Autohaus Weller, Bietigheim, sowie bei AHG Gelsenkirchen/Bochum

Mai
4.
Freitag

Sommerreifen-Aktivitäten

Es ist gut zu wissen, über welche Vertriebsschienen die 22 Millionen Sommerreifen p.a. an die Frau oder den Mann kommen. Die 2.000 Reifen-Fachhändler vermarkten gut 33 Prozent, sprich 7,2 Millionen Reifen. Die Markenhändler sind mit 20 Prozent bzw. 4,4 Millionen runden Einzelexemplaren vertreten. ATU gilt als größter deutscher Reifenhändler. Dazu werden bei ATU sämtliche werblichen Vertriebskanäle genutzt. Vor allem auch der Online-Vertrieb. Dazu schlagen dann regelmässig samstags oder sonntags die E-Mails ein. Die ATU-Rabattdimension bei den Felgen entspricht der gewählten Zollgröße.

Euromaster offeriert artig Michelinreifen mit zehn Prozent Nachlass. Klar, als Tochter des französischen Reifenherstellers liegt das auf Achse! PitStop mischt inzwischen wieder aktiv am Servicemarktgeschehen mit. Da werden die Sommer-Highlights quer über mehrere Reifen-Marken offeriert. Für das Übernachten im Reifenhotel bezahlt man für 180 Tage 39 Euro. Gleichzeitig wird der Kunde aufgefordert zum Reifenkauf gleich den Reifen-Service mit zu buchen. Man vergleiche! Interessant, eine Reifen-Finanzierung wird nicht gepuscht. Die Offerte im Markenhandel läuft beispielsweise bei Santander mit einer 0,00-Prozent-Reparatur- und Zubehörfinanzierung. Dies mit flexibler Laufzeit bis hin zu kleinen monatlichen Raten.

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Reifenwerbung in vielen Facetten

Spruch der Woche:

"Stil: Das Wie adelt das Was!"

Mit besten Grüßen zum schönsten (Natur-) Monat des Jahres

Ihr

Prof. Hannes Brachat
Herausgeber AUTOHAUS

www.brachat.de

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1 Kommentar
1
KW1904
07.05.2018

Sehr geehrter Herr Brachat, sie sind mir zu vorsichtig. Die Automobilhandelslandschaft hat Ihnen soviel zu verdanken. Auf wen müssen sie oder wollen sie noch Rücksicht nehmen. Das Geschäftsmodell "klassischer Markenhandel" als inhabergeführte Kfz-Werkstätte mit angeschossenem Handel mit nur einer Marke ist zu Ende. Welcher mittelständische Familienbetrieb kann (sowohl finanziell aber auch mental) oder will diese auf uns zu kommenden Herausforderungen des Mobilitätswandels stemmen. Das fatale ist, das die Hersteller keine Lösung haben. Hier wird immer noch nach veralteten Rezepten aus den 90er Jahren gearbeitet. Der Wandel muss in den Köpfen stattfinden, aber wie will man das anstellen bei Leuten, die max. 3-Jahre "Verantwortung" zeigen wollen.

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