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Kommentare (2) 05.05.2017

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Abgas-Skandal, Überführungskosten, Peter Hülzer

Prof. Hannes Brachat

Heute: Abgas-Skandal - ein Desaster, Überführungskosten vor der Klärung, Peter Hülzer - einer Brancheninstitution zum Abschied, 2050 - Keine Verkehrstoten mehr.

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Mai
2.
Dienstag

Abgas-Skandal - ein Desaster

Was sich seit dem VW-Diesel-Betrugsskandal zum Abgas-Skandal der gesamten Automobilindustrie entwickelt hat, erhält inzwischen desaströsen Charakter. Aktuell laufen Verhandlungen zwischen der Politik und Autoindustrie, um Fahrverbote abzuwenden. Gedacht wird an Nachrüstlösungen. Der Kfz-Landesverband Baden-Württemberg trägt in einem Schreiben an die zuständigen Landesminister die Auswirkungen der direkt in Stuttgart betroffenen Kfz-Betriebe wie deren Kunden vor. Mit einem Fahrverbot in die Innenstädte wäre das Vertrauen der Käufer dahin, der Diesel als Highlight für niedrigeren Verbrauch und Leistungsstärke gelaufen. Die "Grünen" heben das Thema Abgase zur Bundestagswahl auf den Schild, fordern die Blaue Plakette, die Abschaffung des Steuervorteils für Dieselfahrzeuge und wollen mit einem Gruppenklageverfahren und weiteren Kontrollen die Autoindustrie vor sich selber schützen. Die Deutsche Umwelthilfe wirft vor Gericht MB irreführende Werbung für den Diesel vor. Larry Thomson nimmt als US-Aufpasser bei Volkswagen seine Arbeit auf. Aktuell wurde bekannt, dass es Stuart Johnson, der US-Chef Entwicklung und Umwelt bei VW war, der die Behörden über das schmutzige Geheimnis der Wolfsburger Dieselmotoren informierte.

Diese Woche legte der Untersuchungsausschuss des Deutschen Bundestags seinen Bericht zur Abgasaffäre vor. Es sollte darin beleuchtet werden, wie es zum Skandal kommen konnte und ob die Behörden versagt haben. Die Große Koalition spricht sich nach fast einjähriger Untersuchung frei. Die Koalitionäre sind der Auffassung, dass in Deutschland keine bedenklichen Stickstoffdioxid-Werte bestünden. Das Umweltbundesamt dagegen meint: Es ließen sich pro Jahr 14.400 Todesfälle vermeiden, gäbe es keinen Dieselruß in der Luft. Fazit: Das Dieselthema wird auch weiterhin ideologiebehaftet bleiben!

Mai
3.
Mittwoch

Überführungskosten vor der Klärung

Der Bundesgerichtshof hat in Sachen Überführungskosten jetzt das letzte Wort. Verlangt der Händler vom Käufer die Kosten der Überführung eines Fahrzeugs vom Hersteller zum Händlerbetrieb, so stellt dies nach einem Urteil des Europäischen Gerichtshof (EuGH, 2016) ein Bestandteil des Verkaufspreises dar. Der ADAC beruft sich auf das Gesetz gegen unlauteren Wettbewerb und die Preisangabenverordnung und kommt zu selbigen Auffassung. 

Die Preise für die Überführung variieren je nach Hersteller und Modell. Ein Golf liegt in der Preisspanne zwischen 350 und 1.100 Euro, ein Maserati schlägt mit 1.600 Euro auf. Bei Opel ist man in der Bandbreite zwischen 450 und 700 Euro dabei. Laut unseres aktuellen AUTOHAUS pulsSchlag 4/2017 wählen rund 16 Prozent der Käufer eine Werksauslieferung. Mercedes kommt da ohne Berechnung klar, sei es in Bremen, Rastatt oder Sindelfingen. BMW verrechnet für die Abholung in München 995 Euro, Volkswagen in der Autostadt 360 Euro. Bei Audi in Ingolstadt 500 Euro. 

Eng damit verbunden ist die Fahrzeugübergabe selbst. Ein Verkäufer hat dabei die einmalige Chance, diese Stunde zu einem emotionalen Höhepunkt in der Kontaktsphäre zum Kunden auf- bzw. auszubauen. Er erntet jetzt sichtbar die Früchte seiner Verkaufsarbeit. Nachstehende Abb. aus besagter Ausgabe macht deutlich, dass die Fahrzeugerklärung an erster Stelle steht und sicher den größten Zeitbedarf einnimmt.

AUTOHAUS pulsSchlag 4/2017 Fahrzeugauslieferung

Fahrzeugauslieferung

Wer heute die beiliegende Betriebsanleitung in Schwarz-Weiß-Ausgabe mit mindestens 500 Seiten Umfang aus dem Handschuhfach herauszieht, weiß, dass auch im Nachgang seitens der Käufer noch Fragen auftauchen. Hoffentlich! Ansonsten würde der Käufer viele nützliche und emotionale Details nie erfahren bzw. nutzen können. Wer offeriert die erste Betriebsanleitung per App, die die ganzen Funktionen viel besser darstellen könnte? Frage eingeben, live antworten.

Mai
4.
Donnerstag

Peter Hülzer - einer Brancheninstitution zum Abschied

Der unerschütterliche Leuchtturm der Reifenbranche tritt ab: Peter Hülzer (62).

Peter Hülzer

30 Jahre lang hat er den Bundesverband Reifenhandel und Vulkaniseur-Handwerk (BRV) wirkungsvoll geprägt. Die ersten zwanzig Jahre als Geschäftsführer und seit 2005 als geschäftsführender Vorsitzender. Man rufe sich die Vorsitzenden des Verbandes über all die Jahre in Erinnerung: Michael Nabholz, Harald Emigholz, Gerhard Ludwig und Peter Seher. Der gelernte Bankkaufmann und Betriebswirt Hülzer darf man als Idealbesetzung für dieses Amt charakterisieren. Nachstehende Abbildung zeigt, dass Hülzer immer im Dauerspagat unterwegs war. Warum?

BRV Kraftfelder innerhalb der Reifenbranche

Kraftfelder innerhalb der Reifenbranche

Da sind die Reifenhersteller, die eigene Ketten unterhalten und im vertragsgebundenen Handel unterwegs sind, bis hin zu industrienahen Kooperationen. Sie stehen in scharfem Wettbewerb zu den freien Reifenfachhändlern. Vor gut fünf Jahren trat der Online-Handel in der Branche auf die Bühne, für viele freie Reifenfachhändler ungeliebte "Kinder". Aktuell hat der Reifenfachhandel 2.050 Händler, die 4.600 Outlets betreiben. Rückläufiges Marktvolumen sowie sinkende Renditen werden weiter zur besonderen Herausforderung.

Peter Hülzer war bei allem mit seinen sieben Mitarbeitern kein Zuschauer, sondern agierte stets aktuell mit der BBE an neuen Wegen. Große Aufmerksamkeit erreichte er mit der Roland Berger-Studie, die für die Mitglieder Zukunftswege aufzeigen sollte. Er hielt der eigenen Klientel durchaus auch den Spiegel vor. Die Jahresgespräche bei den einzelnen Reifen-Herstellern waren stete Herausforderung. Sein diplomatisches Geschick sorgte hier vielfach für eine ausgewogene Gangart. Dennoch wusste er immer im Einvernehmen mit seinen Vorstandskollegen klare Trennlinien wie auch Grenzen zu ziehen. Im Klartext, er kannte seinen Pappenheimer. Der Sitz des BRV ist im ZDK-Haus in Bonn. Man sitzt da quasi unter selbigem Dach.

Bei der anstehenden Mitgliederversammlung soll wieder ein Reifenfachhändler die ehrenamtliche Aufgabe des Vorsitzenden übernehmen. Seit Januar ist bereits sein Nachfolger als Geschäftsführer im Hause, Yorick Lowin, Diplom Wirtschaftsjurist (40). Ich habe das "Hülzers-Magazin" "Trends & Facts" bis zum heutigen Tage stets mit großem Interesse gelesen. Ausdruck von Hülzers Herzblut: fachliche Leidenschaft, Kompetenz. Peter Hülzer wird mir weiterhin als verbandspolitisches Vorbild in bester Erinnerung bleiben, seinen Mitgliedern sicher als großartiger Leuchtturm. Ich sage im Namen von AUTOHAUS herzlichen Dank für all die offenen, austauschenden und impulsierenden Begegnungen! Dem zukünftigen Studenten der Kunstgeschichte viele farbige Impressionen, Formen und künstlerische Sensibilitäten.

Mai
5.
Freitag

2050 - Keine Verkehrstoten mehr!

Eine gute Nachricht zum Wochenende! Bosch wie der Deutsche Verkehrssicherheitsrat gaben aktuell die "Vision Zero" aus. Dank Assistenzsystemen und autonomem Fahren soll es Realität werden, dass 2050 auf europäischen Straßen keine Menschen mehr in Verkehrsunfällen sterben. In Deutschland ließen 2016 auf der Straße 3.214 Menschen ihr Leben. In der EU waren es 25.500 Personen. Weltweit 1,2 Millionen! Die jährlichen Kosten durch Verkehrsunfälle in der EU werden mit 100 Milliarden Euro beziffert. In Deutschland ereignen sich pro Jahr rund 2,5 Millionen Unfälle, 2,2 Millionen mit Sachschaden und 300.000 mit Personenschaden. Diese Woche meinte einer, solange das "Reh 04" noch nicht rumläuft, wird es auch in Zukunft Unfälle geben.

Bosch Verkehrstote

Bis 2050 keine Verkehrstoten mehr

Spruch der Woche:

"Der Mai ist ein so wunderbarer Monat; man kann kaum glauben, dass er Montage hat."

Auf ein freudiges Naturerleben!

Ihr Prof. Hannes Brachat
Herausgeber AUTOHAUS

www.brachat.de

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2 Kommentare
1
Andy
05.05.2017

Zur Fahrzeugauslieferung/Betriebsanleitung: App wäre eine Lösung, aber ich warte seit 20 Jahren auf eine individuelle Betriebsanleitung, in der die und nur die Dinge erklärt sind, die ich mit dem Fahrzeug verkaufe.Offensichtlich überfordert dies die meisten Hersteller, und, der Kunde hat sein Geld ja auch schon bezahlt, wenn er sich vor und zurück blätternd durch die verschiedenen Erklärungen und Warntexte mit Querverweisen blättern muss...

2
Sander
05.05.2017

Zu "Bis 2050 keine Verkehrtoten mehr":Täglich finden Hundertausende von Hackerangriffen statt, auch auf den Automobilhandel. Täglich gibt es mehrere Zigtausend neue Schadcodes. Statistisch und realistisch betrachtet im Rahmen der zunehmenden Vernetzung nur eine Frage der Zeit, bis die Hacker etwas einschleusen, dass z.B. bei allen Fahrzeugen einer Baureihe oder gar einer Marke zum Datum x zur Uhrzeit Y die die Bremsen oder Notbremsassistenten ausfallen, dafür aber alle auf 180 km/H beschleunigen. Dann haben wir womöglich in einer Minute mehr Verkehrstote als derzeit im ganzen Jahr.

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