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Carwow-Reflexionen +++ ATU-Aktivitäten +++ Integration von Flüchtlingen im Autohaus

Prof. Hannes Brachat

Carwow-Reflexionen +++ ATU-Aktivitäten +++ Lichttest 2019 +++ Integration von Flüchtlingen im Autohaus +++ Gerhard Bormann - der 70er zum Anlass!

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August
12.
Montag

Carwow-Reflexionen

Auf meine Ausführungen über Carwow vor einer Woche erhielt ich zahlreiche Zuschriften, ja, qualifizierter Art. Dafür danke ich den Skriptoren. Branchenfremde Betrachter finden das Konzept von Carwow gut. Für sie sind die klassischen Autohändler "Tandler" von gestern. Immer wieder taucht die Frage auf, warum beteiligt sich Daimler an Carwow? Werden weitere Hersteller folgen? Warum beteiligen sich Händler an Carwow? Wie zu hören ist, sind es zur Stunde markant Daimler-Vertreter. Kommen andere Markenhändler hinzu? Wie groß ist dann wirklich deren Einfluss? Sie werden künftig wohl informiert werden, über neue Features, rechtzeitig über Preiserhöhungen - siehe die stetigen Preiserhöhungsarien bei Mobile.de oder Scout -, aber werden sie aktiv mit Einfluß eingebunden? Man wird viel miteinander diskutieren. Wer profitiert davon? Ob es von Carwow klug war, überhaupt einen Hersteller inklusive selektierte Händler zu beteiligen?  

Unabhängig davon, es werden weitere Disruptoren auftreten. Amazon ist immer noch nicht automobilistisch angekommen. Man beobachte, was Sixt in Sachen Mobilität bereits heute vorlegt. Die markengebundenen Autohändler sitzen bei Carwow in Sandwich-Lage. Ihren Verkäufer verkündigen sie zurückhaltende Rabattitis und bei Carwow veranstalten sie einen mengengetriebenen Nachlasszirkus. Natürlich mit Unterstützung beziehungsweise getrieben durch die Hersteller/Importeure. Sie alle wissen: Preiskampf hinterlässt nur Verlierer. Der Sieger heißt Carwow. Carwow nutzt die mangelnde Solidarität des Handels über sein System clever aus.  

Den Letzten beißen die Hunde. Das sind die Verkäufer. Sie müssen die Preistransparenz, die Kunden mit den verschiedensten Offerten aus dem Netz im Autohaus vor Ort Tag für Tag parieren beziehungsweise aushalten. Ein Verkäufer schreibt mir: "Die sogenannten Verkaufsstrategen vergessen, wenn ich früh um 10 Uhr das erste Auto verkauft habe, dann bin ich so motiviert, dass ich mittags mit großer Wahrscheinlichkeit den zweiten verkaufe. Erhalte ich aber früh um 9 Uhr schon übers Netz zwei Absagen von Kunden, die ich bereits mit großem Engagement trotz Internetangeboten betreut habe, dann wird das nichts mehr mit aktivem Verkaufen an diesem Tag. Ich würde am liebsten meinen Kittel an der Garderobe abhängen und gehen. Man kämpft hier mit ungleichen Mitteln. Die einen machen die Arbeit und die ganz virtuell Cleveren sahnen ab. Nachdem es mehr Dumme als Clevere gibt, wird das System weiter fortgeführt. Das System fordert aber seine Opfer." Rückläufige Bruttoerträge im Verkauf schmälern die Einkommen der Verkäufer. Dann kommt bestimmt die Empfehlung: Du musst halt mehr verkaufen! Dieser Druck, diese Enge schafft bei Verkäufern wenig Verkaufsfreude.

August
13.
Dienstag

ATU-Aktivitäten

Wer braucht sie nicht, die Vorbilder. ATU setzt in Sachen Service immer wieder auffällige Marketing-Highlights. Beispiele – siehe Abb.: Erst zu ATU - dann in die Ferien. Das wird mit einer Klimaanlagen-Wartung kombiniert. Letzte Woche habe ich an dieser Stelle das Thema Service-Online-Terminvereinbarung vorgestellt. Wie macht das ATU? ATU verbindet das mit Festpreisofferten. Beispiel: HU-Termin. Man gibt über seine Postleitzahl an, wo die HU-Untersuchung stattfinden soll. Also, in Kitzingen (siehe Abb.). Sofort wird dem Kunden der Festpreis von 99,99 Euro mitgeteilt. Scharf kalkuliert, knapp unter 100 Euro. Immerhin kein Schleuderpreis! Sofort erhält der Kunde einen Termin, den 12. August. Der Kunde kann zwischen 7.30 und 17 Uhr kommen. Oder im Klartext, der Kunde muss sein Fahrzeug um 7.30 Uhr abgeben, dass es dann auch sicher um 17 Uhr fertig ist (siehe Fußnote). 

Gleichzeitig wird mit selbigem Werbeauftritt schon auf die anstehende Reifensaison verwiesen. 40 Euro-Gutschein für Michelin-Reifen. Michelin ist mit 20 Prozent an ATU beteiligt. Daraus resultieren besondere Aktivitäten für die Reifen-Marke Michelin.

ATU-Aktivitäten

Die besonderen ATU-Aktivitäten

August
14.
Mittwoch

Lichttest 2019

Der ZDK drückt aufs "Licht-Gas"! Im Oktober zum 63. Mal. Was soll das, wird mancher denken? Nachstehende Übersicht macht deutlich, dass immerhin sechs Millionen Autofahrer sich die Plakette im Oktober über den kostenfreien Lichttest abholen. 33 Prozent der Fahrzeuge weisen eine mangelhafte Fahrzeugbeleuchtung auf. Übertragen auf den gesamten Fahrzeugbestand sprechen wir von 15 Millionen Fahrzeugen. Arne Joswig, im ZDK-Vorstand für Öffentlichkeitsarbeit verantwortlich: "Als Auto-Gewerbe sehen wir uns in der besonderen Verantwortung für die Verkehrssicherheit. Der Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer wird auch dieses Jahr als Schirmherr fungieren. Der ZDK hat für die 37.500 Innungsbetriebe für den Lichttest 2019 ein komplettes Marketingpaket zusammengestellt. Wir wollen der Entwicklung von der Lampe zum Licht nachkommen. sechs Millionen Kunden sind zu wenig. Lassen sie uns gemeinsam beherzt sieben Millionen angehen.“ Der ZDK hat also ein Argumentationspapier - Best Practice - für alle Servicemitarbeiter erstellt. Ebenso ein Musteranschreiben für die Kunden. Ebenso eine Checkliste, die die acht Bestandteile des Licht-Tests umfasst. Natürlich macht die Prüfung der Wischerblätter, der Windschutzscheibe sowie der Flüssigkeitsstand und Frostschutz in der Wisch-Wasch-Anlage Sinn. Für Zusatzaufträge beziehungsweise Zusatzverkäufe. Die Kunden, die am Lichttest teilnehmen, haben die Chance, einen Mitsubishi Outlander Plug-in Hybrid im Wert von 44.900 Euro zu gewinnen. MMC-Geschäftsführer Dr. Kolja Rebstock übergab letzte Woche das Fahrzeug in Friedberg an ZDK-Präsident Jürgen Karpinski. Ergo: Mitmachen! Sie erhalten die Beleuchtungsunterlagen über: Zentralverband Deutsches Kraftfahrzeuggewerbe e. V., Franz-Lohe-Str. 21, 53129 Bonn, Tel.: (0228) 91 27 - 0, Fax: (0228) 91 27 - 150, www.kfzgewerbe.de, zdk@kfzgewerbe.de.

Lichttest 2019

Lichttest in Zahlen, Broschüre "Best Practice"

August
15.
Donnerstag

Integration von Flüchtlingen im Autohaus

Vorzeigeunternehmer Helmut Peter, Mercedes-Benz- und Mehrmarkenvertreter in Nordhausen ist heute in 15 Städten präsent, agiert zusammen mit seinem Sohn Andreas an 24 Standorten und beschäftigt 800 Mitarbeiter. Als 2015 der damalige Kanzleramtsminister Peter Altmaier auf einem CDU-Oktoberfest in seinem Unternehmen auftrat und Integration nicht nur in Worten, sondern auch in Taten anmahnte, war Helmut Peter bereit, die Aufgabe mit 15 technischen Ausbildungsplätzen anzugehen. Die "Neuen" kamen aus verschiedenen Ländern: u.a. Syrien, Irak, Eritrea.  Der Start für die 15 Flüchtlinge wurde erst über ein Praktikum gelegt. Sie erhielten im Hause Peter einen zuständigen Ausbilder und einige Mechatroniker fungierten als Paten. Das Ganze Vorhaben wurde firmenintern seitens der Mitarbeiter nicht ohne Vorbehalte gesehen. An der Berufsschule in Nordhausen wurde eine spezielle Klasse für die 15 "Neuen" eingerichtet. Die betreuenden beiden Lehrkräfte waren mit besonderem Engagement dabei und waren von den 15 wirklich angetan. Ich konnte mir davon vor Ort selber ein Bild machen. Sprachschwierigkeiten sind da offensichtlich. Beim einen mehr, beim anderen weniger. Die Fachsprache: Zylinderkopfdichtung, Antiblockiersystem, Plastiktülle u.a. Und das soll man dann auch noch richtig schreiben. Helmut Peter war angetan über die politische Unterstützung, die er in diesem deutschen Mustervorhaben direkt von Thüringens Ministerpräsidenten Bodo Ramelow erfuhr. 

Und wo steht das Projekt heute? Ganze sechs haben bis heute durchgehalten und werden nächstes Jahr ihre Gesellenprüfung machen. Für manchen war es gleich eine Überforderung, anderen fehlte es an der Ausdauer, wieder andere wollten gleich das große Geld in einer Großbäckerei oder am Band mit Nachtzuschlägen verdienen. Langfristiges Denken anzunehmen, fehlt offensichtlich manchem schwer. Die offiziellen Agentur-Daten weisen aus, dass gut 70 Prozent der Flüchtlinge ohne Berufsschulabschluss gekommen sind. Nach fünf Jahren kommt jeder zweite in einem Job an. Derzeit sind von den 1,3 Millionen Flüchtlingen rund 380.000 in einem Beschäftigungsverhältnis. Helmut Peter in der Rückschau: "Ich würde es wieder machen - aber anders. Mit weniger Verständnis und mehr Konsequenz. Wir haben uns alle wirklich viel Mühe gegeben und dann kommt einer und meldet sich ab, weil er keine Lust mehr hat. Das ist wenig motivierend." Die Integration durch Arbeit gelingt also nicht in jedem Fall. Nicht jeder nimmt seine Chance wahr. Es treten während der Ausbildungszeit immer wieder überraschende Probleme auf. "Wir schaffen das!", der Slogan der Kanzlerin befindet sich also noch auf der Strecke und setzt auf weitere Erfüllung!

August
16.
Freitag

Gerhard Bormann - der 70er zum Anlass!

Ich muss mal wieder als "HB" ohne Filter reden. Was mich in meinen 36 Jahren AUTOHAUS-Tätigkeit am meisten bedrückt und immer wieder nachdenklich stimmt, ist die mangelnde Solidarität in unserem Gewerbe. Was mich aber am meisten erfreut, sind die wirklich vielen einmaligen Persönlichkeiten, denen ich in dieser Zeit begegnet bin. Schwäbisch würde man sagen: Tolle Typen! Wirklich, wir Automobilisten sind ein einmaliges Gewerbe! Ich bin ob all dieser menschlichen Begegnungen innerlich immer wieder sehr, sehr dankbar.  

Und da hat es - altersbedingt - doch einige dabei, denen ich zurufen muss: Mei, wir sind miteinander etwas "älter" geworden. Der Herbst des Lebens hat uns in seinen Besitz genommen. Gerhard Bormann, unser Jubilar, gehört zu diesen Branchenfreunden. Er feiert morgen seinen 70. Geburtstag. Die Bormänner sind in Wolfenbüttel zu Hause. Gerhard Bormann übernahm in der dritten Generation (!) 1976 den elterlichen Betrieb. Mazda, das war seine Marke. Und so kamen wir immer wieder zusammen. Auch bei Händlertagungen um den legendären Mazda-Geschäftsführer Albert Hogrewe, der leider viel zu früh von uns gehen musste, und Manfred König, dem langjährigen und hochverdienten Vorsitzenden des Mazda-Händlerverbandes. Gerade dieses Beispiel - Hogrewe-König - ist mir immer wieder Beleg dafür, dass Geben und Nehmen zwischen Hersteller/Importeur die größten Verkaufserfolge zeitigt. Warum? Glaubwürdigkeit motiviert!  

Gerhard Bormann hat 1974 in Braunschweig seinen Meisterbrief erworben (siehe Abbildung). Später wurde er auch Obermeister der Kfz-Innung Wolfenbüttel. Zu gut erinnere ich mich an eine Innungsveranstaltung im Schatten der Herzog August Bibliothek in Wolfenbüttel, in der das Evangeliar Heinrich dem Löwen aus dem 12. Jahrhundert aufbewahrt ist. Es handelt sich um eines der wertvollsten Bücher der Welt. Es war eine der wenigen Innungsveranstaltungen, in der ich zugleich einen Flügel live "bearbeiten" durfte. Dank Obermeister Gerhard Bormann! 2002 stiegen seine Söhne Holger und Björn, sprich die vierte Generation, ins Unternehmen ein. Sie übernahmen ab 2005 zusätzlich die Marke Hyundai und sind bei EGA mit im Boot. Wir haben verschiedentlich über die besonderen Aktionen, u.a. Spargelfest, Kartoffelfest, aus dem Hause Bormann berichtet. Holger Bormann ist außerdem Kreisvorsitzender und Stellv. Landesvorsitzender der Mittelstandsvereinigung Niedersachsen (MIT). Gerhard, herzlichen Dank für unsere langjährigen herzlichen Begegnungen und unseren gemeinsamen Weg. Alles, alles Gute! Gratulation zu Deinem Ehrentag!

Gerhard Bormann - der 70er zum Anlass!

Björn (li), Gerhard und Holger Bormann

Spruch der Woche:

"Der Ozean kennt keine völlige Ruhe, dies gilt auch für den Ozean des Lebens."
                                                                               (Mahatma Gandhi)

Hiermit verabschiede ich mich in die Urlaubszeit, u.a. auf die 28. Sommerakademie auf Sylt. Bis zum 6. September 2019 grüßt Sie herzlich

Ihr
Prof. Hannes Brachat
Herausgeber AUTOHAUS
www.brachat.de


Der nächste HB ohne Filter erscheint am 6. September 2019!


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