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Kommentare (2) 16. Februar 2018

HB ohne Filter - Diesel, Händlerstütze, Michelin/ATU

Prof. Hannes Brachat

Heute: Klare Diesel-Luft aus Leipzig? +++ Monetäre Händlerstütze durch Mercedes, BMW & Audi +++ Französische Verbrüderung: ATU & Michelin +++ Überzogene Lektionen

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Februar
12.
Rosenmontag

Klare Diesel-Luft aus Leipzig?

Am kommenden Donnerstag, 22. Februar 2018 wird das Bundesverwaltungsgericht in Leipzig darüber entscheiden, ob Städte Fahrverbote verhängen können. Nicht nur das, sondern, ob Städte Fahrverbote verhängen müssen! Die Entscheidung für ein Fahrverbot würde auch den deutschen Automobilhandel noch massiver treffen. Der ZDK hat dies in dieser Woche von Berlin aus im Detail dargestellt. Das Leipziger Fahrverbot würde ferner die bisherigen Updates der Bordcomputer sowie die "Umweltprämie" ins Reich von Absurdistan führen.

Um auch dem Druck von EU-Brüssel für die Luftreinhaltung Stand zu halten und Fahrverboten auszuweichen, schlug die hohe Politik in Berlin diese Woche vor, den Nahverkehr auf "kostenlos" umzustellen. Man schaue sich die Konsequenz davon an. U- und S-Bahnen sowie die Regionalzüge wären ab sofort überfüllt, und abermals müsste das Automobil die Mobilitätsbedürfnisse stillen. Es wären noch mehr mit dem Auto unterwegs. Und man glaube doch nicht, dass die Kommunen das Mehr an Zügen oder Bussen umgehend zur Verfügung stellen können. Von der Finanzierung der fehlenden Milliarden in Gänze zu schweigen.

Der zweite Hammer: Jetzt soll der Staat auch noch die Nachrüstung schmutziger Diesel subventionieren. Wo bleiben die Politiker, die da endlich mal für Durchgriff plädieren und die Verursacher der Malaise zur Kasse bitten? Gefordert ist eine wirksame Nachrüstung der älteren Dieselmodelle bei Übernahme der vollen Kosten durch die Automobilhersteller. Das ist der Anspruch, den die betroffenen Dieselfahrer haben und das Kfz-Gewerbe für den Aufwand der Umsetzung. Alles andere ist abwegig!

Februar
14.
Aschermittwoch

Monetäre Händlerstütze durch MB, BMW & Audi

In AUTOHAUS 1-2/2018 hat die Kanzlei RAW wie jedes Jahr die vielbeachtete Vorlage zur Renditesituation des Handels vorgelegt. Wirtschaftsprüfer Horst Neubacher von selbiger Kanzlei erläuterte darin wie auf der 26. AUTOHAUS Perspektiven die Ergebnisse . Danach betrug die Gesamtumsatzrendite für das Wirtschaftsjahr 2017 im Markenhandel sage und schreibe 1,4 Prozent. Drei Prozent sollten es sein. Die Kanzlei stellt außerdem fest, dass sich 24 Prozent der Händler sich im "roten Bereich" bewegen. Die Beweggründe der bislang zahlenden Hersteller sind unterschiedlich angelegt. MB ging es um die Ausgleichszahlung Restwertabsicherungsmodell (RWAM) 2017. Für Leasing-/Finanzierungsrückläufer wurde eine Ausgleichszahlung in Höhe von 600 Euro für das Jahr 2017 bezahlt. Wenn ein MB-Vertreter 2017 beispielsweise 1.000 Fahrzeuge dieser Gattung vermarktet hat, so sind 600.000 Euro Ausgleichszahlung eine gehörige Dimension. Bei selbiger Größenordnung sind aber in besagten MB-Betrieben im GW-Sektor 1,9 Millionen Euro Verlust die Realität. Ohne Frage, der Verband der Mercedes-Benz-Vertreter e.V. mit ihrem Vorsitzendem Dr. Peter Ritter spielte hier eine substanzielle Rolle.

Deutlich enger gefasst fallen die Zahlungen bei BMW aus. Hier erhalten die Händler für Leasingrückläufer aus dem zweiten Halbjahr 2017 1,5 Prozent vom Nettorechnungspreis des Leasingrückläufers, der über die BMW-Bank oder deren Konzerntochter Alphabet geleast wurde. Das Hilfspaket soll 2018 fortgesetzt werden. Man sehe den hohen Dieselanteil bei BMW von 75 Prozent der Fahrzeuge. Die Händler wurden hier Ende des letzten Jahres in Form einer Petition beim Hersteller vorstellig.

Martin Sander, Audi-Deutschlandchef, und Roswitha Rommel, die Audi-Netzchefin, traten diese Woche in einem Schreiben an die Audi-Handelspartner heran. Darin werden die außergewöhnlichen Rahmenbedingungen im Jahr 2017 dargestellt und die außergewöhnliche Unterstützung auch der Mitarbeiter in den Partnerbetrieben gewürdigt. Audi bezahlt nun pro Neuwagen an Einzelkunde für das vergangene Jahr 240 Euro und pro Auslieferung an Großabnehmer 120 Euro. Außerdem erhalten die Händler für das technische Training in 2017 einen einmaligen Zuschuss. Sämtliche Mitarbeiter in den Audi-Partnerbetrieben erhalten im April eine kleine Überraschung, auch die Mitarbeiter im Service. Die Diktion ist stimmig und  positiv zu würdigen. Ob aber die Mittel zur Schadenbegrenzung ausreichend sind, bleibt die Frage. Zentrale Forderung: Wo bleiben die Leistungen der übrigen 22 Fabrikate? Die Vorbilder sind gesetzt.

Februar
15.
Donnerstag

Französische Verbrüderung: ATU & Michelin

Vive la France! Weiden in der Oberpfalz erhält französischen Charme. Das hätte sich Peter Unger nie träumen lassen als er 1985 "Auto Teile Unger gründete und zu Deutschlands größtem Reifenhaus machte, dass "sein Unternehmen" 2018 französische Reifenbereicherung durch Michelin erfahren wird. Immerhin üben sich die 40.000 Oberpfälzer in Weiden seit 1962 mit ihrer Partnerstadt Issy-Les-Molulineaux in frankophilem Austausch. Ende 2016 schrammte ATU nach diversen Aufs und Abs, vor allem über Privat-Equity-Gesellschaften (KKR) am Konkurs vorbei. Mobivia, die große französische Werkstattkette, stieg erst dann ein, als die Immobilienbesitzer der 577 ATU-Stationen erhebliche Mietabschläge hinnahmen. Wie man hört, sollen dennoch als Übernahmepreis 225 Millionen Euro geflossen sein. Jetzt fließen da über den Reifen-Riesen Michelin in Form einer 20 Prozent-Beteiligung 60 Millionen Euro an liquiden Mitteln zu.

Michelin ist nach Bridgestone (27 Milliarden Euro) mit 20,9 Milliarden Euro Umsatz zweitgrößter Reifenhersteller der Welt. Es folgt Goodyear mit 14,3, Continental mit 11,7 und Pirelli mit sechs Milliarden Euro Reifenumsatz p.a. Auch wenn ATU vor allem in der Verwaltung in Weiden nun 300 Mitarbeiter abbaut, so erhält man mit der Michelin-Beteiligung ohne Frage mehr materielle Substanz. Auch wenn ATU nun betont, an der Markenunabhängigkeit auch im Reifengeschäft festzuhalten, so wird Michelin sehr wohl wissen, welche Pneus zukünftig wann und wo zu platzieren sind. Ob das immer wieder auffällige, besser grenzwertige Service-Marketing aus dem Hause ATU dadurch eine solidere Basis erhält, wird sich weisen. Aktuell wird eine HU-Kampagne für 79 Euro gefahren. Mit welcher Prüforganisation ATU wohl sein HU-Bett teilt? Wer weiß es? Bitte melden!

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Februar
16.
Freitag

Überzogene Lektionen

Es ist immer wieder erstaunlich, welchen Aufstand Hersteller und Importure bei den Betrieben machen, die in einem Werkstattest von "ams" oder "Auto Bild" schlecht abschneiden. Dass sie nicht "gehenkt" werden, verdanken wir einzig unserem staatlichen Gewaltenmonopol. Einschlägige Prüforganisationen führen dann für die Hersteller/Importeure zusätzliche interne Werkstatttests durch und verdienen daran auch ganz gut. Aktuell sieht sich z.B. Mercedes-Benz von der deutschen Zentrale aus genötigt, höchste Anstrengungen zur Steigerung der Werkstattqualität 2018 einzufordern. Man ist dort auf oberster Ebene - dargestellt in einem Brandbrief - höchst besorgt, dass der Anteil der Betriebe mit einem oder zwei nicht beseitigten Fehlern aus dem internen Werkstatttest zugenommen hat. Da denkt sich ein Schwabe: Mei, müssen die Sorgen haben.

Denkt man an die gegenwärtige Rückrufwelle bei Mercedes, könnte es einem schwindelig werden. Von den Pressemeldungen, die dadurch ein unpässliches Bild der Marke zeigen ganz zu schweigen. Also, produzierte Kundenunzufriedenheit in einer ganz anderen Dimension als über die Werkstatttests einschlägiger Auto-Magazine. Die Hersteller/Importeure haben es bis heute nicht geschafft, dass über ihre Hauptwettbewerber - freie Werkstätten und Werkstattketten - gleichermaßen Werkstatttests in den besagten Magazinen durchgeführt werden. Wo bleibt die Ausgewogenheit der Presse?

Noch etwas zu Mercedes-Benz: Die als Zusage verstandenen Diesel-Updates sind bis heute nicht verfügbar, und die Antworten der zentralen Kundenbetreuung dazu schlichtweg inkompetent. Fazit: Die Kirche im Dorf lassen. Maß halten! Auch wenn das in Berlin ja grundsätzlich schwer fällt.

Spruch der Woche:

"Selbstkritik ist Entwicklungshilfe!"

Mit meinen besten Grüßen und Wünschen

Ihr

Prof. Hannes Brachat
Herausgeber AUTOHAUS

www.brachat.de

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2 Kommentare
1
Mathias Süchting (AH S+K)
17.02.2018

"Kostenloser Nahverkehr" - oder "Nebelbombe für Brüssel". Es ist schon ernüchternd, dass der Politik nichts anderes einfällt, um ein wenig Zeit in Brüssel zu gewinnen. So kann man langfristig keine Fahrverbote verhindern!

2
Dietmar Schneider
16.02.2018

67,- EUR bekommt der TÜV Süd in seinem Bereich.Das bedeutet, dass für 12,00 EUR eine Abgasuntersuchung mit Endrohrmessung von ATU durchgeführt wird. Unabhängig von der Frage der Durchführbarkeit und der Frage der Qualität wird so letztendlich diese hoheitliche Tätigkeit in der Verantwortung des Kfz-Gewerbes auch kaputt gemacht.

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