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Kommentare (0) 14. Juni 2017

ServiceWelt: Stinker bleiben unerkannt

Dietmar Winkler

Von Dietmar Winkler

Alles spricht dafür, dass die Endrohrprüfung bei der Abgasuntersuchung verpflichtend eingeführt wird. Das sah jedenfalls der Richtlinienentwurf vor, den das Bundesverkehrsministerium bereits im vergangenen Jahr vorgelegt hat – und das ist auch Stand der aktuellen Diskussion. In anderen Punkten wurde der Entwurf nach Protesten von Wirtschaftsverbänden abgeschwächt. Unter anderem war zunächst ein massives Absenken der Grenzwerte für den Partikelausstoß vorgesehen. Das wurde nun erst einmal um ein Jahr verschoben. Der Zeitplan, von dem man bis zur Veröffentlichung der AU-Richtlinie ausgehen muss, sieht wie folgt aus: Einführung der verpflichtenden Endrohprüfung voraussichtlich noch im Herbst 2017; ein Jahr später soll der Grenzwert für den Partikelausstoß gesenkt werden. Die Messmethodik wird voraussichtlich erst 2021 geändert – dann soll die Partikelanzahl gemessen werden. Heute messen Abgastester die Trübung. Spätestens 2021, wenn sich die Messmethode ändert, kommen auf Werkstätten Investitionen in neue Abgastester zu.

Dass die Endrohrprüfung kommt, ist dennoch sinnvoll. Denn die OBD-Prüfung ist nicht geeignet, Stinkern auf die Spur zu kommen – die Ansprechschwelle des OBD-Systems ist viel zu hoch, wie der ASA-Verband betont. Die Schwelle kann bei der Partikelmasse um den Faktor 10 höher liegen als der reguläre Grenzwert für Euro-5- oder Euro-6-Fahrzeuge. Ein Euro-6-Fahrzeug könnte also einen Partikelausstoß eines Euro-3-Fahrzeugs haben. Erst dann springt die Motorkontrollleuchte an. Viele Fahrzeuge, die erhöhte Abgaswerte haben, bleiben mit der jetzigen Methode unerkannt.

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