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Kommentare (2) 29.06.2018

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Tesla, ZDK-Austritt, Emil Frey Gruppe

Prof. Hannes Brachat

Heute: Tesla – Nicht nur die Fassade bröckelt +++ ZDK-Austritt CECRA +++ Emil Frey Gruppe – bis 50 Prozent Nachlass auf alle Ford-Modelle +++ EFahrer.com – das neue Online-Vermittlungsportal +++  Peter Patzelt zum 75.

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Juni
25.
Montag

Tesla – Nicht nur die Fassade bröckelt

Elektroautopionier Elon Musk (46) versetzt einen immer in erneutes Staunen und setzt gleichermaßen immer neue Fragezeichen. Tesla gilt als Apple der Autoindustrie und weist aktuell einen Börsenwert von 60 Milliarden Dollar aus, mehr als der Autogigant Ford. Die Gesamtverschuldung liegt aktuell bei 10,3 Milliarden Dollar. 2017 wird ein Jahresverlust von 1,3 Milliarden Euro ausgewiesen. Tesla verkaufte 2017 vom Modell S insgesamt 54.715 Fahrzeuge. In Amerika allerdings mehr als Mercedes, BMW oder Audi mit ihren S-Klasse-, 7er- und A8-Modellen. Musk braucht für die Aktionäre sichtbare Gewinne. Erste Konsequenz: Von den 37.500 Mitarbeitern mussten nun rund 3.000 gehen. Erstaunlich, wie viele Top-Manager bereits die Segel strichen. Man spricht offen vom Musk-Diktat, von der puren Kultur der Angst des Pioniers.

Mit dem Model 3 will Musk die Mittelklasse erobern. Preis ab 35.000 Dollar. In der Produktion soll das blanke Chaos herrschen. Fermont als Produktionshölle? Offensichtlich stecken hinter einer Massenproduktion doch höhere Herausforderungen. Wie anders könnten die klassischen Automobilhersteller ihren langjährigen Vorsprung auf diesem Felde rechtfertigen? Dem Model 3 wird ein neuer Level konstatiert. Es sei effizienter als die Fahrzeuge der Konkurrenz. 2018 war eine Wochenproduktion von 5.000 Einheiten  geplant. Da ist insgesamt ein großes Fragezeichen zu setzen. Sollte Tesla der Einstieg in die Massenproduktion nicht gelingen, wird es schwierig. Hinzu kommt, die namenhaften Wettbewerber werden die kommende Zeit im E-Bereich massiv angreifen. Fazit für Tesla: hier der mögliche Durchbruch, dort die mögliche Pleite!

Juni
26.
Dienstag

ZDK-Austritt CECRA

Da gab es mal für den Handel einen Weltverband: IOMTR. Dann den europäischen Händlerverband CECRA: "European Council for Motor Trades and Repairs". Da gab es einen CECRA- und IOMTR-Präsidenten. Er hieß Fritz Haberl. Da lebte das Gebilde. Seit sich aus deutscher Seite kein aktiver Automobilhändler mehr darum kümmert, ist auch diese europäische Händlerwelt in sinkender Bedeutungssphäre angelangt. Offensichtlich ist die Branche auf das Wirken von angestelltem "Management" angewiesen. Und "The voice of european dealers and repairs" verhallt ohne hörenswertes Echo.

ZDK-Präsident Jürgen Karpinski kündigte auf der ZDK-Mitgliederversammlung am 15. Juni 2018 in Stuttgart den ZDK-Austritt aus dem CECRA an. Zieht der deutsche Verband sich zurück, ist das Gebilde quasi wirkungslos. Wir sprechen vom CECRA, vom europäischen Händlerverband! Er soll die Interessen des europäischen Automobilgewerbes bei der EU-Kommission, dem Europäischen Parlament und den anderen Organisationen wie ACEA vertreten. Dazu bedarf es der direkten Verbindung zu all jenen Schaltstellen, die die politischen Entscheidungen treffen. Und da sieht und hört man gar wenig.

Lassen wir einen Insider sprechen, der aktiv und das seit Jahren eingebunden ist, den österreichischen Sprecher des Einzelhandels-Ausschusses im Bundesgremium des Fahrzeughandels, Komm.Rat Ing. Josef Schirak: "Es herrscht Uneinigkeit bei den Mitgliedern, gepaart mit dem Versuch eigene Interessen in den Vordergrund zu stellen. Wir sind derzeit bei CECRA durch Dr. Oberwallner und Mag. Wychera aus meiner Sicht gesehen auf hohem Niveau vertreten. Wenn jedoch unsere Aktivitäten und Meinungen bei CECRA enden und nicht bis nach Brüssel weitergetragen werden, dann muss sich auch die österreichische Interessenvertretung neue Wege überlegen." Schirak will beim anstehenden Vierländer-Gespräch (D, CH, Südtirol, A) im Oktober in Österreich die Zukunft auf eine deutschsprachige Plattform bringen. Schirak: "Da sollten jedoch 'Effektivität und Nachhaltigkeit' Vorrang haben vor ausschließlich finanziellen Überlegungen." Wer den Kampf um die GVO seit 1985 vor Augen hat, weiß, wie wichtig eine wirkungsvolle Handelsvertretung vor Ort in Brüssel ist!

Juni
27.
Mittwoch

Emil Frey Gruppe – bis 50 Prozent Nachlass auf alle Ford-Modelle

Wenn Europas größter Ford-Händler mit derartigen Offerten agiert, setzt er sich unter mehrfachen Aspekten unter besonderen Verdacht. Öffnet und pusht der Hersteller sein Absatzventil über seine größte Handelsgruppe? Weshalb über sämtliche Modelle? Steht eine akute Lagerräumung dahinter? Woraus resultieren diese Überbestände? Gilt das ausschließlich für einen Standortbereich – hier die Hessengarage – oder für sämtliche Ford-Betriebe der Frey-Gruppe? Autoscout24 z.B. zeichnete 2017 die Autohaus Hessengarage GmbH – mit mehreren Standorten im Raum Frankfurt aktiv - für hervorragende Leistung und Verkaufserfahrung aus. Muss ein hervorragendes Autohaus daher eine derartige "Sozialverteilung" praktizieren? Nachdem Christian Klingler, früher VW-Vertriebsvorstand, zuvor maßgeblicher PIA-Statthalter, Salzburg, die Frey Gruppe als Mitglied der Geschäftsführung nach relativ kurzem Wirken wieder verlassen hat, steht zu hoffen, dass sich die Kommunikations- und Vertriebspolitik der Frey-Gruppe wieder auf ein angestammt solides Schweizer Qualitätniveau begibt.

Die Handelsrenditen im Neuwagengeschäft gleichen ausgedrückten Zitronen. Sie stellen in der Tat mehr und mehr Händlern die Luft ab. Die Folgen sind inklusive der massiven Dieselverluste absehbar. Die "Banker" schleichen derzeit über die Händler-Höfe und gehen in sich. Es ist so!

Ich bin so frei und verweise auf unsere Veranstaltung, 27. AUTOHAUS Sommerakademie, vom 29. bis 31. August 2018 in Leogang, Salzburger Land. Dort wird der Preisprofi Gregor Eckert das Thema "Rendite, Rendite und noch einmal Rendite – wie steigere ich die Erträge im Vertrieb?" bearbeiten. Weitere Details unter www.autohaus.de/sommerakademie2018.

Emil Frey Gruppe Ford-Angebot

Die besondere Offerte!

Gregor Eckert

Gregor Eckert, Preisexperte

Juni
28.
Donnerstag

EFahrer.com – das neue Online-Vermittlungsportal

Da taucht eine weitere Adresse auf, die sich zur ersten Adresse für Elektromobilität machen möchte: EFahrer.com. Man will dem Interessenten zum idealen E-Auto verhelfen. Und das informativ, mit redaktioneller Beratungskompetenz und markenunabhängig. Betreiber ist das Computermagazin "Chip", das heute zum Medienhaus Hubert Burd Media gehört.

EFahrer.com Online-Vermittlungsportal

Ein Blick auf die neue E-Mobilitäts-Börse

Juni
29.
Freitag

CarGarantie-Gründer Peter Patzelt 75

Jeden Mittwoch findet während des Semesters am Mittwochabend im Saal "Offene Erkenntnisse" der Hochschule in Geislingen ein Vortrag mit einem Manager oder Managerin aus der Branche statt. Letzten Mittwoch setzte beispielsweise Audi-Deutschland-Chef Martin Sander ein besonderes Glanzlicht. Die Woche zuvor in derselben Ebene Deutschlands größter und bester freier Autohändler Wilfried Wilhelm Anclam. Seit 1992 ff. wirkten da im größten Saal der Hochschule viele renommierte Branchen-Geister und setzten viele positive Branchenimpulse. Auch unser Jubilar Peter Patzelt gehörte zum erlauchten Kreis der Gastdozenten. In AUTOHAUS-Online vom 25.Juni 2018 haben wir sein Lebenswerk eingehend gewürdigt.

Dieser besondere Vortragssaal trägt über dem Eingang die Inschrift: "Offener Raum für neue Erkenntnisse!" (siehe Abbildung). Wann immer ich diesen Saal betrete ist mein persönliches Ritual, mit der linken Hand ein Touch-Point auf das Signet von Givit am Eingang zu setzen. Siehe Abb. Peter Patzelt schuf ab 2004 ff. das Konzept der internetbasierten Eigengarantie für den Handel. Givit hieß das Produkt. Genial! Die fulminante Neuschöpfung führte zu erheblicher Unruhe am Markte und in Folge zumindest zu flexibleren und händlerfreundlicheren Abrechnungssystemen im GW-Garantiewesen. Peter Patzelt stiftete der Hochschule 2006 für diesen Vortragsaal ein komplettes Soundsystem. Damals technisch einmalig. Ein Hammer. Die beiden Subwoofer übertrugen runter bis zu 16 Hz. Bei voller Power hatte selbst das sechste Stockwerk der Hochschule die Wirkung von sehr markanten Schallwellen zu verdauen. Die Hausmeister gingen in Deckung. Ein musikalisches Hammererlebnis! Dank Peter Patzelt. Und das an der Hochschule.

Wie viele Manager durfte ich über 26 Jahre in diesem besonderen Saal begrüßen? Jeder gab sein Bestes. Welches Wissen, welche Erkenntnisse, welche Erfahrungen wurden hier über Jahre zusammengetragen. Geislingen, die Stadt, die automobiles Wissen schafft und in diesem Saal zusammenträgt. Bitte, jeder der bislang 2.000 automobilen Studienabsolventen an der Hochschule Geislingen ging in dieser besonderen Begegnungsstätte für "neue Erkenntnisse" aus und ein. Schließlich ist die Hochschule ein Ort für Studentinnen und Studenten, die morgen in ihren Berufen Vorbildfunktion haben. Und unser Jubilar Peter Patzelt gehört für mich zu diesen Vorbildern, zu den Leuchttürmen!

Es erfüllt mich mit ganz besonderer Berufsfreude und Dankbarkeit, Peter Patzelt journalistisch über 30 Jahre betreuen zu dürfen. Warum? Er gehört für mich zu denen, die immer "anständig" gewirkt haben. Das wird natürlich heute alles in Denglisch umschrieben, mit "downsizing", "outsourcing", "sub-prime", "structured product", "financial industriy". Da braucht sich die deutsche Wortwahl von "anständigem Wirtschaften" nicht verstecken. Was bedeutet das? Ein korrektes, solides, legales wirtschaftliches Handeln. Unser Jubilar setzt da noch eines drauf. Es geht um den inneren Anstand oder Charakter. Das meint sittlich einwandfrei, rechtschaffen, honorig, redlich. Moral kann nicht durch Gesetze erzwungen werden. Auch mangelnder Anstand kann nicht durch Vorschriften ersetzt werden. Ich frage mich also bei der Verpflichtung des jeweiligen Gastdozenten vorab: Bringt unser Gastdozent "Menschenanstand" mit?

Es geht an einer Hochschule um das Argumentieren von innen und von unten, von der Empirie her. Was wir an der Hochschule produzieren dient nicht einem rein wissenschaftlich-akademischen Zweck, sondern einem praktisch-politischen Ziel. Das steht unter dem Leitsatz: "Automobilia semper reformanda". Die Automobilwirtschaft ist stetig zu reformieren. Die Branche liegt gegenwärtig nicht auf dem Sandbank der Zerstörung, sondern auf der Werft der Erneuerung, der Anpassung, der Veränderung. Peter Patzelt, unser Jubilar, hat es glänzend verstanden, bei allem Wandel stets das Bleibende, das Wertige zu berücksichtigen. Wir danken PPP, Peter Patzelt Pionier, dem eigentlichen Initiator und Kreator der GW-Garantie (1981), für seine geniale Produktentwicklung rund um das gesamte Fahrzeuggarantiewesen. Er hat darin automobile Handelsgeschichte geschrieben, von der wir bis heute alle leben. Ich werde weiterhin mit größtem Respekt das "givit-Emblem" am "Offener Raum für neue Erkenntnisse!" in der beschriebenen Diktion berühren. Peter Patzelt hat auch hier einen Beziehungspunkt geschaffen, der für viele immer ein Ort der besonderen studentischen Erinnerung sein und bleiben wird. Auf anständiges Wirtschaften! Dank PPP, Peter Patzelt Pionier!

Peter Patzelt

CarGarantie-Gründer Peter Patzelt

Spruch der Woche:

"Im Urlaub will uns endlich die Phantasie erleben." (Elmar Kupke)


Auch nach einer "historischen Pleite" geht das Leben weiter!


Ihr Prof. Hannes Brachat
Herausgeber AUTOHAUS

www.brachat.de

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2 Kommentare
1
Aschmu
03.07.2018

Auf der Suche nach einem neuen Ford kam mir der Bericht Hessengarage grad recht. Nach intensiver Analyse auf deren Angebotsseiten, kann das jeder andere genauso. Die 36% beim Fiesta betreffen einen Tageszulassung , altes Modell aus 09/2016...... Die haben wir als "kleiner Händler" als NW oder Tz mit 24-29% verkauft.. da waren die aber gerade mal 1-2 Monate. Auch die Kuga bieten wir derzeit günstiger an.. mag nun sein, dass der eine oder andere bei denen weg muss und Geld verbrannt wird, da muss man aber schon sehr flexibel sein.... Echte "Schnäppchen" sehen anders aus

2
MV
30.06.2018

Hätte man in Stuttgart zu Zeiten Klinger auf eine Führungsperson der Hega Frankfurt gehört wäre es mit Sicherheit besser verlaufen. Eventuell stellt man in der Schweiz die Weichen jetzt anders. Wünschenswert für alle in der Gruppe.

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