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14. AUTOHAUS Schadenforum: Frischer Wind in Potsdam

14. AUTOHAUS Schadenforum
Frischer Wind in Potsdam
Das AUTOHAUS Schadenforum gastiert in diesem Jahr wieder in Potsdam.
© Foto: Stefan Endres/AUTOHAUS

Der erste Veranstaltungstag des wichtigsten Branchentreffs der Schadenwelt überzeugte die mehr als 400 Teilnehmer mit einer gelungenen Kombination aus altbewährter thematischer Tiefe, einer Vielzahl praktischer Vorführungen und einmaligen Initiativen.

Von Karsten Thätner/Redaktion AUTOHAUS SchadenBusiness

Nach einem zweimaligen Intermezzo in Dresden ist das AUTOHAUS Schadenforum in seine langjährige Heimat Potsdam zurückgekehrt. In einer für viele der treuen Besucher gewohnten Umgebung präsentierte sich die 14. Auflage des Treffpunkts der Schadenwelt von Beginn an in einem frischen und modernen Gewand. Nicht nur das gekonnte Zusammenspiel der TV-erprobten Moderatorin Petra Bindl mit Patrick Neumann, dem stellvertretenden AUTOHAUS-Chefredakteur, und Walter K. Pfauntsch, dem fachlichen Leiter der Veranstaltung, setzte an Tag eins neue Akzente. Auch die erstmals realisierte praktische Umsetzung der Unfallschadeninstandsetzung an zwei identischen VW Golf 7 in der eigens dafür konzipierten Live-Reparaturhalle bereicherte das inhaltlich gewohnt überzeugende Vortragsprogramm um eine weitere, interessante Facette.

OEMS und Markenbetriebe positionieren sich klar

Der praxisnahe Ansatz des Vergleichs der Reparaturwege "Instandsetzen vs. Erneuern" regte auch die über 400 Teilnehmer im Dorint Hotel Sanssouci dazu an, mit den Top-Referenten vom Start weg in einen regen Dialog zu gehen. Ganz im Sinne dieses fachlichen Austauschs auf Augenhöhe entwickelten sich – nicht zuletzt durch die aktive Rolle des Moderatorenduos – bewusst aufs wesentliche reduzierte und lebendige Redebeiträge.

Christian Hegel, Vorstand der Automobilgruppe ANAG, präsentierte im Gespräch mit Patrick Neumann aktives Schadenmanagement für markengebundene Autohäuser: "Nach einem Unfall sollen die Kundenfahrzeuge zu 100 Prozent in ihre Heimatwerkstatt." In einer weiteren Talkrunde entwarfen Christoph Keller, Leiter Service-Entwicklung bei Audi, und Jens Brech, Direktor Aftersales Toyota Deutschland, gemeinsam die Vision der OEM für ein digitales Schadenmanagement im Jahr 2025 und darüber hinaus: "Im Fokus der Hersteller und Importeure steht die Convenience des Endkunden. Wir nutzen die Chancen der modernen Technik dazu, das Schadengeschäft gemeinsam mit unseren Markenbetrieben wieder in den Griff zu bekommen."

Bandbreite gelebter Digitalisierung

Wie das Fahrzeug selbst bereits heute und in der Zukunft Beschädigungen feststellen und an die relevanten Stellen bei Versicherungsgesellschaften oder Fuhrparks melden wird, stellten Wolfgang Ahrens, CEO der Spearhead AG, und Joachim Klink, Head of Fleet, Transport & Logistics der T-Systems International GmbH, vor: "Intelligente Technologie ermöglicht die Verknüpfung von Kosteneinsparungen mit Kundenservice – einfach, schnell und transparent durch das automatisierte Generieren digitaler Schadensbeschreibungen." Jochen Dokter, Allianz Versicherungs-AG Automotive Deutschland und Volkswagen Autoversicherung AG, und Thomas Brüggemann, Leiter Schaden- und Dienstleistungsmanagement Volkswagen Leasing, stellten die gemeinsam konsequent vereinfachten Schadenabwicklungsprozesse für die Marken VW, Audi, Seat und Skoda vor: "Statt wie in der Vergangenheit auf doppelte Prüfung zu setzen, gehen wir zusammen mit unseren Handelsbetrieben einen neuen Weg. Digitalisierung wo nötig, ein Maximum an Vertrauen wo immer möglich."

 

Bildergalerie
14. AUTOHAUS Schadenforum (Tag 1)

Denken jenseits des Tellerrandes

Arndt Hüsges, geschäftsführender Gesellschafter der traditionsreichen Hüsges Gruppe, erläuterte dem Auditorium in einem emotionalen Vortrag, weshalb er sein eigenes Sachverständigen-Kerngeschäft bewusst durch technisch gestützte Disruption zerstört hat: "Unsere Branche sieht sich heute exponentiellen Prozessen gegenüber, die das lineare Denken der Vergangenheit obsolet machen. Praktisch umgesetzte Visionen statt Überregulierung sind das Gebot der Stunde." Ähnlich spontan präsentierte sich ZKF-Präsident Peter Börner, der den einem Flugausfall zum Opfer gefallenen Redebeitrag von Dr. Neofitos Arathymos, Geschäftsführer Abteilung Technik, Sicherheit und Umwelt im ZDK, zu einer flammenden Rede auf das Handwerk nutzte: "Statt uns gegenseitig die Kompetenz abzusprechen, sollten markengebundener Handel und freie K&L-Betriebe sich auf ihre jeweiligen Stärken konzentrieren. Freier Wettbewerb und der Kunde werden auch in Zukunft entscheiden, welche Dienstleistung wo fachgerecht erbracht wird."

Live-Einblicke in die Instandsetzungspraxis

Aufgelockert wurden die inspirierenden Fachvorträge immer wieder von Schaltungen in die K&L-Live-Werkstatt, bei denen die Teilnehmer über den aktuellen Reparaturfortschritt der beiden identischen Seitenwandschäden informiert wurden. Moderatorin Petra Bindl band dabei alle Protagonisten charmant ins Programm ein: Siegbert Müller, Ralph Ratmann und Klaus Luz von der mit den Reparaturen betrauten Carbon GmbH kamen ebenso zu Wort wie die Vertreter der Innovation Group Matthew Whittal (Vorstandsvorsitzender) und Ullrich Bechmann (Direktor Werkstattmanagement), die gemeinsam die zentrale Rolle der Instandsetzungsbetriebe in einem immer anspruchsvoller werdenden Schadenmarkt herausstellten.

Michael Breuch von der Dekra Automobil GmbH übernahm die gutachterliche Begleitung der beiden Instandsetzungswege, während die Repräsentanten der Sponsoren ihren jeweiligen Beitrag zur fach- und sachgerechten Reparatur den interessierten Betriebsinhabern in vielen Einzelgesprächen präsentierten: Karsten Grötecke (Horn & Bauer, Folientechnik), Stephan Paschke (Wieländer + Schill Spezialwerkzeuge), Mirko Eichner (Mirka, Schleifmittel), Sebastian Scholz (Sata, Lackierpistolen, Filtertechnik und Atemschutz), Richard Wolfrum jun. (Spanesi Deutschland/Karosseriezentrum Wolfrum, elektronische Karosserievermessung), Dirk Sauer (Axalta Coating Systems, Reparaturlack) und Tiemo Sehon (Sehon, innovative Lackierkabinen) spiegelten dabei die große Bandbreite moderner Unfallschadenreparatur wider.

Klare Zeichen gesetzt

Die programmatische Verknüpfung von inhaltlichen Denkanstößen und praktischer Umsetzung in der Instandsetzungshalle belebte auch die Hausmesse im Foyer des Veranstaltungshotels spürbar. Die immer wieder zwischen Vortragsprogramm und Livereparatur wechselnden Kongressbesucher informierten sich bei den 23 Fachausstellern über die komplette Bandbreite von Dienstleistungen, EDV und Services rund um die Unfallschadenabwicklung.

Nach der erstmals im Rahmen des AUTOHAUS Schadenforums durchgeführten Preisverleihung des AUTOHAUS VersicherungsMonitors, deren Ergebnisse im heutigen Newsletter vorgestellt werden, markierte der traditionelle Gala-Abend gleich in doppelter Hinsicht einen gelungenen Schlusspunkt. Neben der Chance zum intensiven Austausch für alle Beteiligten setzten Axalta Coating Systems und Innovation Group geeinsam ein wichtiges Zeichen gegen den allgegenwärtigen Fachkräftemangel: Mit der Verlosung von 20 Elektro-Hybridfahrzeugen an Jungmeister und Auszubildende aus K&L-Fachbetrieben unterstrichen sie eindrucksvoll ihre Investitionsbereitschaft in eine nach wie vor handwerklich geprägte, aber technologisch herausfordernde, spannende und zukunftsorientierte Branche.

Erste Impressionen vom gestrigen Veranstaltungstag finden Sie in unserer Bildergalerie.  Ausführlichere Beiträge zu den Vortragsinhalten der beiden Veranstaltungstage folgen sukzessive in unserem Branchen-Informationsdienst AUTOHAUS SchadenManager. Die komplette Berichterstattung  zum 14. AUTOHAUS Schadenforum in Potsdam lesen Sie dann wie gewohnt in der Jahresschluss-Ausgabe von SchadenBusiness, die gemeinsam mit AUTOHAUS 23/24 am 17. Dezember erscheinen wird.

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