Array 7. AUTOHAUS-Schadenforum: Ersetzt die "virtuelle Schadenkommunikation" den Kfz-Sachverständigen? - autohaus.de
250px 61px
Nachrichten
Nachrichten

7. AUTOHAUS-Schadenforum: Ersetzt die "virtuelle Schadenkommunikation" den Kfz-Sachverständigen?

7. AUTOHAUS-Schadenforum
Ersetzt die "virtuelle Schadenkommunikation" den Kfz-Sachverständigen?
Steigen in den Podiumsdiskussions-"Ring" (v. l. oben im Uhrzeigersinn): FSP-Geschäftsführer Hans Peter Brumm, ZAK-Präsident Ralf Graf sowie der Fachliche Leiter des Schadenaußendienstes der Allianz Versicherungs AG, Uwe J. Kollinger und der Sprecher der GKK-Geschäftsführung, Michael Vollrodt
© Foto: Presse + PR Pfauntsch

Rund 30 Prozent der heutigen Kfz-Sachverständigen werden in naher Zukunft vom Markt verschwinden, heißt es aus den Reihen der großen Organisationen selbst. Ist das "Aus" mit Höherqualifizierung abzuwenden oder ersetzt die aufziehende "virtuelle Schadenkommunikation" endgültig den "klassischen" SV? Am 24. und 25. Oktober diskutieren darüber Top-Experten auf dem 7. AUTOHAUS-Schadenforum in Potsdam.

Wie geht es künftig für den "klassischen" Schadengutachter weiter? Hat er überhaupt (noch) eine Zukunft und reicht seine bisherige Befähigung zum wirtschaftlichen Überleben aus? Wie wichtig ist für ihn die Zugehörigkeit zu einer großen, schlagkräftigen Organisation, wie wichtig auch eine Zertifizierung und eine fachspezifische Höherqualifizierung? Das sind nur einige der Fragen, die AUTOHAUS-Herausgeber Prof. Hannes Brachat und AH-Schadenmedien-Chefredakteur Walter K. Pfauntsch in Kürze mit renommierten Experten im Rahmen einer Podiumsdiskussion auf dem 7. AUTOHAUS-Schadenforum in Potsdam (24. u. 25. Oktober) erörtern werden. "2.500 Sachverständige werden definitiv vom Markt verschwinden" 30 Prozent der heute tätigen Gutachter werden vom Markt verschwinden, ist beispielsweise Dipl.-Ing. Hans Peter Brumm, Geschäftsführer der FSP-Group, felsenfest überzeugt. In Zahlen sind das für ihn "mindestens 2.500 Kfz-Sachverständige". Alleine steht er mit dieser Meinung keineswegs, wie sich in vielen persönlichen Gesprächen der AH-SchadenBusiness-Redaktion mit den Verantwortlichen fast aller deutschen SV- und Überwachungs-Organisationen in den letzten Monaten herausgestellt hat. Entsetzen und Angst vor den Geistern, die man einmal rief... Teils herrscht in der Branche auch blankes Entsetzen und pure Angst! Grund dafür sind die (mittlerweile als völlig untauglich und wertlos enttarnten, aber teilweise auch weiterhin akzeptierten) Leasing-"Rücknahmegutachten" zu Preisen ab 13 Euro oder auch Schaden-"Vollgutachten" für 79 Euro inklusive 24-Stunden-Vorort-Service, Mehrwertsteuer, Fahrt- und sonstiger Kosten – und nicht zuletzt teilweise sehr großzügige "Kick-back"-Zahlungen von Anbietern, die sich Marktanteile auf diese Weise "erkaufen" wollen. Wer das dem einen oder anderen Auftraggeber nicht bieten kann, bekommt keinen Auftrag – das gehört mit zur Realität im deutschen Schadenregulierungsgeschäft bzw. zum SV-Markt! Auch hohe Regulierungsfreigaben führen zur Verdrängung Sorgen macht man sich ferner ob der immer höheren Regulierungsfreigaben für Reparaturwerkstätten, die heute schon bei bis zu 7.500 Euro liegen und damit bei einer großen Masse von Schadensfällen den Kfz-Sachverständigen obsolet werden lassen. Hans Peter Brumm ist es auch, der als einer der wenigen im Markt deutlich (und ehrlich!) vor den Gefahren der sogenannten "virtuellen Schadenkommunikation" warnt, welche den Schadengutachter ebenfalls in seiner bisherigen Funktion bedroht. Klar erkennbar ist im Markt zudem eine sehr unterschiedlich ausgeprägte Einstellung zum Thema Aus- und Weiterbildung. Während manche Organisationen kosten- und zeitintensiv in dieses Thema investieren, um sich über höhere Qualität abzuheben, setzen andere auf ungelernte Billigstkräfte, die aus völlig fremden Berufsgruppen rekrutiert werden und in etwa so viel von Kfz-Technik und Hightech-Automobilbau verstehen, wie Nachbars Dackel Waldemar. "Billigkräfte liefern Schrott, aber keine Qualität" "So geht das nicht, sagen neben FSP-Chef Brumm auch die drei weiteren Teilnehmer der in Kürze auf dem 7. AUTOHAUS-Schadenforum stattfindenden Podiumsdiskussion. Das sind zum einen Ralf Graf, Geschäftsführer der Sachverständigen- und Ingenieurbüros Liermann, welche seit fast 90 Jahren auf den unterschiedlichsten Gebieten höchste fachliche Reputation besitzen. Graf ist darüberhinaus auch Präsident des SV-Verbandes ZAK e.V., in dem die "zertifizierten und anerkannten hauptberuflichen Kfz-Sachverständigen" aus der Branche sich übereinstimmend für Qualität und gegen Billigware einsetzen. Klipp und klar sagt ZAK-Präsident Graf: Die von Billigkräften erstellten Produkte sind oft auch von Fehlern und mangelhafter Qualität geprägt." Ein qualifizierter Kfz-SV braucht mindestens 85 Euro in der Stunde Nicht minder deutlich Schadenforum-Diskutant Michael Vollrodt, Sprecher der Geschäftsführung der GKK Gutachtenzentrale mit Stammsitz in Düsseldorf: "Wir müssen weg von dem billiger, billiger und nochmals billiger. Für hochspezialisierte Aufgaben sind ein extrem hohes Fachwissen und breitze Erfahrung unabdingbar." Was sich insgeheim in der Sachverständigenszene alle wünschen, sich aber kaum einer offen auszusprechen getraut, formuliert Vollrodt ebenfalls unmissverständlich: Wie ein Unfallinstandsetzungsbetrieb, von dem man eine fachliche einwandfreie Reparatur erwartet, braucht auch ein top-ausgebildeter Kfz-SV ebenfalls einen gewissen Mindest-Stundenverrechnungssatz für seine Leistung, der "je nach Qualifikation und Tätigkeitsfeld zwischen 85 und 135 Euro" liegen müsse.


- Anzeige -