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05.12.2008

ADAC

Autoversicherung mit 375.000 Policen

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Autoversicherung mit 375.000 Policen
Im AH-Interview für die ADAC Autoversicherung AG: Josef Halbig (l.), Vorsitzender des Vorstandes, und James Wallner, Mitglied des Vorstandes.
© Foto: Presse & PR Pfauntsch / Müller

Vorstands-Bilanz nach einem Jahr als Erstversicherer: Die ADAC Autoversicherung ist überdurchschnittlich gewachsen. Darüber hinaus lehnt der Automobilclub Verträge mit Werkstattbindung weiterhin kategorisch ab.

Vor etwas mehr als einem Jahr – zum 1. Oktober 2007 – startete die ADAC Autoversicherung AG als neuer Erstversicherer mit 300.000 Kfz-Policen in den Markt. Wie Vorstandsvorsitzender Josef Halbig und Vorstandsmitglied James Wallner aktuell in einem Exklusiv-Interview mit AUTOHAUS SchadenBusiness & Schaden§manager bestätigten, wird das Unternehmen am Ende dieses Jahres auf 375.000 Einheiten verweisen können. Über dieses stattliche Wachstum zeigte sich Josef Halbig hoch zufrieden: "Es war die richtige Entscheidung, gemeinsam mit der Zurich Gruppe Deutschland Risikoträger zu werden. Diese Partnerschaft hat sich sehr bewährt. Wir wachsen im Bestand überdurchschnittlich und sind in der Lage, den Ertrag in Produktentwicklung und Mehrwerte für unsere Mitglieder zu reinvestieren." Dabei bekräftigte der Vorstandsvorsitzende nochmals: "Um es ganz klar zu sagen, wir kaufen uns kein Geschäft, um es später – womöglich auf Kosten unserer Mitglieder – sanieren zu müssen. Unsere Strategie ist kein Policenverkauf zu Dumping-Konditionen, sondern ein ausgesprochen gutes Preis-Leistungsverhältnis." Diese Philosophie zahle sich aus: Nach Halbigs Worten haben die Kunden die leistungsorientierte Strategie bei ihrer Produktwahl honoriert. Angetreten war die Assekuranz im ersten Geschäftsjahr mit den beiden Produktlinien "Komfort" und "Kompakt". Vorab wurde mit einer 60 zu 40-Verteilung kalkuliert, doch habe sich das Geschäft anders entwickelt. "90 Prozent der Mitglieder haben sich für die ADAC-Autoversicherung Komfort entschieden. Das heißt, unsere Leistungsstrategie ist angekommen und akzeptiert. Die Mitglieder sind vom ADAC nichts anderes gewöhnt, als Full-Service zu erhalten. Diese Erwartungshaltung und das positive Image des "Helfers" konnten wir erfolgreich auf den Bereich Autoversicherung übertragen “, so Halbig. Gebrauchtwagenkasko & Vollkasko Plus Seit 1. Oktober 2008 tritt die ADAC Autoversicherung AG mit einem erweiterten Portfolio an. "Zum einen haben wir die Gebrauchtwagenkasko etabliert. Diese ist sowohl von den Leistungen, als auch vom Preis zwischen Voll- und Teilkasko platziert. Sie richtet sich vor allem an Käufer von Gebrauchtwagen ab etwa drei Jahren Fahrzeugalter oder an Halter, die in Erwägung ziehen, ihr Auto von Voll- auf Teilkasko umzustellen“, erläuterte James Wallner. Die Gebrauchtwagenkasko decke dabei unter anderem Schäden am eigenen Fahrzeug durch Kollisionen mit anderen Pkw ab – inklusive Parkschäden –, im Gegensatz zur Vollkasko aber keine "Allein-Unfälle". Zudem habe man eine Kaufpreisentschädigung integriert. James Wallner: "Bis zu zwölf Monate nach Erwerbsdatum bei Totalschaden und sechs Monate im Falle eines Diebstahls wird also nicht, wie üblich, nur der Wiederbeschaffungswert ersetzt, sondern der komplette Kaufpreis." Zum anderen biete die ADAC Autoversicherung ergänzend die Vollkasko Plus den Mitgliedern an. Diese sei noch umfassender als eine klassische Vollkasko und beinhaltet beispielsweise Ladungsschäden und Versicherungsschutz bei zerstochenen Reifen. Werkstattbindung und Schadensteuerung – "Nicht mit dem ADAC!" Selbstverständlich bezogen Halbig und Wallner im Interview auch Position zum Schadengeschäft und auf die Vorwürfe einiger anderer Marktteilnehmer, dass der ADAC sich früher gegen Schadensteuerung gestellt habe und diese heute selbst betreibe. "Das machen wir nicht!", entgegnete Halbig nachdrücklich und fügte hinzu: "Wir bieten keine Werkstattbindungstarife an. Schadensteuerung hat für uns etwas mit Verpflichtung und Zwang für den Autofahrer zu tun. Unsere Mitglieder können mit dem ADAC-Schadenservice und dem Netz aus aktuell über 300 Partnerwerkstätten eine zusätzliche Dienstleistung nutzen. Aber unmissverständlich: Die Mitglieder haben stets die freie Entscheidung!" Ein anderes Vorgehen sei mit dem ADAC als Verbraucherschutzorganisation auch nicht zu vereinbaren. "Tarifen mit Werkstattbindung stehen wir weiterhin kritisch gegenüber", unterstrich Halbig und Vorstandsmitglied Wallner ergänzte: "Der ADAC Schadenservice ist – wie der Name schon sagt – in erster Linie ein Service und darf nicht als Instrument zur Kostenreduzierung verstanden werden. Dass wir damit auf dem richtigen Weg sind, belegen regelmäßige Kunden-Befragungen: 95 Prozent, die den Schadenservice schon einmal erlebt haben, würden sich jederzeit wieder dafür entscheiden." Das komplette Interview mit den Vorständen der ADAC Autoversicherung AG können Sie in unserer nächsten Ausgabe von AUTOHAUS SchadenBusiness nachlesen, die am 15. Dezember erscheint. (am)