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"E-Tron": Audi quattro unter Strom

"E-Tron"
Audi quattro unter Strom
Von außen sieht der Audi aus wie jeder A5, doch dieser Eindruck täuscht: Unter der Haube arbeiten ein Benziner und zwei Elektromotoren.
© Foto: Audi

Audi entwickelt den Quattro-Antrieb der Zukunft. Ein Benzinmotor und zwei Elektromotoren bieten Power satt. Doch die optimale Querdynamik bekommt man elektrisch nicht hin - da hilft nur ein Trick.

Das Thermometer zeigt minus fünf Grad, ein eisiger Wind weht kleine Flocken über den zugefrorenen See. In Nordschweden ist auch jetzt noch tiefster Winter und der silberne Audi A5 jagt mit 80 Sachen über Eis und Schnee. Dabei ist er flüsterleise und über weite Strecken rein elektrisch unterwegs. Bei Vollgas und über 100 km/h springt unmerklich der Benzinmotor unter der Haube an - man merkt es nur an der digitalen Anzeige auf dem Instrumentenbrett.

Von außen sieht der Wagen aus wie ein normaler A5, doch sein Innenleben haben die Ingenieure komplett umgekrempelt. Unter der Haube sitzen zunächst die aus dem Audi Q5 bekannten Hybridkomponenten: Ein Zwei-Liter-Benziner mit 155 kW/211 PS und 350 Nm Drehmoment wird von einem 33 kW/45 PS starken Elektromotor unterstützt. Für die Kraftübertragung sorgt ein automatisiertes Vierganggetriebe. Die Gangwechsel sind allerdings nicht spürbar, weil die kurze Zugkraftunterbrechung sofort vom Elektromotor ausgeglichen wird. An der Hinterachse befindet sich ein zweiter Elektromotor mit 60 kW/81 PS.

Wo beim normalen Quattro-Antrieb der Kardantunnel sitzt, hat man im e-tron-Versuchsträger die Lithium-Ionen-Batterie verpflanzt. "Das verschafft uns Platz und erhält das volle Kofferraumvolumen. Außerdem verlagert sich so der Schwerpunkt des Wagens nach unten", erklärt Horst Glaser, Fahrwerks-Chefentwickler bei Audi. Das 140 Kilogramm schwere Akkupack hat eine Kapazität von 9,4 Kilowattstunden, ist also um ein vielfaches leistungsfähiger als der Akku des Q5 Hybrid. Dank Leichtbau mit Aluminium und Kohlefaser-verstärktem Kunststoff (CfK) bringt der "e-tron quattro" trotzdem weniger als 1,6 Tonnen auf die Waage.

Über Nacht an die Steckdose

Als Plug-in-Hybrid kann der "e-tron" über Nacht an der Steckdose tanken. Gemäß dem NEFZ-Verbrauchszyklus ist damit auch ein Mini-Durst möglich: Die ersten 40 Kilometer soll der Quattro von morgen bis maximal 100 km/h rein elektrisch unterwegs sein. Auf 100 Kilometern läge der Verbrauch dann bei ungefähr 2,7 Litern, schätzen die Ingolstädter. Und selbst wenn der Benzinmotor mithelfen muss, bleibt der Durst des Wagen wohl erheblich geringer als bei jedem anderen Allradler.

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