250px 61px
Nachrichten
Nachrichten

Experten: Auto-Affinität lässt spürbar nach

Experten
Auto-Affinität lässt spürbar nach
Nutzen statt besitzen: Das Carsharing-Geschäft boomt, auch immer mehr Autobauer mischen mit.
© Foto: BCS

Zwar gibt es noch keine belastbaren Zahlen, aber Branchenexperten stellen eine zunehmende Polarisierung des Marktes fest. Für immer mehr Menschen ist das Auto nur ein reines Transportmittel.

Den Individualverkehr und damit auch die Automobilindustrie sehen Experten aus Wissenschaft und Automobilwirtschaft vor einem gravierenden Strukturwandel. "Die Bedeutung des Autos als Identifikationsobjekt bei jungen Menschen sinkt", sagte Frank Ruff, verantwortlich für Konzernforschung und Vorentwicklung bei der Daimler AG, anlässlich der "Stuttgarter Tage der Unternehmens- und Automobilgeschichte" im Mercedes-Benz-Museum. Thomas Meyer, Geschäftsführer Mobilitätssysteme am Karlsruher Institut für Technologie (KIT), erklärte: "Unsere Studenten sind zwar alle bestens mit Laptops und Smartphones ausgestattet, eine Affinität zum Automobil stelle ich jedoch nur bei einer Minderheit fest."

Zu diesem Thema fehle zwar noch belastbares Zahlenmaterial, bemerkte Professor Willi Dietz vom Institut für Automobilwirtschaft in Nürtingen, dennoch stelle er eine zunehmende Polarisierung des Marktes fest. Nur noch ein Teil der Menschen betrachte das Auto als Liebhaberobjekt, für einen wachsenden Anteil der Bevölkerung sei es reines Transportmittel. Daran hat man mittlerweile auch bei Daimler kaum mehr Zweifel. "Die Menschen wollen zwar nach wie vor Autos nutzen, aber nicht mehr zwingend besitzen", so Ruff. Deshalb mache man sich in seinem Haus zunehmend Gedanken über Carsharing-Systeme und intermodale Verkehrskonzepte.

Dabei spielt das Elektrofahrzeug in naher Zukunft wohl noch nicht die Hauptrolle, wie Dietz konstatierte: "Bei der Schöpfungsgeschichte des Elektroautos sind wir noch am ersten Tag, nicht am siebten." Meyer beurteilte die Situation ähnlich, weil sich seiner Meinung nach die kritische Frage der Stromspeicherung nicht schnell verbessern lasse, und weil hier die Entwicklung linear und nicht exponentiell verlaufe, was ihn zu dem Schluss führt: "Wir müssen mit der Elektromobilität noch viel Geduld haben."

Auch wenn der Verbrennungsmotor noch lange nicht wegzudenken sei, empfahl Dietz der Industrie, das Thema Elektromobilität weiter voranzutreiben: "Eine Volkswirtschaft wie die deutsche muss den Weg der Innovation gehen." (mid/maha)

Artikel jetzt ...

© Copyright 2019 AUTOHAUS online

Kommentar
Ihr Kommentar zum Artikel
Ihr Kommentar zum Artikel

AUTOHAUS ist ein Fachmedium für die Automobilwirtschaft. Die qualifizierte Meinung unserer Online-Nutzer zu allen Branchenthemen ist ausdrücklich erwünscht. Bitte achten Sie bei Ihren Kommentaren auf die Netiquette, um allen Teilnehmern eine angenehme Kommunikation zu ermöglichen.
Vielen Dank!

Artikel jetzt ...

mit anderen teilen per

© Copyright 2019 AUTOHAUS online

Newsletter
Newsletter
Schon gelesen?
Die Top-Nachrichten