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Autohändler gegen Consors Finanz: "In der Krise zeigt sich der wahre Charakter"

Autohändler gegen Consors Finanz
"In der Krise zeigt sich der wahre Charakter"
Die BNP Paris Bas-Tochter ConsorsFinanz hat mitten in der Corona-Krise ihre Risiken reduziert und damit einen Händler brüskiert, den sie zuvor noch für seine gute Unternehmensperformance gelobt hatte.
© Foto: Doris Plate/AUTOHAUS
Zum Themenspecial Corona-Krise

Mitten in der Corona-Krise sammelte die Consors Finanz Einkaufskreditlinien ein. Auch von der Ruhrdeichgruppe, obwohl diese ein kerngesundes Unternehmen ist. Und auch bei der Kredit-Ablösung gab es Schwierigkeiten.

Banken sind wichtige Partner für die Autohäuser. Umso schlimmer ist es, wenn sich die Unternehmen in schwierigen Zeiten nicht auf ihre Kreditinstitute verlassen können. Die Consors Finanz halbierte mitten in der Corona-Krise telefonisch die Einkaufskreditlinie der Ruhrdeichgruppe.

Zwei Wochen vorher hatte der zuständige Manager der BNP Parisbas-Tochter das Kfz-Unternehmen noch zu seinen Finanzkennzahlen beglückwünscht. Die Unternehmensperformance war also nicht der Anlass. Ruhrdeich-Chef Peter Gerards entschloss sich unter dem Eindruck dieser Vorgehensweise seine Kredite bei der Consors Finanz abzulösen und die Geschäftsbeziehung mit dem Institut zu beenden. Er ist immer noch geschockt vom Verhalten der Bank und erklärt: "In der Krise zeigt sich der wahre Charakter. Eine Großbank mit so einem Kundenverhalten in einer Krisenzeit braucht kein Mensch und auch kein Autohändler."

+++ In der AUTOHAUS-Ausgabe 9/2020 (ab 11. Mai) berichten wir ausführlich über den Vorgang. Weitere Infos: https://next.autohaus.de +++

Ablösung verzögert

Aber auch bei der Ablösung der Kredite legte die Bank Gerards noch Steine in den Weg. Als eine seiner Tochterfirmen die Consors Finanz beauftragte, 820.000 Euro per Sepa-Firmenlastschrift von der Hausbank einzuziehen und im Gegenzug die Fahrzeugbriefe herauszugeben, wird dies aus seiner Sicht unüblicherweise verzögert: "Normalerweise bekommen wir die Briefe dann innerhalb von drei Tagen, jetzt sieht es so aus als ob wir bis zu 15 Tage warten müssen."

Letztendlich ist es doch schneller gegangen. Auf Anfrage von AUTOHAUS hatte sich Bernd Brauer, Head of Department Automotive Financial Services bei der Consors Finanz, zu den Vorwürfen geäußert und sich für die Verzögerung entschuldigt: "Autobriefe werden wie üblich drei Tage nach Anweisung der Sepa-Lastschrift freigegeben", teilte er mit.

Leider klappt das aber offenbar öfter nicht, denn wenige Tage später passierte dasselbe wieder mit einer weiteren Firmenlastschrift des Autohauses. Die Hausbank der Ruhrdeichgruppe reagierte mittlerweile genervt auf die Bitte der Consors Finanz zu bestätigen, dass die Abbuchungen erfolgt sind. In dem Schreiben des zuständigen Managers der Sparkasse Duisburg an die Consors Finanz, das AUTOHAUS vorliegt, heißt es, dass man für so etwas keine Kapazitäten habe: "Dies ist im Rahmen der banküblichen Sepa-Usancen auch nicht vorgesehen, deshalb gibt es ja klare Fristen und Vorgaben für alle Beteiligten." Auch diesmal musste Brauer wieder persönlich eingreifen, damit die Ruhrdeichgruppe ihre Briefe bekommt.

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