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3. Personalkongress: "Ein hausgemachtes Problem"

Der AUTOHAUS Personalkongress in Bad Homburg stand ganz im Zeichen des drohenden und teils auch schon spürbaren Fachkräftemangels.
© Foto: Christian Frederik Merten/AUTOHAUS

Qualifizierte Mitarbeiter zu finden und zu binden ist für viele Autohäuser zunehmend ein Problem. Der 3. AUTOHAUS Personalkongress bot viele Lösungsansätze für ein erfolgreiches Personalmanagement.


Datum:
14.05.2014
18 Kommentare

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Der Fachkräftemangel ist bereits erkennbar, betrifft aber nicht jedes Unternehmen gleichermaßen. Das machte Professor Ralf Mertens am Mittwoch beim 3. AUTOHAUS Personalkongress klar. Schließlich habe nicht jedes Autohaus Probleme, qualifizierte Mitarbeiter zu finden, so der Experte: "Es ist ein hausgemachtes Problem." Mertens zog Parallelen zwischen Personal- und Produktmarketing und appellierte an den Handel: "Sie müssen Arbeitsplätze verkaufen!"

Der AUTOHAUS Personalkongress in Bad Homburg stand ganz im Zeichen des drohenden und teils auch schon spürbaren Fachkräftemangels. Namhafte Referenten aus Praxis und Wissenschaft stellten den Teilnehmern dort die wichtigsten Trends und Lösungsansätze im automobilen Personalmanagement vor.

Der Aufbau einer Arbeitgebermarke sei dabei das Kernelement des Personalmarketings, riet Jörg von Steinaecker, Inhaber von Steinaecker Consulting. Bei der Suche nach neuen Mitarbeitern empfiehlt er vor allem mit Blick auf jüngere Zielgruppen eine Social-Media-Präsenz: "Derzeit gibt es kein Medium, das besser wirbt als Facebook." Welche arbeitsrechtlichen Fallstricke sich dabei in Social-Media-Auftritten ergeben können, erläuterte Rechtsanwalt Rainer Bopp von der Kanzlei G. Haug & Partner.

Auch ältere Menschen

Dass bei der Mitarbeitersuche aber auch ältere Menschen im Fokus stehen sollten, betonte Reiner Klingholz, Direktor des Berlin-Instituts für Bevölkerung und Entwicklung. Klingholz sagte: "Wenn wir gesünder und fitter älter werden, sollte es auch klappen mit längeren Erwerbszeiten." Direkt nach dem Schulabschluss setzt dagegen Hans Medele, Obermeister der Kfz-Innung für München-Oberbayern an. Er nannte Details des von ihm ins Leben gerufenen Projekts "Abi und Auto", das Abiturienten eine verkürzte Ausbildung zum Kfz-Mechatroniker ermöglicht.

Die Weiterqualifizierung bestehender Mitarbeiter stand im Mittelpunkt der Vorträge von Michael Zülch (Zülch Consulting) und Stefan Hoy (Nissan Center Europe). Zülch stellte verschiedene E-Learning-Möglichkeiten vor, Hoy konzentrierte sich in seiner Funktion als Geschäftsführer der Gütegemeinschaft "Geprüfte/r Automobilverkäufer/in" auf eben dieses Qualifizierungsangebot. Nicht zuletzt beschrieb Robert Grgic, Leiter Personal bei Procar Automobile, wie sich die Stimmung im Betrieb mittels Mitarbeiterbefragungen einfangen lässt. (cfm)

Impressionen vom 3. AUTOHAUS Personalkongress gibt es in der Bildergalerie!

Mehr zu den Lösungsansätzen für ein erfolgreiches Personalmanagement lesen Sie in AUTOHAUS 11/2014, das am 2. Juni erscheint!


3. AUTOHAUS Personalkongress

Bildergalerie

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KOMMENTARE


Poldi66

14.05.2014 - 16:57 Uhr

Es ist wie bei Sportstars:Gute Leute mußt Du gut bezahlen, sonst gehen sie oder sie kommen erst gar nicht zu Dir.Wenn die Unternehmer in Deutschland aber immer meinen, das nicht machen zu müssen: SELBER SCHULD!!!Die Löhnen steigen fast nicht aber die Erträge der Firmen!! Ist das gerecht?


Frank Fehling

14.05.2014 - 20:20 Uhr

Ich stimme dem Vorredner Poldi66 voll zu.Leider gibt es noch andere wichtige Dinge im Autohandel zu beachten.Viele Führungskräfte in den Autohäusern wollen nur Personal einstellen,die für ein Hungerlohn Ihre Arbeitskraft her geben.Des weiteren versagen auch die Führungskräfte von den Autohäusern im Bereich Personaleinstellung, weil Sie nicht den älteren erfahrenen Menschen aus diesem Bereich die Möglichkeit gewähren um dementsprechend gute Erträge aus dem Verkauf zu erzielen. Nur der Gewinn zählt.Eine Firma steht und fällt mit seinen Mitarbeiter/Mitarbeiterinnen. Gutes bis sehr gutes Personal kostet nun mal Geld.Nicht verwalten sondern verkaufen sollte das Ziel eines jeden Autohauses sein.


Detlef Rüdel

15.05.2014 - 09:30 Uhr

Wer Top Personal haben will, muss selbiges auch Top bezahlen. Das ist wie in der Bundesliga, auch hier müssen Top Leute, entsprechend bezahlt werden. Warum sollten sie dann wechseln, wenn nicht entsprechende Entlohnung für Ihre Leistung zu erwarten ist? Wer heute noch immer glaubt, er könne Top Mitarbeiter zu Löhnen gemäß der 3 Liga erhalten, der sollte sich entsprechend mal intensiv mit unserem Markt beschäftigen. Wir rufen Stundenverrechnungssätze gegenüber Kunden auf, (von 79, € - 150,-€ und mehr Beispiel)sind aber zum Teil (nicht alle)gewillt, unser eigenes Personal vernünftig zu bezahlen. Erwarten dann aber trotz schlechter Bezahlung Top Leistung, hohe Motivation und darüber hinaus sonstigen Einsatz ohne Einschränkung. Das gleiche Problem trifft auch im Sales zu, auch hier erwarten wir hohen Einsatz, aber zum Teil werden die Verkäufer am Verkauf von Zusatz Produkten nicht beteiligt. Daher müssen sich in der Tat vereinzelte Unternehmer fragen, warum Sie ggf. kein Top Personal erhalten, oder selbst Ihre eigenen Mitarbeiter auf Dauer so nicht halten können. Vielleicht sollten die, die sich hier angesprochen fühlen, einfach einmal darüber Nachdenken, ob Sie unter diesen Bedingen Arbeiten wollen? Ich bin mir ziemlich sicher, wie deren Antwort ausfallen würde. Gute Bezahlung, setzt hohe Motivation frei, verringert Frust, Resignation, setzt die innere Kündigung herab und bindet die Mitarbeiter langfristig an das Unternehmen, was wir auch wollen, da wir in selbige auch Investieren, durch Schulung usw. Um diesen Spagat auch sauber hinzubekommen, ist soziale Kompetenz gegenüber meinem Personal gefragt, leider fehlt es daran bei einigen.


A. Aslau

15.05.2014 - 10:46 Uhr

Wie schon von den Vorrednern angesprochen und im Artikel erwähnt, ist dieses Problem eigentlich keines. Wenn unfähige Inhaber oder Führungskräfte der Meinung sind, man benötige nur billiges Personal, bekommt man auch nur die Qualität, für die man bereit zu zahlen ist.Ich persönlich kenne viele Mitarbeiter in Autohäusern, die seit 10 oder mehr Jahren KEINE Gehaltserhöhung mehr bekommen haben. Im Verkauf gehen Gehälter sogar zurück, weil die Erlöse immer geringer werden und nicht durch das Provisionssystem gegengesteuert wird. Monteure für deutlich unter € 2.000,- Monatsgehalt, Verkäufer die bei 200 Stunden unter € 3.000,- liegen und die Verlagerung wesentlicher Aufgaben an Auszubildende, die nie eine Chance zur Übernahme bekommen ist schon normal. Zusätzlich werden Urlaubs- und Weihnachtsgelder ebenso verweigert wie vermögenswirksame Leistungen. Auch üblich ist die Reduzierung der eigentlich in den Manteltarifverträgen festgelegten Urlaubszeiten. 24 Tage sind heute häufig das Angebot der meist nicht gewerkschaftlich organisierten Betriebe. Summa summarum gibt es bei obiger Konstellation eine massive Gehaltsreduzierung durch den nicht vorhandenen Inflationsausgleich, gestrichene Sónderleistungen und Freizeitreduzierungen.WER möchte da noch motiviert sein ???


Mr. Mr.

15.05.2014 - 12:35 Uhr

Tja und nun kommt Sie - die Quittung!!! Da brauch sich kein Inhaber beschweren, dass er keine guten Leute findet. Selber schuld! Nicht nur das kein Tarif bezahlt wird, nein (!), viele tun sich schon mit 8,50 Euro schwer, was dem Mindestlohn entspricht! Ich weiß von Fällen, in Meck-Pom und Brandenburg wo eine ausgelernte Fachkraft nach 5 Arbeitsjahren nicht auf 1.000 Euro netto kommt! Ich bitte Euch!!! Da gehen diese schlechtbezahlten Angestellten lieber Zigarettenautomaten aufstellen und haben 500,00 Euro mehr in der Tasche. Und während sich Azubis um die Lehrstelle vor 10 Jahren geschlagen haben, zeigen Sie einem jetzt nen Vogel - zurecht! Das war alles abzusehen und hat nicht das geringste damit zu tun, dass es nicht genug Arbeitskräfte gibt, sondern einzig und allein zu wenig WERTSCHÄTZUNG gegenüber der Arbeitskraft!!!


Albert

15.05.2014 - 12:44 Uhr

Niemand erwähnt die Schikanen, die das Leben in den Betriebenmittlerweilen unerträglich machen.Fast nicht mehr durschaubare Vorschriften und Bürokratie was Garantie und Kulanzabwicklungen betreffen.Endlose Überprüfung ob auch alles getan wurde um den Kunden äußerst und abermals äußerst zufrieden zu stellen.Die Bedürfnisse der Mitarbeiter interessieren niemanden mehr.Erfolgreiche Verkäufer werden durch sinnloses Mysteryshopping regelrecht rausgeeckelt.Die Probleme sind nicht hausgemacht. Sie werden durch die überzogenen und praxisfremden Vorgaben der Hersteller dieser Branche auferlegt.Da können die Damen und Herren auf diversen Kongressen debattieren wie sie wollen. Niemand traut sich das Kind beim Namen zu nennen.


Michael Kühn

15.05.2014 - 13:03 Uhr

Auch ein Mensch mit ca. 50 Jahren aufwärts kann über hervoragenden Innovationsgeist gepaart mit viel Berufserfahrung verfügen. Auch diese Tatsache sollte berücksigt werden. Dadurch werden weniger "Luftschlösser" gebaut. Gerade jüngere Führungskräfte sollten über diese Tatsache nachdenken, wenn sie Ältere unter sich haben/hätten. Denn die Älteren werden sicher nicht mehr an Ihrem "Stuhl sägen". Die ernsthafte Widmung der Aufgabenstellung ist Ihnen Herausforderung genug. (Autohaus-Inhaber-Nachwuchs z.B. wäre meine Adresse)- (Ich z.B. möchte gar kein Autohaus führen, sondern hätte mich damals gefreut (mit 49 J) eine echte Chance zu erhalten, mein Wissen und mein Lösungsdenken mit einbringen zu können, Softskills u. Loyalität dem Chef gegenüber inkl.) Einen guten Arbeitsplatz zu verkaufen, gehörte bereits damals schon zu meinen persönlichen Überzeugungen !!! (Das war schon vor 13 Jahren)


Annotator

15.05.2014 - 14:04 Uhr

Das Handwwerk hat einfach nicht die Möglichkeit das Personal entsprechend zu entlohnen (wie es sich das verdient hätte).Oftmals zieht die Industrie Personal durch hohe Löhne ab.Am Band bekommt ein Arbeiter der oft nicht die Qualifikation eines Handwerkers hat meists viel mehr Lohn.Gerecht ?


Andreas B.

15.05.2014 - 14:11 Uhr

Viele Stunden wenig Geld, das ertrage wems gefällt :-)


UE

15.05.2014 - 14:27 Uhr

@Michael Kühn: Das Problem ist: welche "jüngere Führungskraft" will schon einen "älteren" Mitarbeiter? Das Problem ist doch folgendes: Jüngere Verkaufsleiter sind heute entweder irgendwelche studierten Jungdynamiker, die noch nie in ihrem Leben ein echtes Verkaufsgespräch geführt haben oder unfähige Verkäufer, welche "hochgeschoben" wurden, weil sie ihrem Chef immer schön zu Munde geredet haben.Die Frage ist nun: Welcher der zwei o.g. Herren möchte jemandem in seinem Verkäuferteam, der mehr Erfahrung hat und seine Unfähigkeit entlarven kann? Richtg: keiner.Hinzu kommen die hier schon genannten "Probleme": Testkäufe, schwachsinnige Forderungen bei Kundenbefragungen, bei denen es mittlerweile nicht mehr um die Meinung des Kunden geht sondern um winzige Formulierungen ("sehr gut" ist schlecht, KD muss "vollkommen Zufrieden" oder "begeistert" sein), Verkäufer werden nicht mehr an Erträgen und / oder Stückzahlen gemessen sondern an ihrer Kontaktzahl....usw. usw.Würde man sich mal wieder auf das WESENTLICHE konzentrieren, dann würde das Arbeiten auch wieder Spaß machen und es würde sicher kein Cent weniger verdient.


Richi

15.05.2014 - 16:09 Uhr

Bleibt zu hoffen dass hier viele ihre Meinung kundtunDas würde eine Studie unter den Mitarbeiter in den Betrieben ersparenWie sonst sollen die Theoretiker kapieren wie es den Betrieben aussieht


Heinz Kretschmer

16.05.2014 - 07:13 Uhr

...sämtliche Kommentare zeigen die wirkliche Welt auf. Es gibt viele Schaumschläger in Führung,d.h.nicht in Verantwortlichkeit! Heinz M. Kretschmer


Stephan V.

16.05.2014 - 07:59 Uhr

Immer wenn ich solche Artikel und vor allem dann die Kommentare lese, freue ich mich, dass ich dem Autoverkauf / -vertrieb vor ca. sieben Jahren den Rücken gekehrt habe. Trotz, dass ich zuerst als Verkäufer, später in leitenden Positionen aber meist mitverkaufend, nicht gerade zu den Erfolglosen gehört habe, war mein Kontostand nicht so zufriedenstellend wie es derzeit ist.


Stephan V.

16.05.2014 - 11:51 Uhr

@ Stephan V.; Ich kann mich noch an Zeiten erinnern, in denen ein Starverkäufer bis zu DM 180.000.- p.a. in einem Autohaus verdient hat und der "Normale" konnte auch recht gut von seinem Einkommen leben und sogar seine Familie ernähren. - Eine ERNSTHAFTE Studie, z.B. nur unter Verkäufern der Autohäuser würde nach meinem Dafürhalten bereits einen höchst interessanten Überblick verschaffen. - Wieviel verdient denn heute ein "normaler" Verkäufer in "€" ? - Und so zieht sich dieser rote Faden auch über den Service-Berater bis hin zum Mechaniker, derweil viele Werksangehörige bei 35 Std./Wo. erheblich mehr verdienen. - Es ist logisch, ohne Einsatz passiert nicht viel, aber viel Einsatz bringt auch nicht viel mehr; es gab in meinem Umfeld sogar auch schon jüngere Verkäufer, die neben ihrer 50-60 Std.-Woche nebenberuflich Versicherungen und andere Dienstleistungen anboten...; ab ca. dem Jahr 2000 und später ! - Früher war der Job eines Verkäufers/Service-Meisters usw. in einem Autohaus noch "Eine Ehre" und man war stolz darauf hier arbeiten zu dürfen, und heute ???


UE

16.05.2014 - 12:24 Uhr

@Stephan V.:Ich kann Ihren Schritt gut nachvollziehen, auch ich habe vor drei Jahren dem Verkauf den rücken gekehrt, auch wenn ich bis dahin oft und gerne das Schild "wo ich bin ist vorne" getragen habe. Aber die von mir genannten "Probleme" (Kontakte sind wichtiger als Erträge und Stückzahlen) gingen mir doch so sehr auf die Nerven, dass ich, als sich die Gelegenheit bot, eine "verkaufsnahe" Tätigkeit angenommen habe.


Ika

16.05.2014 - 12:36 Uhr

Wie ist es möglich bei dieser Mitarbeiterunzufriedenheitdie Kunden ordentlich zu bedienen


Stephan V.

16.05.2014 - 16:57 Uhr

Auch wenn der Kommentar vom 16.05.2014, 11.51 Uhr nicht von mir ist, sondern sich meines Pseudonyms bedient wurde, könnte der Kommentar glatt von mir kommen, da ich es ähnlich sehe. Deshalb Grüße an "Stephan V. II.".


VL

16.05.2014 - 17:54 Uhr

Da scheint ja bei Volkswagen die Welt noch in Ordnung zu seinDort werden erfolgreiche Verkäufer durch denEinsatz von unsinnigen und primitiven Mystery ShoppingsSystematisch hinausgeeckeltDie scheinen keine Personalprobleme zu haben


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Die qualifizierte Meinung unserer Leser zu allen Branchenthemen ist ausdrücklich erwünscht. Bitte achten Sie bei Ihren Kommentaren auf die Netiquette, um allen Teilnehmern eine angenehme Kommunikation zu ermöglichen. Vielen Dank!

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