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Aral-Studie: Große Bereitschaft zum Autokauf

Lieber ein neuer Wagen statt Geld ohne Zinsen auf der Bank: Laut der Aral-Studie "Trends beim Autokauf 2015" winken dem deutschen Autohandel in den kommenden Monaten gute Geschäfte.
© Foto: ProMotor/Timo Volz

Steigende Reallöhne, niedrige Zinsen: Die Bundesbürger wollen lieber ihr Geld zum Autohändler tragen, als es auf der Bank zu lassen. Eine Aral-Studie sieht das Interesse am Fahrzeugkauf auf Rekordniveau.


Datum:
18.08.2015
3 Kommentare

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Der boomende Arbeitsmarkt und deutliche Verdienstzuwächse sorgen derzeit für ungebremste Kauflaune bei den Deutschen. Das lässt auch auf gute Geschäfte in den Autohäusern hoffen. Laut der aktuellen Aral-Studie "Trends beim Autokauf" ist das Interesse am Fahrzeugkauf so hoch wie nie in der Geschichte der Erhebung. "Mehr als jeder dritte Autofahrer will sich in den nächsten 18 Monaten einen anderen Wagen zulegen", sagte Peter Sauermann, Leiter der Aral Forschung, am Dienstag in Frankfurt bei der Studienpräsentation. Der Anteil von 36 Prozent sei ein Zuwachs von zehn Punkten gegenüber der vorangegangenen Untersuchung aus dem Jahr 2013.

Die Autohändler dürfen sich in den nächsten eineinhalb Jahren auch über mehr Neuwageninteressenten und Barzahler freuen, lauten weitere zentrale Ergebnisse. Wollten vor zwei Jahren nur zehn Prozent der Befragten einen fabrikneuen Pkw erwerben, sind es nun 16 Prozent. Bei der Bezahlungsart steht das Bargeld jetzt an erster Stelle – dank historisch niedriger Zinsen für Spareinlagen. Laut Sauermann will mehr als jeder Zweite den Betrag cash auf den Tisch legen, 2013 beabsichtigte dies nur jeder dritte Autokäufer. Parallel dazu sinkt der Anteil der geplanten Kfz-Finanzierungen von 56 Prozent auf jetzt 30 Prozent.

Eroberungspotenzial noch nie so groß 

Die Studie sagt auch ein enormes Eroberungspotenzial für die Branche voraus. Denn: Die Unentschlossenen beim Autokauf bilden momentan mit 15 Prozent – in der Aral-Messreihe ein neuer Höchstwert – die zweitgrößte Gruppe. Bei den Entschlossenen wird Marktführer VW seiner Favoritenstellung gerecht. 17 Prozent interessieren sich für ein Modell aus Wolfsburg. Den zweiten Rang teilen sich Opel, Ford, BMW, Audi und die japanischen Importeure (acht Prozent). Mercedes folgt mit sieben Prozent aller Stimmen. Dagegen rutschen französische, koreanische und italienische Marken auf der Shoppingliste nach unten.

Dem Elektroauto attestierte Sauermann einen "Quantensprung" bei der Akzeptanz in der Bevölkerung. Mittlerweile können sich 53 Prozent grundsätzlich vorstellen, einen Stromer zu kaufen (2013: 27 Prozent). "Auch bei der Schätzung des Anschaffungspreises ist inzwischen mehr Realismus eingezogen. Die Befragten nehmen an, dass sie im rechnerischen Mittel 28.120 Euro für ein Elektroauto investieren müssten", so der Experte. 2013 habe die Schätzung noch knapp 8.000 Euro darunter gelegen. Außerdem steige die Bereitschaft, mehr Geld für ein E-Mobil auszugeben. Der Anteil (30 Prozent) habe sich in den vergangenen zwei Jahren mehr als verdoppelt.

Manko Reichweite

Die schlechte Nachricht: Zu einem unmittelbaren Kaufinteresse führt das bei den Deutschen jedoch nicht. Innerhalb der nächsten 18 Monate wollen sich der Studie zufolge nur zwei Prozent ein Elektroauto zulegen. Ein großes Manko bleibt die Reichweite. Potenzielle Käufer erwarten im Schnitt eine Mindestreichweite von 418 Kilometern pro Ladevorgang. Sauermann: "Von dieser Vorgabe sind reine Elektroautos weit entfernt."

Aral untersucht seit 2003 die Vorlieben der deutschen Autokäufer. Für die aktuelle Ausgabe wurden Anfang März 2015 insgesamt 1.049 Teilnehmer befragt, unter anderem zur Markenwahl, zum Umweltimage der Hersteller oder der Einstellung zu neuen Mobilitätskonzepten. Im Internet ist die 32-seitige Studie "Trends beim Autokauf 2015" kostenlos abrufbar. (rp) 

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KOMMENTARE


Jochen S.

19.08.2015 - 13:27 Uhr

Bereitschaft zum Geld verbrennen könnte man auch sagen!


Alexander Bell

20.08.2015 - 11:31 Uhr

Das Eroberungspotential ist groß, weil Neuwagen noch nie so teuer waren und der Bestand mittlerweile ein Durchschnittsalter von 9 Jahren und eine Gesamtfahrleistung von geschätzt durchschnittlich 260.000 km haben. Weiterhin zeigt sich eine zunehmende Erosion bei der Markentreue sowie bei dem gesamten Aufwand für Pflege, Wartung, Lack usw. Unterlassene Investitionen in das Fahrzeug von Seiten der Eigentümer und Besitzer. Sagen wir ketzerisch: Der Bestand war nie so vernachlässigt, dreckig, ungepflegt und mit Dellen, Kratzern und Unfällen übersäht wie heute! Gepflegt, geprüft und zuverlässig war gestern! Leider...


Annotator

20.08.2015 - 12:03 Uhr

Schmeichlerisch gesagt.Und dennoch, der Kunde wollte noch nie soviel Geld für seinen Alten.Und noch nie soviel Rabatt für seinen Neuen.


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