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Autofahrer zu Branchentrends: Die Zweifel überwiegen

Studie: Den derzeit größten Trend der Branche, das autonome Fahren, betrachten die meisten Endkunden mit gemischten Gefühlen.
© Foto: Audi

Autonomes Fahren, E-Mobilität, Carsharing: Die Berater von Arthur D. Little haben die größten Branchentrends aus Kundensicht untersucht – und räumen mit so mancher Mär auf.


Datum:
26.08.2015
3 Kommentare

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Zwar tüftelt die Kfz-Branche fleißig an neuen Fahrzeug- und Mobilitätskonzepten – beim Endkunden hält sich die Begeisterung für Roboterautos, Elektromobile und Carsharing aber noch in Grenzen. Das zeigt eine internationale Studie der Strategieberatung Arthur D. Little, die die drei aktuellen Megatrends untersucht hat. Dazu wurden 6.500 Verbraucher aus zehn automobilen Kernmärkten befragt.

Laut "Global Automotive Mobility Study" würde derzeit nur etwa jeder dritte Teilnehmer ein selbstfahrendes Auto nutzen. In Deutschland stehen solchen Fahrzeugen 45 Prozent ablehnend gegenüber, zudem sind sich 33 Prozent unsicher. Wolf-Dieter Hoppe, Branchenexperte bei Arthur D. Little, sprach von viel Überzeugungsarbeit und einer "großen kommunikativen Herausforderung" für die Hersteller. Hauptgrund für die Skepsis seien vor allem massive Datenschutzbedenken (70 Prozent). Dies treffe sowohl auf die Europäer als auch auf die sonst in diesem Punkt weniger empfindlichen US-Bürger zu, hieß es.

Eine Überraschung lieferten die Antworten auf die Frage, wem die Endkunden letztlich zutrauen, den Autopiloten für Pkw zur Serienreife zu bringen. Diesbezüglich erzielten die branchenfremden Tech-Giganten Google und Apple die höchsten Werte – außer in Deutschland. Hier genießen die heimischen (Premium-)Hersteller nach wie vor das größte Vertrauen. Laut Hoppe würden 38 Prozent selbstfahrende Autos von VW und Audi favorisieren, 37 Prozent die Modelle von Mercedes-Benz und BMW.

Globale Übereinstimmung hingegen herrscht beim Thema E-Mobility. Wesentliche Stolpersteine auf dem Weg zum Durchbruch sind der Umfrage zufolge weiter die hohen Preise (64 Prozent), die begrenzte Reichweite (53 Prozent) und zu wenige Lademöglichkeiten (41 Prozent). Für den politisch gewünschten Ausbau der Elektromobilität in Deutschland werde es eng, betonte Arthur D. Little-Experte Klaus Schmitz mit Blick auf die rund 19.000 angemeldeten E-Autos (Stand Januar 2015). "Selbst wenn die Politik in Deutschland jetzt noch massiv gegensteuert, ist das Ziel von einer Million Elektrofahrzeuge in Deutschland bis zum Jahr 2020 nicht mehr erreichbar." Und auch die grundsätzliche Bereitschaft, einen Stromer zu kaufen, ist mit 9,7 Prozent niedrig.

Eigenes Auto bleibt das Nonplusultra

Die Studie belegt auch, dass sich das Verhältnis der Menschen zum Auto – trotz des aktuellen Carsharing-Booms – kaum verändert. Das gilt vor allem für den deutschen Markt. Demzufolge ist es für 71 Prozent der Bundesbürger auch in zehn Jahren noch wichtig, einen eigenen Wagen zu haben, 15 Prozent schätzen den Besitz sogar als wichtiger ein. Hoppe: "Carsharing wird das private Fahrzeug nicht verdrängen, es bleibt eher eine zusätzliche Mobilitätsoption."

Die Berater zeigen sich aber davon überzeugt, dass Carsharing und Fahrdienste künftig vor allem in den Mega-Citys eine große Rolle spielen werden. Mittelfristig rechnen sie mit einem Marktwachstum von weltweit 40 Prozent pro Jahr. Der Volumeneinfluss dieser Zuwächse auf den Gesamtmarkt sei aber gering. "Zwar dürfte der europäische Carsharing-Markt bis 2020 auf 4,5 Milliarden Euro steigen, was einem Plus von 169.000 Fahrzeugen entspricht. Der Großteil dieses Marktvolumens (56 Prozent) wird sich jedoch auf Deutschland, Frankreich und Großbritannien konzentrieren", hieß es. (rp)

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KOMMENTARE


baerentatze bruno

26.08.2015 - 18:15 Uhr

Die Umfrageergebnisse der klugen Köpfe der Strategieberatung Arthur D. Little leuchten ein. Mit den mehrheitlichen Ergenissen stimme ich zu 100 % überein. Dass die deutsche Autoindustrie mit eigenen E-Auto-Entwicklungen im Vabanque-Spiel mitmischt, ist zwar unrentabel aber sehr verständlich. Das total selbstfahrende Auto ist eine Schimäre, Teilfunktionen aber sinnvoll, vor allem bei Fernlastern für überlastete, unterbezahlte Trucker. Carsharing dürfte sich nur in Großstädten verbreiten. Ich möchte jederzeit ohne Smartphone mit meinem Lieblingsauto losfahren können, auch wenn ich innerstädtisch fast immer das Rad benutze.


K.-Theodor Hermann

26.08.2015 - 19:40 Uhr

Man muss nur rechnen: Sollte das selbstfahrende Auto kommen, wie lange würde es brauchen, um einen nennenswerten Anteil am Fahrzeugbestand zu generieren? Bei einem Bestand von ca. 44 Mio PKW u. Kombi in Deutschland und einer jährlichen Neuwagenzulassung von 3 Mio, könnte der Bestand in ca. 15 Jahren komplett ausgetauscht sein. Alle, die heute dazu Ausagen machen, kennen weder Preise, noch den nicht vorhandenen Rechtsrahmen, der auch etische Gesichtspunkte einschliessen muss. Und kann ein Nutzer damit auch ins angrenzende Ausland fahren? Also Gemach hinsichtlich zeitlicher Aussagen. Das erinnert auch an die Entwicklung der Elektromobilität oder des Carsharings.


egon sunsamu

28.08.2015 - 11:37 Uhr

"Selbst wenn die Politik in Deutschland jetzt noch massiv gegensteuert, ist das Ziel von einer Million Elektrofahrzeuge in Deutschland bis zum Jahr 2020 nicht mehr erreichbar." Sinnfreie Planwirtschaft. Warum soll ich ein überteures, unpraktisches Produkt kaufen, das meine Erwartungen für ein unprobelmatisches Fortbewegungsmittel nicht erfüllt?Um die Hohepriester und Jünger der Klimawandelreligion und die CO2-Hasser zu befriedigen?Bei gesamtwirtschaftlicher und gesamtökoligischer Betrachtung sind Elektromobile einfach unsinnig. Die Energie für ihren Betrieb muß genauso bereit gestellt werden wie bei allen anderen Verkehrsmitteln. Nur entstehen die Schadstoffe örtlich woanders. Dazu die Verluste durch Transport und mehrfache Umwandlung.Ein Selbstbetrug, wie es Politiker gerne zur Manipulation der Bevölkerung benutzen.Die sogenannte "Energiewende" ist ein Umstieg von zuverlässiger, gut steuerbarer Energieversorgung in ein Zufallssystem. Ob der Wind weht oder die Sonne scheint, kann nicht mal unsere oberste Füsikerin im Kanzlerinamt bestimmen.Bis heute ohne ein brauchbares Speicherkonzept ist die "Wende" eine Subventionsmaschine politisch korrekter Lobbyisten. Und der machtlose Verbraucher zahlt...


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