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Automesse in Peking: Chinas Autobauer wollen Heimvorteil nutzen

In Peking wollen Chinas Hersteller mit Dutzenden neuen Modellen in die Offensive gehen.
© Foto: Ralph M. Meunzel

Deutsche, Japaner, US-Amerikaner: Alle machen gute Geschäfte auf dem weltgrößten Automarkt. Aber ausgerechnet Chinesen tun sich im eigenen Land schwer. Mit einer Modelloffensive wollen sie in Peking punkten.


Datum:
23.04.2014
Autor:
<br>Von Stephan Scheuer, dpa
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Chinas Autobauer haben sich rausgeputzt. Seit Monaten redet die Branche von der Automesse in Peking (noch bis 29. April). Während die Manager der internationalen Autoriesen in Chinas Hauptstadt um noch mehr Kunden buhlen, wollen die heimischen Autohersteller durchstarten, ihren Heimvorteil auf dem weltgrößten Automarkt nutzen. Die größte Hürde sind aber bisher die Kunden im eigenen Land.

Das große Geschäft wird nach wie vor mit internationalen Marken gemacht. Im ersten Quartal ging der Verkauf von chinesischen Fabrikaten im Reich der Mitte um 2,6 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum zurück. Dabei legte der gesamte Markt um 7,9 Prozent zu, wie der Branchenverband CAAM ausgerechnet hat. "Der dramatische Einbruch ist noch schlimmer als unsere pessimistischen Erwartungen ausgefallen", schreibt Max Warburton von US-Analysehaus Bernstein Research.

Schon oft wurde Chinas Autobauern ein glänzender Aufstieg prophezeit. Aber nichts davon ist bislang eingetreten. Chinesische Marken sind international nahezu unbekannt und selbst in China haben die heimischen Hersteller keinen guten Stand. "Die großen Verlierer in China sind die Chinesen", sagt Branchenexperte Ferdinand Dudenhöffer.

In der Offensive

In Peking wollen Chinas Hersteller mit Dutzenden neuen Modellen in die Offensive gehen. Chery, Brilliance, BYD, Haval und JAC haben Geländelimousinen angekündigt. Aber Experten zweifeln, ob das genug ist, um den internationalen Konzernen Marktanteile abzuringen. "Chinesischen Marken fehlt die Erfahrung, um auf einen sich wandelnden Markt zu reagieren", sagt Cui Dongshu von Chinas Vereinigung der Personenwagenhersteller. Zudem dominiere Staatskapital die Branche in China. Das koste Wettbewerbsfähigkeit.

Sogar Chinas Industrieminister Miao Wei räumt selbstkritisch ein: "Uns fehlt die führende Innovation und Technologie, mit der wir den globalen Automarkt anführen können." China sei ein gewaltiger Markt für die Automobilindustrie. Aber jetzt müsse die Volksrepublik endlich auch führende Firmen hervorbringen.

"Eine Supermacht kann nicht ewig in einer Aufholjagd verharren. Sie muss führen", sagte der Minister im März am Rande des Volkskongresses. Wie das gelingen soll, sagt Miao Wei jedoch nicht. Der Minister will an den strengen Regeln festhalten, die internationale Autobauer in China seit Jahrzehnten in Joint-Ventures mit lokalen Unternehmen zwingt.

Zwar machte die Geschäftspolitik die unterentwickelten Staatskonzerne sowie ihre ausländischen Partner reich – im Durchschnitt wuchs der Pkw-Markt in den vergangenen 13 Jahren um sagenhafte 29 Prozent. Aber bis heute fragen sich viele in China, wieso auch nach Jahrzehnten des Lernens von den internationalen Autogrößen keine chinesischen Champions hervorgegangen sind. "Die bisherigen Ansätze der Joint-Ventures waren für die Chinesen wenig erfolgreich", meint Dudenhöffer.

Investitionen in Technologie und Marktanteile

Mittlerweile steuert die Branche um. Mit Geld wollen sich Firmen aus China Technologie und internationale Marktanteile erkaufen. Chinas staatlicher Autobauer Dongfeng hat im März seinen Einstieg bei dem angeschlagenen französischen Hersteller PSA Peugeot Citroën besiegelt. Kurz zuvor hatte der Zulieferer Wanxiang eine Auktion um den zahlungsunfähigen US-Sportwagenhersteller Fisker gewonnen und Branchenriese FAW ein Joint-Venture mit der US-Firma EcoMotors gegründet, die an umweltfreundlichen Antrieben arbeitet.

Chinas Autohersteller sind also noch lange nicht abgeschrieben. Qoros überraschte jüngst mit der Bestnote bei einem Crashtest in Europa, was bisher noch keinem Autos aus China gelang. In den kommenden Jahren werden laut einer Studie der Beratungsgesellschaft EY einige chinesische Marken auf Europas Straßen fahren. Bevor sie durchstarten können, müssen sie allerdings zunächst die Kunden zuhause von sich überzeugen. (dpa)

Wichtige China-Modelle stellen wir in der Bildergalerie vor!


Automarken aus China


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