Der TÜV Süd sieht sich ungeachtet der Wirtschaftskrise auf einem guten Weg. Im vergangenen Jahr verbuchte das Dienstleistungsunternehmen ein Umsatzplus von 7,4 Prozent auf 1,4 Milliarden Euro, knapp ein Drittel davon erzielte es im Ausland. Das Ergebnis vor Steuern sank um neun Millionen Euro auf knapp 107 Millionen Euro. Der Überschuss stieg durch eine geringere Steuerlast um 16,5 Millionen auf knapp 69 Millionen Euro. "Wir gehen davon aus, dass wir unseren Wachstumskurs im laufenden Jahr fortsetzen werden – wenn auch langsamer, als zunächst erwartet", erläuterte Stepken. Nach den zwei gescheiterten Fusionsplänen hat der TÜV Süd die Hoffnung auf einen bundesweiten Prüfriesen mittlerweile aufgegeben. "Nach unseren Erfahrungen vom letzten Jahr ist der TÜV Deutschland gestorben", sagte Stepken. Ein neuer Versuch, sein Unternehmen mit dem TÜV Nord oder dem TÜV Rheinland zu verschmelzen, sei wegen zu hoher wettbewerbsrechtlicher Hürden sinnlos. Im vergangenen Jahr wollte der TÜV Süd mit dem TÜV Rheinland zum mit Abstand größten deutschen Prüfkonzern fusionieren, war damit aber gescheitert (wir berichteten). Als Grund wurden kartellrechtliche Bedenken genannt. Im Jahr zuvor war bereits die geplante Fusion mit dem TÜV Nord geplatzt. Um den Anschluss an große internationale Prüf- und Zertifizierungskonzerne zu wahren, blieben dem TÜV Süd nun nur Zukäufe im Ausland, so Stepken weiter. Das wichtigste internationale Projekt sieht der Manager derzeit in der Türkei. Vier Millionen Fahrzeuge sollen in diesem Jahr beim TÜVTURK überprüft werden und damit fast so viele wie in Deutschland beim TÜV Süd mit zuletzt 4,5 Millionen. Kein Stellenabbau geplant In diesem Jahr stellt sich der TÜV Süd auf ein schwächeres Wachstum ein. "Natürlich bekommen wir die Auswirkungen der Krise zu spüren", sagte Stepken. Zwar schlage der Rückgang bei der Zahl der Hauptuntersuchungen durch die Abwrackprämie kaum zu Buche. Etliche Industriekunden hätten aber Investitionen in neue Anlagen verschoben. Daher gebe es auch für viele Prüf- und Zertifizierungsdienstleistungen erst einmal keinen Bedarf. Deutlich weniger nachgefragt seien auch Produktprüfungen in China. Ein Stellenabbau sei für den TÜV Süd aber weiterhin kein Thema. Ende 2008 beschäftigte der Konzern weltweit gut 14.000 Mitarbeiter, etwa 1.000 mehr als ein Jahr zuvor. (dpa)
Bilanz 2008: TÜV Süd weiter auf Wachstumskurs
Der Prüfdienstleister erzielte im vergangenen Jahr ein Umsatzplus von 7,4 Prozent auf 1,4 Milliarden Euro. Der Überschuss lag bei knapp 69 Millionen Euro. Nach der gescheiterten Großfusion will der Konzern nun im Ausland zukaufen.