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Elektrofahrzeuge: Kfz-Gewerbe gegen Kaufprämie

Der ZDK hält den Elektroantrieb für noch nicht wettbewerbsfähig.
© Foto: Fotolia / Dipego

Die Nachfrage nach Elektroautos läuft weiter schleppend. In Berlin werden Rufe nach einer neuen Förderung laut. Der ZDK hat sich in der kontroversen Debatte jetzt klar positioniert.


Datum:
17.11.2015
14 Kommentare

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Der Zentralverband Deutsches Kraftfahrzeuggewerbe (ZDK) hält nichts von einer Kaufprämie für Elektrofahrzeuge. Der Staat dürfe sich nicht zum Steigbügelhalter einer offensichtlich noch nicht wettbewerbsfähigen Technologie machen, teilte ein Sprecher am Dienstag mit. "Trotz aller Anstrengungen und Forschungsgelder sind die Hochvoltbatterien immer noch zu schwer und zu teuer, die Ladedauer zu lang und die Reichweite der Fahrzeuge zu gering, als dass Elektroautos sich auf dem Markt durchsetzen können." Abhilfe könne nachhaltig nur durch Produktverbesserungen geschaffen werden, nicht durch staatliche Fördermittel mit ihren bekannten Mitnahme- und Strohfeuereffekten. 

Vergleiche mit der Umweltprämie aus dem Jahr 2009 hinken nach Überzeugung des ZDK. Damals sei es im Kern um die Bewältigung einer massiven Wirtschaftskrise gegangen. Von einer solchen könne heute zum Glück keine Rede sein. Auch zwingende Umweltgründe seien nicht ersichtlich, zumal die Ökobilanz von Elektrofahrzeugen je nach Art der Stromerzeugung zumindest zwiespältig ausfalle. 

Mit der Kaufprämie lehnt der Verband auch deren erwogene Gegenfinanzierung durch Erhöhung der Mineralölsteuer oder stärkere CO2-Besteuerung strikt ab. "Der Staat kassiert jährlich bereits weit über 50 Milliarden Euro aus mobilitätsbedingten Steuern und Abgaben. Davon wird der überwiegende Teil nicht zur dringend notwendigen Sanierung der Verkehrsinfrastruktur verwendet, sondern versickert im Staatshaushalt", betonte der Sprecher. "Diese Steuerlast zur Gegenfinanzierung einer verfehlten Subvention noch zu erhöhen, sei nicht akzeptabel." (se)

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KOMMENTARE


bobota

17.11.2015 - 15:50 Uhr

Na es scheint ja doch noch Leute mit Durchblick zu geben.


EinHesse

17.11.2015 - 17:11 Uhr

jetzt mal ungeachtet ob gut oder schlecht - ich bin kein Techniker und meine Frage ist ehrlich gemeint: Wie schafft es Tesla realistische Reichweiten von über 300km zu "bauen" und VW und Co dümpeln bei 60km (VW eUp)?Kann da jemand was zu sagen?


Lars Bellemann

17.11.2015 - 17:13 Uhr

Die Positionierung des ZDK sähe wohl anders aus, hätte ein deutscher Hersteller einen "Zoe" im Modellprogramm. Diesen halte ich sehr wohl für wettbewerbsfähig. Dann würde man wohl einen Steigbügelhalter für eine neue Technologie für sinnvoll erachten...


Kurbelwellenfan

17.11.2015 - 21:39 Uhr

Glückwunsch an den ZDK zur eigenen Position! Ich finde die Forderungen des VDA nach Subventionen schamlos! An den Verfechter des Zoe hier: Wenn der denn so wettbewerbsfähig ist, wie der Leser Bellemann meint, dann braucht man ja keine Subventionen.Und an den User "Ein Hesse" gerichtet: Der Tesla ist technologisch nicht fortschrittlicher, als andere E-Autos. Tesla ist nur mit einem "Riesen-Akku-Paket" in den Markt gegangen. Die installierten 80 kWh Kapazität kosten allein 40.000 €! Das ist die Hälfte des Fahrzeugpreises. Mit dicken Hosen ist eben gut stinken! Im Grunde fährt der Tesla-Kunde eine dicke, schwere und teure Batterie spazieren! Der E-Antrieb ist etwas für die Stadt. Beim Fahrrad ist er sinnvoll und wird zig-tausendfach ohne Subvention angenommen. Ich lasse auch noch Roller oder Kleinmobile gelten. Dann ist wegen des Gewichts Schluss. Toyota, Honda und Hyundai haben das erkannt und setzen auf Wasserstoff!


Thomas D

18.11.2015 - 07:19 Uhr

Das gleiche habe ich vor 15 Jahren über die Photovoltaik von den Stromproduzenten gehört .Der Tellerrand scheint wohl eher eine Suppenschüssel zu sein .


Gino

18.11.2015 - 08:12 Uhr

Komisch nur, das es in Frankreich einen Zuschuss gibt und wesentlich meje E-Fahrzeuge auf der Straße fahren.


SG

18.11.2015 - 08:52 Uhr

Ich stimme dem Herren vollkommen zu.Ich muss 11km durch die Stadt zur Arbeit. Und hätte hier sogar eine Steckdose zum aufladen auf dem Firmenparkplatz.Würde sich also bei mir sogar lohnen aber bei den Reichweiten und den Kosten (plus oft extra Kosten für Batterie...) ist es einfach unrealistisch.


von Gestern

18.11.2015 - 09:18 Uhr

Es ist schon komisch, dass alle, die ein E-Auto fahren, davon begeistert sind! Klar, dass das KFZ-Gewerbe gegen die Förderung Sturm läuft, denn das hätte dann nur noch mit Bremsflüssigkeitswechsel und verrosteten Bremsscheiben zu tun. Alles andere nutzt sich nicht ab.Keine leere Behauptung, sondern ErFahrung: ich fahre inzwischen 2 Autos mit E-Antrieb, eines seit 3 Jahren (E-Smart), das andere zum Spaß (Opel Ampera), nur auf die Urlaubsreisen wartet ein Verbrenner. Woher ich dafür Geld habe? Jahrzehnte lang gebrauchte Autos gefahren; Beruf: Elektroingenieur, Hobby: Energiesparer, jetzt: Rentner.


Jürgen Sangl

18.11.2015 - 09:34 Uhr

@kurbelwellenfan: Offensichtlich haben sie keine Ahnung von Elektro oder sich noch nicht mit der Materie wirklich beschäftigt. Aktuell zahlen die Hersteller je kWh für den Akku ca. € 250,- somit käme der Akkupack beim Tesla der 85kWh hat- bzw aktuell jetzt sogar 90 auf € 20.250,-.Durch größer Stückzahlen kann dieser Preis innerhalb der nächsten 2 Jahre auf unter 150 Euro gesenkt werden. Für einen Pkw mit realistischen 300km Reichweite (also etwa 60kWH Akku) ergibt sich dann ein Akkupreis von € 9.000,-. Dafür kein Auspuff, keine Katalysatoren,kein Tank,kein Getriebe, nur einen einfachen Motor, Genauu das gleiche war bei der Photovoltaik. Die Stückzahl ist der Schlüssel zu günstigen Preisen. Und genau dafür braucht es Anfangs eine Subventionierung.Denn eines ist sicher, wer zu spät kommt, den bestraft das Leben. Unsere Automobilhersteller sollten sich ganz schnell in Bewegung setzen. Sonst wird VW zum nächsten Nokia


Kurbelwellenfan

18.11.2015 - 10:38 Uhr

Hier in der an sich an Kommentaren armen Fachzeitschrift wiederholt sich der Glaubenskrieg, der in anderen Foren bezüglich des E-Autos seit langem tobt. Es ist, wie so Vieles beim vermeintlichen Umweltschutz: Religion mit vielen Geboten, die immer damit beginnen: "Du sollst.. " Hier wendet sich niemand gegen das E-Auto. Hier wenden sich die Leute zu Recht dagegen, dass milliardenschwere Konzrene vom Steuerzahler subventioniert werden, weil sie selbst kein oder nur ein geringes unternehmerisches Risiko tragen wollen. Und dem User @Sangl sei gesagt: Bevor Sie anderen mangelnde Ahnung unterstellen, schauen Sie doch mal die "Verkaufspreise" der Hersteller für die Akkus der E-Mobile an. Für den SMART mit seinem lächerlichen Mini-Akku von ca. 20 kWh bezahlt man 13 k € ! Was der Kunde bezahlen muss ist entscheidend und nicht irgendwelche theoretisch zusammengestellten Kosten, bei denen die Abschreibung offen und die gesamte übrige Kostenkette der Vermarktung, Verteilung, Garantie , Lagerung und Rücknahme noch nicht enthalten ist.


was51

18.11.2015 - 11:47 Uhr

Der zielgerichtete Inhalt dieser Meldung erklärt sich für die Leser recht schnell und spiegelt sich auch dementsprechend in den Kommentaren wieder.-Wer nämlich auf auf die Interessen schaut, die zB eine Institution wie das ZDK vertritt und dann auf die Inhalte, der bekommt Klarheit über Meldung und Absicht.Bei mir wandert eine Solche Meldung umgehend in den Schredder.-Ebenso wie zB die penetranten Werbeinformationen der "Fachschmunzetten" für die Dauersieger-Produkte mit Explosions-Kolben-Motoren aus deutschen Landen mit hohen Anteilen an Migrationshintergrund**Made out Germany ;-)


Jürgen Sangl

18.11.2015 - 16:53 Uhr

@ Kurbelwellenfan: Dann wissen Sie ja auch was Sie für den Motor und das Getriebe in einem Smart zahlen müssen wenn sie diese als Ersatzteile kaufen. Entscheidend ist was den Hersteller die Komponenten kosten. Stellen Sie sich mal ein Auto komnplett aus Ersatzteilen zusammen. Dann zahlen Sie mindestens das 5-fache des Fahrzeugpreises.


von Gestern

18.11.2015 - 17:33 Uhr

@kurbelwellenfan (der Name scheint ernst gemeint zu sein ;) )Der "Glaubenskrieg tobt" nur da, wo manche noch glauben und nicht wissen!Wie mein Name sagt, bin ich noch von gestern, habe aber bereits damals gelernt, wie wenig bewegliche Teile ein E-Motor hat. Und die ersten Bergrennen-Erfolge des Herrn Porsche (vor hundert Jahren) waren mit E-Motoren (Nabenmotoren) und Range-Extender (also erster "Porsche-Hybrid").Mein erstes E-Mobil war ein Sinclair C5; ich habe ihn damals (voriges Jahrtausend!) schon mit Solarzellen geladen. Heute sind jedoch die Akkus besser. Bald wird VW auf Elektro umsteigen (müssen)!Aber manche wollen eben die Explosionen hören (mein Opel hat eine Fußgänger-Hupe, damit man ihn hört :) :)


Micha (auch ein Hesse :) )

25.11.2015 - 20:17 Uhr

An "EinHesse": Die Antwort ist sehr einfach. Die Firma Tesla Motors wurde einzig mit dem langfristigem Ziel gegründet, rein elektrische Fahrzeuge zu bauen und zu vermarkten und e-Mobilität Konkurrenzfähig zur alten ölverbrennungstechnik zu machen. D.h. Tesla steht sich nicht selbst im Wege mit eigenen Produkten. VW und Co. haben jedoch mit ihrer Armada an Verbrennungsfahrzeugen eine deutliche Zielkonkurenz. Da sie auf der einen Seite zwar E-Fahrzeuge bauen (Voraussetzung um überhaupt Fahrzeuge z.B. in Kalifornien etc. verkaufen zu dürfen), befürchten sie jedoch stark auf der anderen Seite ihre eigene alte Antriebtstechnik in Form von Diesel- und Otto-Motor Fahrzeugen, nicht mehr absetzen zu können. Diese Angst ist definitiv nicht von der Hand zu weißen, denn ein Verbrennungsmotor ist mit seinen sehr schlechten Wirkungsgraden (ca. 20%) im Vergleich zum Elektromotor mit ca. 90% Wirkungsgrad, technisch, im Verbrauch und in der Wirtschaftlichkeit absolut unterlegen. Beispiele wo die Nachfrage nach Elektrofahrzeugen den Absatz von Verbrennungsmotorfahrzeugen angriff gibt es. Bestes Bsp. GM. Um das Jahr 2000 herum hat GM sein erstes E-Mobil, den EV1 aus dem Verkehr gezogen, weil es zu gut bei den Kunden ankam und damit die Absatzzahlen der eigenen alten Produktpalette bedrohte. Eine Reportage darüber, wie den Kunden gegen ihren Willen ihr (geleaster) EV1 abgenommen und in der Wüste verschrottet wurde, gibt es unter dem Titel "Warum das Elektroauto sterben musste" (youtube)


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